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Friederichs, Karl
Berlins antike Bildwerke (Band 2): Geräthe und Broncen im Alten Museum — Düsseldorf, 1871

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https://doi.org/10.11588/diglit.815#0028
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I. Das Hausgerätli.
Á. Toiletten- und Schmuckgeräth.

1) Die Spiegel.

a. Die griechischen Spiegel.

Im ganzen Alterthum war der Gebrauch von Metallspiegeln
vorherrschend. Man kannte zwar auch Glasspiegel, die in den
berühmten Glasfabriken Sidons erfunden sein sollten1), allein
sie waren, wenn wir nach den Funden urtheilen dürfen, wenig
in Gebrauch. Denn unseres Wissens ist nie ein Glasspiegel
gefunden. In Griechenland waren die Broncespiegel gewöhn-
lich, die man in einfacher, unverzierter Form überall in den
griechischen Gräbern und mit bildlichem Schmuck besonders
oft in Korinth findet. Es sind kreisrunde Broncescheiben, oft
grifflos, und wenn sie mit einem Griff versehen sind, doch
verschieden von den etruscischen, die gewöhnlich nur einen
mit dem Spiegelrund zusammenhängenden Zapfen haben, der
in einen knöchernen Cylinder hineingesteckt wurde. Sehr
häufig sind auch Spiegel mit einem die Spiegelfläche schützen-
den Deckel, der entweder — und das ist das Gewöhnliche —
ganz abgenommen oder, vermittelst eines Charniers befestigt,
auf- und zugeklappt werden kann. Solche Spiegel werden zwar
gewöhnlich für Spiegelkapseln gehalten, doch ist entweder

Plin. hist. nat. 36, 193.
 
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