Gesellschaft für Vor- und Frühgeschichte in Württemberg und Hohenzollern [Editor]; Württembergischer Altertumsverein [Editor]; Württembergischer Anthropologischer Verein [Editor]; Württembergischer Geschichts- und Altertumsverein [Editor]
Fundberichte aus Schwaben — 1.1893

Page: 14
DOI article: DOI article: DOI Page: Citation link: 
https://digi.ub.uni-heidelberg.de/diglit/fundberichte_schwaben1893/0021
License: Free access  - all rights reserved Use / Order
0.5
1 cm
facsimile
14 —

Mayer, Föhr und andere, vergeblich versucht haben. Auch hier ist
es Steinhardt gelungen, charakteristische Bronzefunde zu heben,
die das Alter dieser Grabhügel einigermassen zu bestimmen gestatten.
Antiq. Zeitung 1893 Nr. 7.

Anmerkung. Für diese wie für die folgenden Statistiken (von Troeltsch
und Nestle) hat sehr dankenswerte Ergänzungen Herr Prof. Dr. K. Miller,
Stuttgart, geliefert.

Fundchronik vom Jalire 1893.

Von Major a. D. Freihr v. Troeltsch in Stuttgart.

I. Vorrömisch.e Zeit.

a. Steinzeit.

1) Am Wege zwischen Oggenhausen und Nattheim OA. Heiden-
heim bei der Ziegelei wurden wiederholt Steinwerkzeuge und
Topfscherben gefunden. Vermutlich sind dies Ueberreste einer
früheren neolithischen Ansiedlung; s. Bericht der archäologi-
schen Landesaufnahme des OA. Heidenheim durch Major z. D. Steimle;
2 solcher Steinwerkzeuge übergab derselbe der St. A. S.

2) Cannstatt. Beim Dohlenbau in der Deckerstrasse wurde
ein Skelett gefunden, bei welchem ein Meissei der neueren
Steinzeit lag. N. T. Nr. 96 v. 26. 4. 93. S. 2.

3) Ueber den Fund bei Hof Mauer, unweit Ditzingen OA. Leon-
berg, vergl. den folgenden Bericht von Dr. E. Fraas, S. 22.

4) Auf dem Einkorn — vermutlich einer alten Kultstätte im
OA. Hall -— fand Herr Oberförster Erhardt in Comburg ein Stein-
beil. Er übergab dasselbe als Geschenk an die St. A. S.

5) Zu Tuttlingen wurden im „Eggarten“ in einer Kiesgrube
beim Bau der Eisenbahnlinie nach Sigmaringen 2 durchbohrte
Steinbeile gefunden. Beide kamen in Besitz der St. A. S., das
eine durch Schenkung des Herrn Apotheker Stänglen von da, das
andere durch Kauf.

6) Esslingen a. N. Auf dem „Schelzwasen“, da wo jetzt das
Realschulgebäude steht, wurde ein grösseres Stück eines Hirsch-
geweihes gefunden mit deutlichen Spuren von Bearbei-
tung mit Stein Werkzeugen. Dasselbe ist in der Sammlung
der dortigen Skt. Nikolauskapelle aufbewahrt.

7) Friedrichshafen OA. Tettnang. Bei Baggerungen ausser-
halb des Hafens wurden an der „Burgstall“ genannten Stelle (etwa
30 m vom ehemaligen Leuchtturm entfernt) in der Tiefe von ca.
2,5 m zwei Korn quetsche r vom Pfahlbautypus gefunden. Die-
selben kamen in Besitz der St. A. S.

8) Bei Deisendorf A. üeberlingen in Baden wurde im „Branden-
loch“ hei Kulturarbeiten in einer sumpfigen Wiese ein Steinbeil
gefunden. Dasselbe gelangte in die städtische Sammlung von Ueber-
lingen.
loading ...