Fliegende Blätter — 30.1859 (Nr. 705-730)

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Der tapfere Mörsbnrgcr.

In der verhängnißvollcn Nacht vom 23. ans den 24.
Juni 1796 stand ein Mörsbnrgcr bei Kehl am Rhein auf
Vorposten. Er gehörte zu den Grenadieren des Regiments
Wolfegg, die mit den übrigen Truppen des schwäbischen Kreises
einen Theil des großen Cordons bildeten, welchen das deutsch-
österreichische Heer von Basel bis Mannheim gezogen hatte, um

den Neufrauken das Eindringen in die deutschen Grenzen
zu verwehren. Es tvar eine unheimliche, stockfinstere Nacht,
und man konnte es dem biederen Schwabenherzen, das
da mutterseelenallein an den Gebüschen des Rheinnfcrs
stand, nicht verargen, daß es der Ablösung durch das
weiter rückwärts stehende Piket mit einiger Sehnsucht
entgegensah. Doch erwartete man eben jetzt keinen feind-
lichen Angriff, denn man wußte, daß der französische
Oberbefehlshaber Moreau mit seiner Hauptmacht sich
nördlich gegen die Linien von Mannheim gewendet hatte.

Eben schlug die Thurmuhr von Kehl zwei Uhr, der
Grenadier hatte sich, durch den anstrengenden Wachdienst
der letzten Zeit ermüdet, äüf sein Gewehr gelehnt und
war ein wenig eingenickt, da ließ sich vom Fluß her
ein dumpfes Brausen hören. Das Ohr des Wachehaltcnden
war im Dienste geschärft, er schüttelte rasch den Schlaf
ab, drang durch das Gebüsch näher zum Flusse hin und
lugte scharf aus. Allein so weit er sehen konnte, ließ sich
nichts Verdächtiges erblicken. Der Fluß machte etwas
weiter unten eine Krümmung, und das Gebüsch, mit dem
seine Ufer in dieser Gegend bewachsen waren, gewährte
ihm dorthin keinen Ausblick. Auch hörte er jetzt nichts
mehr, so eifrig er horchte. Es war wohl nur der durch
den Wind ihm vernehmlicher zugetragene Wellenschlag ge-
wesen. Beruhigt schritt er an seinen Standort zurück.
Plötzlich siel ein Schuß, dann ein zweiter, dann mehrere
zugleich. Ein furchtbares Getöse und lang anhaltendes Ge-
schrei vom Flusse her antwortete, eine donnernde Salve
folgte. Jetzt erhellte ein Blitz aus der Höhe die Finsterniß
und der Knall einer Kanone schlug an sein Ohr; er kam aus
der sogenannten neuen Schanze auf dem linken Flügel des
Kehler Cordons, die das Feuer gegen den Feind eröffnctc,

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Werk/Gegenstand/Objekt

Titel

Titel/Objekt
"Der tapfere Mörsburger"
Weitere Titel/Paralleltitel
Serientitel
Fliegende Blätter
Sachbegriff/Objekttyp
Grafik

Inschrift/Wasserzeichen

Aufbewahrung/Standort

Aufbewahrungsort/Standort (GND)
Universitätsbibliothek Heidelberg
Inv. Nr./Signatur
G 5442-2 Folio RES

Objektbeschreibung

Maß-/Formatangaben

Auflage/Druckzustand

Werktitel/Werkverzeichnis

Herstellung/Entstehung

Entstehungsort (GND)
München

Auftrag

Publikation

Fund/Ausgrabung

Provenienz

Restaurierung

Sammlung Eingang

Ausstellung

Bearbeitung/Umgestaltung

Thema/Bildinhalt

Thema/Bildinhalt (GND)
Soldat <Motiv>
Spähtrupp
Nacht <Motiv>
Überschreitung
Karikatur
Schusswaffe <Motiv>
Satirische Zeitschrift
Kehl
Rhein
Schwaben <Motiv>

Literaturangabe

Rechte am Objekt

Aufnahmen/Reproduktionen

Künstler/Urheber (GND)
Universitätsbibliothek Heidelberg
Reproduktionstyp
Digitales Bild
Rechtsstatus
Public Domain Mark 1.0
Creditline
Fliegende Blätter, 30.1859, Nr. 717, S. 97
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