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Kämmerer, Christian [Editor]; Lufen, Peter Ferdinand [Editor]
Denkmaltopographie Bundesrepublik Deutschland: Baudenkmale in Niedersachsen (Band 7,1): Landkreis Northeim: Südlicher Teil mit den Städten Hardegsen, Moringen, Northeim und Uslar, den Flecken Bodenfelde und Nörten-Hardenberg, der Gemeinde Katlenburg-Lindau und dem Gemeindefreien Gebiet Solling — Braunschweig, 2002

DOI Page / Citation link: 
https://doi.org/10.11588/diglit.44420#0360
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Lage im Dorfzentrum zu beiden Seiten der
Kapelle für das Ortsbild von Bedeutung.

Ruine Bomhof
Nördlich von Dinkelhausen, jedoch noch in der
Vahler Gemarkung liegt im Wald die Ruine eines
ehemaligen Wartturms, dessen etwa quadrati-
sches, rund 5 zu 5 m messendes Geviert aus
Bruchsteinmauern noch bis zu einer Höhe von
etwa 1,50 m erhalten bzw. neu aufgemauert ist.
Der Turm wird hier in mittelalterlicher Zeit die
Sicherung der alten Wege zur Bestimmung
gehabt haben, die von Uslar über Vahle nach
Einbeck einerseits und von Uslar über
Dinkelhausen nach Moringen und Northeim
führten.

USLAR/VERLIEHAUSEN

Verliehausen, Karte von 1873 (Einschätzungskupon). Nieders. Hauptstaatsarchiv Hannover, 22 o Verliehausen,
Einschätznungskup. Bd. 28, BI. 4/1


Verliehausen, Weserstraße, Kapelle, um 1300, Fenstereinbauten 1902

Das Dorf Verliehausen, das 1318 im Lehnbuch
Herzog Ottos des Milden von Braunschweig als
“Vrilighehusen” erstmals urkundlich Erwähnung
findet, liegt mit seinen alten Siedlungsteilen bei-
derseits der Schwülme im Süden des Uslarer
Beckens. Die Straße von Uslar nach Adelebsen
(L 554), die von hier ab das Schwülmetal fluss-
aufwärts begleitet, durchquert von Nord nach
Süd den Ort, in dessen Zentrum die dem
Schwülmetal flussabwärts folgende Straße
nach Lippoldsberg-Bodenfelde (L 534) ab-
zweigt. Dieser Richtung folgt auch die 1910
eröffnete Nebenbahnlinie Göttingen-Boden-
felde, die dicht westlich am Dorfe vorbeiführt.
Verliehausen ist Kapellengemeinde und mit der
Schoninger Pfarrei verbunden. Die am Flussufer
gelegene Dorfkapelle zeigt in ihrer einstigen
Bestimmung als Wehrturm nähere Verwandt-
schaft mit der Kapelle zu Gierswalde (Weser-
straße). Es handelt sich um einen ehemals
turmartigen rechteckigen Bruchsteinbau etwa
der Zeit um 1300, dessen Mauerwerk ur-
sprünglich nur von wenigen schmalen Scharten
durchbrochen wurde, dessen äußeres Erschei-
nungsbild allerdings heute durch den Einbau
hoher neugotischer Fenster und eines
Glockengiebels - Hinzufügungen eines Um-
baues aus dem Jahre 1902 - teilweise verän-
dert ist. Im Inneren war der relativ kleine Bau,
der im Grundriss 7,57 m zu 9,58 m misst,
ursprünglich mehrgeschossig angelegt. Wie zu
Gierswalde zwang auch hier die von Über-
schwemmungen bedrohte Lage am Fluss
dazu, den Boden in späterer Zeit nachträglich
aufzuschütten und die ehemalige Erdgeschoss-
decke zu entfernen, so dass nunmehr die
Decke des einstigen ersten Obergeschosses
den Abschluss des Kapellenraums darstellt.
Auch Verliehausen gehört zu den Dörfern um
Uslar, die noch im Überschneidungsgebiet
niederdeutscher und mitteldeutscher Hausfor-
men liegen. Allerdings kommt heute das typi-
sche Längsdielenhaus des Oberwesergebietes
im Ortsbild nicht mehr vor. Dagegen ist das
quer erschlossene Haus unter den älteren
Wohnwirtschaftsgebäuden des Ortes das Übli-
che. Zu den in der Region verbreiteten
Wohnwirtschaftsgebäuden, in deren Anlage

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