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Pülz, Andreas; Forstenpointner, Gerhard; Österreichisches Archäologisches Institut [Contr.]
Das sog. Lukasgrab in Ephesos: eine Fallstudie zur Adaption antiker Monumente in byzantinischer Zeit — Forschungen in Ephesos, Band 4,4: Wien: Verlag der Österreichischen Akademie der Wissenschaften, 2010

DOI Page / Citation link: 
https://doi.org/10.11588/diglit.47141#0434
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15. ANTHROPOLOGISCHER BEFUND:
DIE MENSCHLICHEN SKELETTRESTE AUS DEM SOG. LUKASGRAB

Fabian Kanz
Karl Grossschmidt
Abkürzungen, die nicht im allgemeinen Abkürzungsverzeichnis (S. XXX f.) angeführt sind:
1 links
r rechts
LJ Lebensjahr
LM Lunarmonat

15.1 Einleitung
Die vorliegende Arbeit beschäftigt sich mit den aus der Unterkirche des sog. Lukasgrabes stammenden
menschlichen Skelettresten. Im Wesentlichen sind dabei drei Fundkomplexe (Taf. 218, 1) abzuhandeln.
Der erste umfasst ein Grab, das in der ursprünglichen Apsis lokalisiert ist und dessen Inhalt im Jahre 1999
unter der Leitung von A. Pülz in So 5 geborgen wurde1066. Dieser Komplex wird in der Folge aufgrund seiner
Lokalisation als „Apsisgrab“ bezeichnet.
Der zweite Fundkomplex beinhaltet ein Grab in der nordwestlichen Ecke der Unterkirche (So 2), welches
aufgrund seiner Belegung als „Kindergrab“ bezeichnet wird.
Drittens werden die in der übrigen Unterkirche (So 3 und 4) verstreuten Funde menschlicher Knochen
zusammengefasst unter „Funde in der Unterkirche“.
Die menschlichen Überreste aus dem „Kindergrab“ sowie jene aus den So 3 und 4 wurden im Rahmen
der Grabungskampagne 1998 geborgen1067.

15.2 Methodik
Der Erhaltungszustand der Skelette wurde mit der Computersoftware „bone“ erhoben, ein spezielles, für die
Dokumentation von Skelettfunden entwickeltes Programm1068.
Zur Geschlechts- und Sterbealterbestimmung wurden weitgehend die Empfehlungen der paläodemogra-
phischen Konferenz in Sarospätäk berücksichtigt1069. Die Abrasion der Mahlzähne, die Alveolarresorption und
der Zahnsteinbesatz wurden nach den Schemata von D. R. B rothwell 1070 beurteilt. Die Körperhöhenschätzung
der erwachsenen Individuen erfolgt für die Frauen anhand der Algorithmen von H. Bach1071, die der Männer
mit den Algorithmen von E. Breitinger1072.
Die Sterbealterbestimmung der subadulten Individuen erfolgte mittels der Diaphysenlängen1"'' bzw. für
die pränatalen Individuen nach I. G. Fazekas und F. Kosa1074. Zusätzlich wurden, wenn möglich, die Durch-

1066 Pülz 2001a, 19; s. o. Kap. 5.4.1.
1067 Pülz 2001a, 15; s. o. Kap. 5.2.4.6.
1068 Kanz 1999.
1069 Ferembach - SCHWIDETZK.Y 1979, 1-32.
1070 Brothwell 1981.
1071 Bach 1965, 12-21.
1072 Breitinger 1937, 249-274.
1073 Stloukal - Hanäkovä 1978, 53-69.
1074 azekas - Kösa 1978.
 
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