Journal für die Baukunst: in zwanglosen Heften — 3.1830

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24, Einige Nachrichten von Büchern.

24.

Einige Nachrichten von Büchern.

1. Die zwei Strom-C oirpirung en h ei Br e it enh ur g; ausgeführt im TEi fi-
ter 1824 und 1825 unter der Leitufig des Ob ersten etc. C. H. Christen-
sen, und dar ge stellt von dessen Sohne G. A. H. Christensen, Assist enten
bei dem D eich-1 n sp e c t or at e etc. Hamburg, bei Perthes und Besser 182/.

Es ist anerkannt, dafs das Studium ins Einzelne gehender Beschreibungen
schwieriger Bau-Ausführungen dem angehenden Banmeister sehr nützlich ist; es möchte
daher dem Zwecke dieses Journals nicht fremd sein, auf Bücher, welche solche ent-
halten, aufmerksam zu machen. Die oben benannte Schrift enthält eine solche Be-
schreibung, und Ref. zeigt sie daher an, weil er sich nicht erinnert, dafs davon oft in
Zeitschriften die Bede gewesen sei, obgleich sie empfohlen zu werden verdient.

Am 15. September 1824 hatten die Fluthen der Stör (eines in der Nähe von
Itzehoe in die Elbe fallenden Flusses) einen Deich auf dem linken Ufer, in der Nähe
des Schlosses Breiten bürg, durchbrochen, und dadurch etwa \\ Quadratmeilen
Marschdistrict unterWasser gesetzt. Der Grundbruch mufste noch im Laufe des Win-
ters coupirt werden, und dies geschah in 17 Arbeitstagen, deren letzter der 21- Januar
1825 war, die Beendigung einiger Nach-Arbeiten ungerechnet. Aber durch die Sturm-
flutheu am 3. und 4. Februar 1825 wurden die Stördeiche wieder so stark angegrif-
fen, dafs neue Durchbrüche erfolgten, und diese machten wieder neue Arbeiten nöthig,
welche im Laufe des Sommers 1825 ausgeführt wurden-

Von allen dabei vorkomratenden sehr schwierigen Umständen und widrigen
Ereignissen giebt Hrn. Christensen’s Buch Nachricht. Es ist gröfstentheils in Form
eines Tagebuches yerfafst, und dadurch etwas weitläufig geworden, was aber hier
kaum zu tadeln sein möchte, weil der Leser nun um so mehr im Stande ist, dem
Gauge der Arbeiten zu folgen, und sich dieselben zu vergegenwärtigen.

2. Neugegründeter und vollständiger Unterricht in dem Ge-
ivolb-Bogen-Bau, gestützt auf Berechnung der Pressungen von Keil
zu Keil u.s. w., vom Dr C L. Rösling, Prof, der Math., und C. W. Rös-
ling, der Architectur Befl. Jj Im, in der Sletiinschen Buchhandlung, 1829.

Der Verfasser sucht die Dicke, welche einem Tonnengewölbe im Schlüsse,
und die, welche seinen Widerlagern nöthig ist, dadurch zu bestimmen, dafs er, wie
der Titel besagt, die Pressungen auf jeden einzelnen Wölbstein berechnet. Dawider
wäre nichts einzuwenden; wohl aber gegen die Annahme, dafs jeder Wölbstein ge-
gen den nächst folgenden, hauptsächlich in dem Puncte geprefst werde, in welchem
die ihre Scliwerpuncte verbindende gerade Linie, die (bei Fugen ohne Dicke) in ein-
ander fallenden Lagerflächen der Wölbsteine schneidet, indem solches mit den Erschei-
nungen, welche die Gewölbe darbieten, nicht übereinstimmt. Indessen ist die von
dem Verf. gegebene Theorie so folgerecht durchgeführt und so klar dargestellt, dafs
Bef. zum Studium des Buches rathen kann, um so mehr, da es vielleicht Jemand auf
eine Idee führt, die Statik der Gewmlbe der Vollkommenheit noch näher zu bringen.
Dem Verfasser ist zuzugestehen, dafs er die Kennlnifs der in Gewölben wirkenden
Kräfte gefördert habe.

Die Abänderungen an den Röslingschen Formeln, welche Bef. für nöthig
hält, können hier nicht angegeben werden. Davon vielleicht später und an einem an-
dern Orte. * *
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