Fliegende Blätter — 2.1846 (Nr. 25-48)

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Der Teufel will Arbeit haben.

Pink! Feuer! die Laterne brennt,

Der Teufel nach dem Felde rennt;

Und scharrt und fegt und leuchtet drein,
Und pustet drein und rafft die Stein,

Und schmeißt sie, daß sie Feuer speien,
Auf einen Haufen überein:

Das ist der letzte! — Nun Herr Matz
Was Neues! Aus ist das Gekrätz!

Der Acker ist von Steinen rein,

Und Stock und Knubb ist kurz und klein:
Der Graben ist gegraben,

Und Arbeit muß ich haben;

Sonst werd' ich schlimm!

Da wendet sich der Bogt und spricht:

Wie lang du machst, du fauler Wicht!

Geh' hin zum Schreiber, frage den:

Was der dich heißt, das soll gescheh'n!

Er wird etwas harthörig sein;

Doch schlag' ihm nicht die Thüren ein! —

Er rennt zum Schreiber hin und klopft,

Doch Schreibers Ohren sind verstopft;

Er pfeift, ruft, klopft und flucht darein:

Soll hier die Arbeit Trommeln sein?! —

Nun schlägt er Wirbel auf der Thür; —

Da guckt der Küster doch herfür:

Hör' auf mit Trommeln! Wer ist da? —

Ich! — Willst du Arbeit haben? — Ja!

Das Feld ist nun von Steinen rein,

Und Stock und Knubb ist kurz und klein,

Der Graben ist gegraben,

Und Arbeit muß ich haben;

Sonst wcrd' ich schlimm!

Da spricht der Schreiber: spann nur an! —

Der Schwarze spricht: es ist gethan! —

Ich will zur Stadt; der Weg ist schlecht,

Flink her die Steine! fauler Knecht,

Und pflastr' ihn immer vor mir her;

Sonst wird's den Pferden allzuschwer!

Flink Hand an's Werk! — Der Schwarze springt
Und holt und stampft, das Pflaster klingt;

Der Schreiber fährt gemach im Schritt:

Da kommt der Teufel prächtig mit.

Erst sind die Steine nicht so fern;

Da machts der Teufel flink und gern:
Der Schreiber fährt und singt und lacht
Und spricht: das Hab' ich gut erdacht!
Er ist mit Pflastern hübsch voraus.

Sein Springen nimmt sich drollig aus:
Ich laß die Pferde traben,

Der Kerl will Arbeit haben;

Sonst wird er schlimm!

Er trabet immer schneller fort:

Da ruft der Teufel: Herr ein Wort!

Laßt sein den Trab, ich komm' nicht mit!
Ich hab's zu weit; fahrt lieber Schritt! —
Eh! spricht der Schreiber: sei nicht faul!
Und haut ihn tüchtig über's Maul. —

Da rennt der Teufel, was er kann,

Und schleppt und setzt von neuem an:

Und immer flinker wird sein Lauf,

Je ferner ist der Steine Hauff!

Doch endlich fährt, mit Saus und Braus,
Er in die Luft: ich halt's nicht aus! —
Da lacht der Schreiber hinterdrein:

Fahr' zu den Raben Hämmerlein!

Tu bist ein Kerl, du wär'st was nütz
Zum Knechte für Schindhudelwitz!

Das ist ja zum begraben:

Solch' Volk will Arbeit haben;

Sonst wird es schlimm! —

August Kopisch.

Werk/Gegenstand/Objekt

Titel

Titel/Objekt
"Der Teufel will Arbeit"
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Fliegende Blätter
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Aufbewahrungsort/Standort (GND)
Universitätsbibliothek Heidelberg
Inv. Nr./Signatur
G 5442-2 Folio RES

Objektbeschreibung

Maß-/Formatangaben

Auflage/Druckzustand

Werktitel/Werkverzeichnis

Herstellung/Entstehung

Entstehungsort (GND)
München

Auftrag

Publikation

Fund/Ausgrabung

Provenienz

Restaurierung

Sammlung Eingang

Ausstellung

Bearbeitung/Umgestaltung

Thema/Bildinhalt

Thema/Bildinhalt (GND)
Teufel <Motiv>
Karikatur
Gespann <Motiv>
Satirische Zeitschrift

Literaturangabe

Rechte am Objekt

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Universitätsbibliothek Heidelberg
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Fliegende Blätter, 2.1846, Nr. 29, S. 39 Universitätsbibliothek Heidelberg
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