Journal für die Baukunst: in zwanglosen Heften — 3.1830

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i. Zimmermann, über Beton.

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1.

Einige Bemerkungen über die Festigkeit, Mischungs-
verhältnisse und Zubereitung des Betons, oder des
Mauerwerkes aus klein geschlagenen, mit Mörtel unter-
mengten Steinen, dessen man sich zuweilen, umFang-
dämme und Wasserschöpfen zu sparen, zur Funda-
mentirung von Bauwerken unter Wasser bedient.

(Von dem Herrn Bau-Inspector Zimmermann zu Lippstaclt.)

Von dieser den Kydrotecten, ihrer Anwendung und Zubereitung nach, aus
Beispielen und Anleitungen vielfach bekannten Mauerwerks-Breccie, für
welche noch eine kurz gefafste deutsche Benennung zu wünschen wäre,
verlangt man, dafs sie in vielen Fallen die Stelle einer soliden Unterstützung
gewichtiger Mauerwerks-Massen oder anderer Belastungen vertrete, und da
man von den Fundamenten eines Bauwerkes die vorzüglichste Sicherheit
verlangt, die oberen wasserfreien Mauerschichten, zu deren Aufführung
im regelrechten Steinverbande die gröfste Sorgfalt und der beste Mörtel
verwendet wird, an Festigkeit eher übertreffe als ihnen nachstehe.

Dieses Erfordernifs veranlafst die Frage, ob der Beton, wie er ge-
wöhnlich ist, solche Eigenschalten auch wirklich besitze, und welche allge-
meine Vorschrift zu seiner Zubereitung Statt finde.

Man nimmt dazu bekanntlich Bruchstücke von Steinen aller Art,
zerschlagene Kiesel und Geschiebe, groben Kiessand oder Grand, Ziegel-
Bruchstücke und dergleichen, letztere, so wie die Steinstücke, von der
Gröfse einer welschen Nufg, bis zur Gröfse der geballten Faust. Diese Ge-
men<itheile, bei welchen bald die einen bald die andern nach ihrer Ouan-
titiit vorherrschend sind, werden mit einer Mörtel-Mischung verbunden,
die aus Puzzolane, Trafs, Ziegelmehl, öder aus einem anderen künstlichen
Gemente, ferner aus Mauersand, ungelöschtem Kalk in Stücken, oder auch
gelöschtem Kalk in breiartigem Zustande, zusammengesetzt ist. Die
Mörtel-Ingredienzen werden zwar, ehe man die Steine hinzuthut, mit

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