Zentral-Dombauverein <Köln> [Editor]
Kölner Domblatt: amtliche Mittheilungen des Central-Dombau-Vereins — 1842 (Nr. 1-27)

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(Probeblatl.)

Kölncr

Dsmblatt.

Amllichc Millhcilungcn dcs Ccnlral-DomVau-Bkrkins,

mit gefchichtlichen, artistifchen und literarifchen Veitragen,

herausgegeben vom Vorstande.

Nr. I._Köln, Sonntag, 3. Juli_1842.

Profpeetus.

Seit dem Llugenblick, wo der Glaube an den Fortbau und die Vollendung des kölner Domes das deutsche Vaterland, unter freudiger
Theilnahme der ganzen gedildcten Welt, zu einem neuen, schönen Slceben veceinc, und diescr Verein in dem Proteclorate Fricdrich
Wilhelm's IV. die königliche Bürgschaft der thatkräftigsten Wirksamkeit und des slchecn Erfolges gewonnen hat, ist die Nothwendigkeit
eines Bereins-Organes, als eines geistigen Mittelpunctes des Vereins, eines Mediums, wodurch die ganze Mannigfaltigkeit des einzelnen
Wirkens und Strebens zur gleichzeitigen Erfcheinung flir die Gefammlheit kommen möchte, mit jedem Tage mehr erkannt, und der Mangel
desselben in der letztern Zeit bereits mehrfach zur Sprache gekommen. — Der Ünterzeichncte glaubte zur Abhülfe dieses Mangels
Einiges beitragen zu können, indem cr die „Kölnifche Zeitung" als kostcnfreie Vermittlerin zwifchen dem Vorstande und dem Publicum
zur Verfügung stellte. Die Anerkennung und Annahmc seines dcm Central-Dombau-Vereins-Vorstande desfalls gemachten Anerbietens hat die
damit wirklich wahrgenommene Sicherung und Förderung der VereinS-Jntcreffen außer Zweifcl gestellt. Die von dem Vorstande zur Heraus-
gabe des Vereins-Organes seitdem gethanen Schritte stnd mit dem besten Erfolge gekrönt worden. Die Concesston ist erfolgt, und für den
ganzen Umfang der preußischen Monarchie durch des Hercn General-Postmeisters Excellenz in besonderer Berücksichligung des erhabenen
Zwcckes die völlige Porto- und Proviflons-Freiheit hvchgeneigtest zugestanden. Der Unterzeichnete ist dahcr in der Lage, hiedurch anzuzeigen,
daß nunmehr als Eigenthum des Dombau-Vereins in seinem Csmmissions-Vcrlage erscheint: das

Kölner Domblntt.

Dasselbe wird, dem oben angedeuteten Iwecke nach, zunächst die amtlichen Mittheilungen cnthalten, die von dem Vorstande des
Central-Dombau-Vereins über seine eigene Wirksamkeit und über jene dec Hülfs- und sonstigen Vereine in möglichster Ausführlichkeit und
Wollständigkeit werden gegeben werden. Die dcsfallfige erste Abtheilung des Blattes umfaßt also die Protocolle, Berichte, Anzeigen, Bekannt-
machungen, Aufsorderungcn u. s. w. des Central-Dombau-Vereius, Mittheilungen über die Gestaltung und die Erfolge der Hülfs-Vereine und
über slles, was von diesen Vereinen und in ihnen durch gemeinschaftliches Streben und durch besonderes Wirken Einzelner geleistet wird; fle
gibt Nachricht von jeder fernerweiten Theilnahme an dcm Vercins-Zwecke und von der Förderung der Vereinsmittel, wie immer und in
rvelcher Weise sich diese Theilnahme und Förderung kund gibt; sie veröffentlicht die Verzeichniffe der Vereins-Mitglieder und der Beiträge,
und sie theilt endlich die sämmtlichen officiellen Actenstücke nochmal mit, die den Central-Dombau-Vcrein ;u Köln, von selnec Gründung bis
zum Tage der ersten Nummer des „Kölner Domblatts" zum Gegenstande haben; so, daß das „Kölner Domblatt" in diesem amt-
lichen Theile ein vollständiges Archiv aller Bestrebungen und Leijtungen des Central-Dombau-Vereins und der mit
ihm verbundenen Hülfs-Vereine in ihrem ganzen Umfange darstellen wird.

Jn der zweiten Abtheilung wird das „Kölner Domblatt" die Gefchichte der mittelalterlichen Baukunst im Allgemeinen behandeln, insbesondere
aber alles das mittheilen, was uns über die Geschichte unseres Doms und scines Baues aufbewahrt blieb; es wird andeuten und auszuführen
suchen, was in allgemein historischer und kunstgeschichtlicher Hinsichl auf unseren Dom odcr sonst auf die Theorie und die Technik der
Kirchenbaukunst des Mittclalters Bezug hat, und sich in dieser Hinsicht über christliche Bau-Svmbolik, über das Verhältniß des Bauwerks
zum Cultus und seinen Zusammenhang mit der Lirurgie verbreiten; es wird Ansichten, Meinungen, Vocschläge u. s. w. jeder Art über den
Modus des Fortbaues, die Beschaffung und Mehrung der Baumittel u. s. w. vorbringen, dabei jeder Ueberzeugunq und Auffassungsweise
freie Bewegung laffen, und keine andere ausschließen, als die vem Zwecke des Vereins, bec Fördcrung und der Vollendung des Werkcs selbst,
offenbar widerstreitet.

* . *

Das „Kölner Domblatt" erscheint von jetzt ab wöchentlich in diesem Formate und wird auf Kosten des Unterzeichneten
jeden Sonntag als Gratis-Zugabe zur „Kölnifchen Zeitung"
deren sämmtlichen geehrten Lesern mitgetheilt. — Während so das „Domblatt" ohne alle Kosten sür den Verein eine Vecbreitung in vielen
Tausend Eremplaren erlangt, wird dasselbe, um es jedcm Nicht-Abonnenten dieser Zeitung auf die billigste Weise zugänglich zu machen,

auch besonders ausgegeben und versandt,

und zwar so, daß jedem in Köln wohnendcn Extra-Abonnenlen das von ihm bestellte Exemplar Sonntag Morgens zugestellt wird, die Ver-
sendung nach auswärts jedoch crst Montags geschieht.

Der Pränumerationspreis für die Einzel-Ausgabe beträgt hier bei der Expedition der „Kölnischen Zeitung" (HochstraßeNr. 133)
wie auswärts bei allen königl. preuß. Postanstalten zehn Sgr. sür den Jahrgang; fünf Sgr. für den halben Jahrgang 1842. Der nach
Abzug der Kosten dieser einzelnen Exemplare sich ergebende Reinertrag fließt der Dombau-Vereins-Casse zu.

Fernere geneigte Bestellungen auf das „Kösner Domblatt" fnr den halbcn Jahrgang 18AL woüe man
baldigst, in Köln bei der Expedition dcr „Kölnischen Zeitung", auswärts bei der nächstcn Postanstalt, machen.

Der Verleger der „Kölnischen Ieitung", M. DuMont-Hchauberg.

Der vorstehende, unter unserer Mitwirkung abgefaßte und durch die „Kölnische Zeitung" bereits fcüher veröffcntlichte Pcospectus wird
über die Principien und Tendenzen dieses Blattcs keinen Zweifel übrig lassen. Was unsere Stellung zu dem Blatte betrifft, so bemerken
wir ausdrücklich, daß die uns von dem Vorstande des Dombau-Vereins in der Sitzung vom 18. April v. übertragcne oberste Leitung deS
Redactions-Geschäfts in einem Ueberwachen der zunächst von dem verantwortlichen Hcrausgeber wahrzunehmenden Redaction besteht, wobei
wir in so fern mitwirken, als wir, Namens des VorstandeS, über definitive Fassung und Jnhalt des Domblattes völlrg selbstständig beschließen.
Jn dieser Stellung werden wir darauf halten, daß alle außeramtlichen Miktheilungen stäts mit dem Namen oder der Chiffer des Verfassers
erscheinen, so daß wir nur die Handhabung der im Prospectus ausgesprochenen Principien, die Verfasser selbst aber den speciellen Jnhalt ihrer
Aufsätze zu vertreken haben.

Mit diesen Andeutungen über das „Kölner Domblatt" und übec unser Verhältniß zu demselben verbinden wir den hexzlichen Wunsch:
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