Gesellschaft für Vor- und Frühgeschichte in Württemberg und Hohenzollern [Editor]; Württembergischer Altertumsverein [Editor]; Württembergischer Anthropologischer Verein [Editor]; Württembergischer Geschichts- und Altertumsverein [Editor]
Fundberichte aus Schwaben — 1.1893

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geworden sind. Findet man daher Kupferobjekte in Formen der
mittleren und jüngeren Bronzezeit, so kann — soferne sie nicht aus
der Ferne importiert sind — ihre Anfertigung nur damit erklärt
werden, dass es zu jener Zeit gerade an Zinn fehlte.

Der so wichtige Kupferfund ist im Besitze des Herrn Ober-
förster Frank in Schussenried, dessen Umsicht es gelungen ist, den-
selben für unser Land und die Wissenschaft zu sichern. Möge es
dem um die Vorgeschichte so verdienten Herrn ermöglicht sein, zur
vollen Lösung vorstehender Frage uns recht bald mit weiteren Fun-
den aus seinem Bezirke zu erfreuen.

1 Die „Bissen“, etwa 2 km östlicli von Schussenried in einer kesselartigen
Mulde gelegen, war einst ein See, von dem jetzt nur noch x/3 besteht, der sog.
Olzreuter See.

2 W. Helbig, Das homerische Epos, 1. Aufl., S. 167, 168.

8 Dr. Mdch: „Baugen und Ringe.“ Eine Studie über das Ringgeld und
seinen Gebrauch bei den Germanen (Separatabdruck aus Nr. 4—6, IX. Bd. der
Mitteilungen der anthropolog. Gesellscli. in Wien), mit einer Tafel, Wien 1879.
Selbstverlag des Verfassers.

4 Durch die Güte des Herrn Professor Dr. Hell an der technischen Hoch-
schule in Stuttgart.

5 Eigentum der K. Staatssammlung vaterl. Kunst- und Altertumsdenkmale
in Stuttgart.

8 Z. B. in Reuth, K. bayr. Landger. Weiden, 100 Bronzeringe, in Bergen,
K. bayr. Landger. Traunstein, 108 Bronzeringe dicht beisammen liegend.

7 In der K. Staatssammlung v. K. u. A. in Stuttgart und abgebildet in
„Die Kunst- und Altertumsdenkmale in Württemberg“. Derselbe Halsschmuck
wurde in Tinsdahl a. d. Elbe (Schleswig-Holstein) und in Brüholm (Insel Fünen)
gefunden, s. Mestobf, Vorgeschichtl. Altert, v. Schlesw.-Holstein, und ethnolog.
Zeitschr. 1884 S. 479 und 1885 S. 179.

8 Im Besitz der IC. Staatssammlung v. K. u. A. in Stuttgart.

0 Wie z. B. in der neolithischen Pfahlbaute von Sipplingen am Ueberlinger See.
Die dort gefundenen Kupferbeile befinden sich in der K. Staatssammlung v. K. u. A.
in Stuttgart. Eines derselben ist abgebildet in v. Troeltsch, „Altertümer aus
unserer Heimat“ (archäol. Wandtafel) Nr. 16. — Die Fundstätte von Sipplingen,
wie viele andere in Europa, beweisen zugleich, dass die Kupferbearbeitung am
Schlüsse der jüngeren Steinzeit begonnen hat und den Uebergang von der Stein-
zur Bronzekultur bildet.

10 Solche sind bis jetzt nur von 7 andern Orten im östlichen Europa in
Ober- und Niederösterreich, Mähren, Siebenbürgen und Ungarn bekannt. Siehe
das vortreffliche Werk von Dr. Math. Much, „Die Kupferzeit in Europa“, 2. Aufl.,
1893, S. 164 ff.

11 Ganz dieselben Tutuli nebst Armspiralen, beide von Bronze, fand man
in Bronzezeithügein bei Schwörzkirch OA. Ehingen. Dieselben befinden sich in
der mineralogischen Sammlung der Universität Tübingen. Beide sind abgebildet
in K. Miller, Die Altertümer im OA. Ehingen, 1893, S. 20 (Sep.-Abdr. aus der
OA.-Beschreibung Ehingen).

Der Heidengraben.

Von J. Steiner, Major z. D. in Stuttgart.

Mit 1 Plan.

Unter diesem Hamen versteht man die'Hochebene von Erken-
brechtsweiler und Grabenstetten nordöstlich von Urach. Diese
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