Fliegende Blätter — 30.1859 (Nr. 705-730)

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Bilder aus den Erlebnissen des Herrn Hieronymus Stränßle

X. Die Schildwnche.

Wie ich noch für mein' Vater fiin Geschäft I;ic und da
I)a6 fHeifeit machen müssen, bin ich auch einmal mit einem
früheren Jugendfreund von mir, dem jetzigen Gutsbesitzer v.
Mitz zusammenkommen. No. wie cs halt da bei einem Glas
Wein geht, cs wird viel herum und hinum geredet, — end-
lich sagt Mitz zu mir: „Stränßle, geh' doch auf einige Tag'
zu mir auf mein Gut, cö ist jetzt g'rad' schöne Jagdzeit, —
zum Schießen gibt's auch etwas, — geh' mit auf einige Tag',
Du unterhältst Dich bestimmt gut." — Ich sch^g- gleich ein,
und am andern Tag bin ich auch schon mit dem Mitz auf sein
Gut hinaus. — Wie treiben uns da ungefähr so drei Tage
ganz fidel herum, — endlich sag' ich, daß ich doch wieder

weiter muß, weil mein Fuhrwerk auch noch in der Stadt
gestanden ist. — Sagt' der Mitz d'raus: „wciß't was, —
wir halten morgen Jagd, und da kommen wir bis ans
drei Stündl an die Stadt, Du machst ein paar Trieb mit '
und kannst nachher die paar Stündl iu dicStadthinciugchcn." ,
— „Recht hast," sag' ich d'raus, und so ist halt am andern
Tag die Jagd los'gangcn. — Ich Hab' mitgemacht bis
Nachmittag um zwei Uhr, nachher Hab' ich mir den Weg
durch den Wald zeigen lassen; der Schullehrer, der dabei
war, sagt' noch zu mir: „Sic! wcnn's ein halb's Viertel-
stündet nicht achten, so gchcn's beim ersten Weg, der rechts
absührt, in den Wald hinein, Sic kommen dann in ein paar
Minuten auf die Straß' und ein Paar Schritt weiter
steht ein Wirthshaus, der Wirth ist zwar ein kreuzgrobcr
Kerl, aber man ißt recht gut dort." — „Ich dank," !
sag' ich, „Herr Lehrer, das ist mir g'rad' recht, Hunger
Hab' ich so, wie ein Wolf, und nach den Wirth frag' ich !
nichts; — Hab' mich d'raus von der Gesellschaft bcab-
schicdet und bin den bczcichnctcn Weg in den Wald hinein.
Ich geh' da so fort und fort, mir wird die Zeit schon lang, !
ich schau ans meine Uhr und sehe, daß ich schon eine halbe
Stunde lang geh' und immer noch sch' ich kein' Landstraß' und
kein Wirthshaus. Der Wald wird immer dicker und der Weg
schlechter, man hätte ihn kaum mehr erkannt, wenn ich nicht
Fußtritte im Schnee gesehen hält'. — Ich schau wieder auf
mein' Uhr, — cs ist drei vorbei, — jetzt, denk' ich mir,
jetzt bist irr gangen, — was ist jetzt zu machen? Ich besinn !
mich nicht lang und geh' den Fußstapfen nach. Es kann so
dreiviertel ans vier Uhr gewesen sein, es ist schon ganz dunkel
worden, — hör' ich auf einmal Fußtritte, und gar nicht
lang d'raus kommt ein Mann daher gegangen, ich sag' ihm,
daß ich irr gangen war u. s. w.

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Werk/Gegenstand/Objekt

Titel

Titel/Objekt
"Bilder aus den Erlebnissen des Herrn Hieronymus Sträußle"
Weitere Titel/Paralleltitel
Fliegende Blätter
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Grafik

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Aufbewahrungsort/Standort (GND)
Universitätsbibliothek Heidelberg
Inv. Nr./Signatur
G 5442-2 Folio RES

Objektbeschreibung

Maß-/Formatangaben

Auflage/Druckzustand

Werktitel/Werkverzeichnis

Herstellung/Entstehung

Entstehungsort (GND)
München

Auftrag

Publikation

Fund/Ausgrabung

Provenienz

Restaurierung

Sammlung Eingang

Ausstellung

Bearbeitung/Umgestaltung

Thema/Bildinhalt

Thema/Bildinhalt (GND)
Gastwirt
Gaststätte <Motiv>
Gast <Motiv>
Empörung
Gastwirtin
Karikatur
Umgangsformen
Satirische Zeitschrift

Literaturangabe

Rechte am Objekt

Aufnahmen/Reproduktionen

Künstler/Urheber (GND)
Universitätsbibliothek Heidelberg
Creditline
Fliegende Blätter, 30.1859, Nr. 721, S. 129 Universitätsbibliothek Heidelberg
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