Deutsches Archäologisches Institut [Editor]; Archäologisches Institut des Deutschen Reiches [Editor]
Jahrbuch des Deutschen Archäologischen Instituts: JdI — 24.1909

Page: 194
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Fr. Versakis, Das Skenengebäude des Dionysos-Theaters.

Das Skizzenbuch in Windsor stammt aus dem Besitze des Dal Pozzo, der i. J.
1657 starb; man nimmt mit Recht an, die Mehrzahl der darin enthaltenen Zeichnungen
sei in der ersten Hälfte des 17. Jahrhunderts entstanden. Das würde auch für unsere
Blätter zutreffen. Zu der Bibliographie wäre hinzuzufügen, daß Casali in seiner
Schrift De thermis et balneis veterum eine Wiedergabe der Reliefgruppe im Gegensinne
brachte (Gronovius, Thesaurus IX zu S. 638), aber nicht nach dem Originale, sondern
nach der Abbildung bei M. Fabius Calvus (Abb. 2 in unserer ersten Publikation).
Rom, November 1909. W. A m e 1 u n g.

DAS SKENENGEBÄUDE DES DIONYSOS-THEATERS.

Eines der Epistylien der neronischen Bühne des Dionysos-Theaters (Abb. 1)
ist nur ungefähr 2 m weit ausgearbeitet und .das übrige 0,42 m lange Stück unvollendet
geblieben und daher etwas dicker; das profilierte Ende weist an der Schmalseite
Anathyrose und an der oberen Seite eine Einarbeitung für eine I I - Klammer auf.
Die andere Schmalseite


hat keine Anathyrose und
trägt an der oberen Kante
zwei Vertiefungen. Dies
Epistyl hat auf der Büh-
nenwand gelegen und war
nur in dem ausgearbeite-
ten Teil sichtbar, das un-
vollendete Stück war in
die Westwand des öst-
lichen Paraskenions hin-
eingeschoben und die Ver-
tiefungen dienten dazu,

die quer auf dem Paraskenion liegenden Balken aufzunehmen. Darnach erstreckte
sich der architektonische Schmuck der Scaenae frons nicht auch auf die beider¬

seitigen Paraskenien, wie bei den Theatern von Aspendos, Termessos, Sagalassos u. a.
(vgl. Lanckoronski, Städte Pamphyliens und Pisidiens I Taf. XXI—XXVII, II
Taf. X. XI. XIII. XXVI).
Die von Dörpfeld in seinem und Reischs Buche über das griechische Iheater
S. 82 Fig. 27 abgebildeten Fragmente habe ich von der oberen Seite, worauf das
Geison lag, gezeichnet, und zwar von dem großen Inschriftblocke nur die beiden
Ecken (Abb. 2 a), die bei Dörpfeld darunter publizierten drei Stücke ganz
(Abb. 2 b—d). Die ursprüngliche Stellung dieser Epistylfragmente, über deren
Zusammenfügung und Ergänzung Dörpfeld noch keinen Aufschluß zu geben wußte
(a. a. 0. 84), ist von mir festgestellt worden; das kleine Fragment Abb. 2 d schloß
an das Fragment Abb. 2c an und war damit durch eine I—J-Klammer verbunden;
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