Journal für die Baukunst: in zwanglosen Heften — 3.1830

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2. Dietlein, Vorlesungen über Slrafseii- Brücken- und JVasser - Bau. 87

forderlichen Krümmung biegt und dann durch Schraubenbolzen u. s. W.
darin erhalt, wahrend bei den oben beschriebenen das Holz nicht gebo-
gen, sondern wie die Felgen des Kranzes eines Mühlenrades ausgearbeitet
wird. Darin ist die Wichekingsehe Anordnung der vorbeschriebenen
vorzuziehen, dafs sie weniger Stöfse zwischen den Curven hat und fast gar
nichts über den Spalt geschnitten wird; aber auf der anderen Seite ist
die Arbeit beschwerlicher und viel weniger genau auszuführen möglich,
der Mehrkosten wegen der stärkern Rüstung nicht zu gedenken. Eine nä-
here Beschreibung des Wiebeking sehen Verfahrens kann hier nicht
Platz finden, und mufs dem mündlichen Vorträge Vorbehalten bleiben. Nur
mag bemerkt werden, dafs die Unglücksfälle welche die Wiebeking-
sehen Brücken betroffen haben, gewifs weniger und fast gar nicht in der
Mangelhaftigkeit der Bau-Art der einzelnen Rippen, sondern nur darin ih-
ren Grund haben möchten, dafs Wiebeking ihrer zu wenig angenom-
men, und Stirnpfeiler und Mitteljoche zu leicht gebaut hat, wahrscheinlich
um so wenig Kosten als möglich zu machen, und dadurch seiner gewifs
nicht zu verwerfenden Idee leichter Eingang zu verschaffen.

109. Bohlenbogen unterscheiden sich darin von den Holzbo-
gen, dafs die einzelnen Curvenreihen nicht über einander, sondern ne-
beneinander angebracht werden, also wie die Sparren von Bohlen-
Dachern. Ha aber je die folgende Reihe nur als eine Reihe von Laschen
angesehen werden kann, welche die vorhergehenden mit einander verbin-
det, so stehen die Bohlenbogen den Holzbogen, wenigstens bei Brücken,
bei weitem nach, und sie lassen sich höchstens zu leichten Brücken, in
Gürten und dergleichen, benutzen.

110. Es ist §. 105. gesagt, dafs für Spreu ge werke Stirnpfeiler
nothwendig sind. Die Art des Baues und der Gründung derselben ist der-
jenigen der Stirnpfeiler steinerner Brücken gleich, und w ird daher erst in
dem Abschnitte von diesen Vorkommen; eben so die Mittel, durch welche
man Jochpfähle gegen Ausspühlung sichert. Die Erinnerung an die Theo-
rie mufs ebenfalls hier übergangen und dem mündlichen Vortrage Vorbe-
halten werden.

(Die Fortsetzung im nächsten Hefte.)
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