Fliegende Blätter — 30.1859 (Nr. 705-730)

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Das Opfer.

(Schluß.)

rath!"'^ ^Tc verehrteste Fräulein Tochter, Herr Justiz-

„Wa^ was, meine Emilie?" rief dieser, „Teufel! jetzt
geht mir em Licht auf! der infame Kerl! den soll doch gleich
—^ Hören Sie, meine Herren! Ich muß Ihnen da etwas mit-
)eilen, das ich aus Gründen bisher verschwiegen habe. Von-
geö^ Jahr begleitete meine Emilie eine Tante in's Bad, sie
Ulstt dort große Gesellschaft, ein junger Mann macht ihr die
Cour, so ein Luftibus von einem Maler, er gefällt dem Mäd-

chen ; meine Schwester, die einen Narren an dem Menschen
gefressen hat, schreibt mir, der junge Mann habe ernsthafte
Absichten, besitze ein anständiges Vermögen, habe ein schönes
Talent, ich möge erlauben, daß man seine Bewerbung an-
nehme. Ich natürlich, das können Sie sich denken, setze mich
wie wüthend hin und schreibe: daraus wird ein für alle Mal
nichts; mein Kind ist zu etwas Besserem bestimmt, als zu
einer so unsoliden Partie. Also Marsch nach Hause und den
Lumpaci aus dem Kopf geschlagen! so will ich's, so muß es
sein, bei meinem Zorne! ES ist Ihnen bekannt, wenn ich in
einer Sache sage: bei meinem Zorn! so weiß Jedermann in
meiner Familie, daß nichts inehr'zu Widerreden ist und auch
nie mehr mit einem Wort darauf zurückgekommen werden darf.
Und nun, was thut der verdammte Kerl? Kommt hierher,
droht mir eine Nase, schmiert meine Tochter auf die Leinwand
hin, läuft ihr wahrscheinlich aus Weg und Steg nach, bringt
sie in's Gerede, blamirt mich —" „Ja," riefen die Andern,
„und macht sich nebenher die Freude, mit uns allen auf die
unverschämteste Weise seinen Spaß zu treiben, uns von einem
Sitz auf den andern zu jagen, und lacht sich dabei die Haut
voll!"

„Schon gut," sagte der Justizrath, „wer zuletzt lacht,
lacht am besten. Ich werde mich, werde Sie alle auf die
cclatanteste Weise rächen, verlassen Sie sich darauf. Morgen
Abend treffen wir uns zeitig. Da sollen Sie von mir hören."

Die Gesellschaft trennte sich und Jeder gab sich beim
Nachhauscgchcn alle Mühe, sich in eine möglichst große Auf-
regung hincinzuarbeitc», den Fremden vor sich selber recht
schlecht zu machen und die durch ihn erlittene Kränkung mög-
lichst in's Breite zu malen.

Am andern Morgen beim Frühstück brach im Hause des i
Zustizraths eines der furchtbarsten Donilerwctter los, die man
je von dem hitzigen alten Herrn erlebt hatte. Emilie, ob-
wohl sonst sesn erklärter Liebling, mochte noch so heilig ver- '

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Werk/Gegenstand/Objekt

Titel

Titel/Objekt
"Das Opfer"
Weitere Titel/Paralleltitel
Fliegende Blätter
Quelle des Titels
Sachbegriff/Objekttyp
Grafik

Inschrift/Wasserzeichen

Aufbewahrung/Standort

Aufbewahrungsort/Standort (GND)
Universitätsbibliothek Heidelberg
Inv. Nr./Signatur
G 5442-2 Folio RES

Objektbeschreibung

Maß-/Formatangaben

Auflage/Druckzustand

Werktitel/Werkverzeichnis

Herstellung/Entstehung

Künstler/Urheber/Hersteller (GND)
Stauber, Carl
Entstehungsort (GND)
München

Auftrag

Publikation

Fund/Ausgrabung

Provenienz

Restaurierung

Sammlung Eingang

Ausstellung

Bearbeitung/Umgestaltung

Thema/Bildinhalt

Thema/Bildinhalt (GND)
Tochter <Motiv>
Zorn <Motiv>
Weinen <Motiv>
Kaffee
Karikatur
Partnerwahl
Vater <Motiv>
Familie <Motiv>
Zimmer <Motiv>
Satirische Zeitschrift

Literaturangabe

Rechte am Objekt

Aufnahmen/Reproduktionen

Künstler/Urheber (GND)
Universitätsbibliothek Heidelberg
Creditline
Fliegende Blätter, 30.1859, Nr. 706, S. 9 Universitätsbibliothek Heidelberg
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