Gesellschaft für Vor- und Frühgeschichte in Württemberg und Hohenzollern [Hrsg.]; Württembergischer Altertumsverein [Hrsg.]; Württembergischer Anthropologischer Verein [Hrsg.]; Württembergischer Geschichts- und Altertumsverein [Hrsg.]
Fundberichte aus Schwaben — 1.1893

Seite: 22
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Diese Tierarten kommen z. T. auch anderwärts vor, verdienen
jedoch in Bezug auf ihren geographischen Verbreitungsbezirk auch
bezüglich Haltnau verzeichnet zu werden.

II. Zur Flora gehörig.

Ausser dem früher schon beschriebenen Holze der Pfähle und
Balken wurden von Gegenständen vegetabilischen Ursprungs aus der
sog. Kulturschicht in einer Tiefe von ca. 1 m unter der Oberfläche
des Seebodens in einer Entfernung von 16—20 m vom jetzigen Ufer-
rand zusammen mit Steinbeilen, Bronze - und Glasstücken,
Thonscherben, Beingeräten, Hornfassungen eine Reihe
von vegetabilischen Ueberbleibseln ausgegraben, die z. T.
die Masse der Kulturschicht bilden halfen. Dahin gehören ins-
besondere die Schale der Walnuss, in grosser Menge zerbrochene
Haselnussschalen mit ganzen Nüssen, die Zapfen des Lärchenbaums,
Steine der Schlehe, Pflaume, Zwetschge, Eicheln, gesprengte Pfirsich-
schalen, Kerne von Aepfeln, in grosser Menge solche der Waldkirsche,
der Same einer Seerose, der von dem der Nymphaea alba verschie-
den ist, besonders zahlreich die Samen der Weinrebe, Vitis vinifera.
Diese Samen kamen erst dann zum Vorschein, wenn die Schaufel
die Humusschicht in der erwähnten Tiefe berührte, die von einer
feineren Kies- und gröberen Geröllschicht ca. 1 m hoch bedeckt zu
sein pflegt, über welcher das Wasser des Sees 0,5—3 m tief ist.
Neuere Zugänge zu diesen Humusschichten, die gewöhnlich auf Lehm-
boden aufliegen, sind ausgeschlossen, da das Wasser, das fast immer
darüber geht, wenn es bewegt ist, dieselben wegspülen muss und
durch die groben und feinen Kieslagen hinab, welche Pickel und
Schaufel schwer bearbeiten, so leichte Körper nicht leicht dringen.
So kann es nicht zweifelhaft sein, dass die hier gefundenen Samen
uralte Pflanzenprodukte sind. Neuerdings wurden ausser Alisma
Plantago (Froschlöffel) noch gefunden die Samen: 1) einer Art Hahnen-
fuss (Ranunculus), 2) von Wasserpfeffer (Polygonum, persicaria),

3) von einer den Caryophylleen oder Sileneen angehörigen Art
Saponaria.

Neolitliisehe Wohnstätten bei Hof Mauer, ausgegraben von
Dr. E. Kapff, Cannstatt, und Dr. E. Fraas, Stuttgart.

Von Dr. E. Fraas.

Wie bereits in einer Sitzung des Anthropol. Vereins berichtet
wurde, machte E. Kapff interessante Funde von Scherben und
Steinwerkzeugen in der Nähe von Hof Mauer. Das Interesse,
welches diese unscheinbaren Funde wegen ihres hohen Alters be-
anspruchten, veranlassten eine weitere Untersuchung, welche folgen-
des ergab:

An dem sog. Heupfad, welcher sich auf der Höhe zwischen
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