Zentral-Dombauverein <Köln> [Editor]
Kölner Domblatt: amtliche Mittheilungen des Central-Dombau-Vereins — 1842 (Nr. 1-27)

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Köluer

Domvla

Movaksfchrifk.

«« >

Amtliche Mitthetlungen des Lentral'Dolybau Vereins,

mtt gefchichtlicheu, artkstifchen nud ltterarkfchen Beiträgen,

herausgeg e b e n vom Vorstande.

Nr. „

Köln, Dinstag, g. September

1842

«gegebea und (jedoch erst Movraas) versaudt. Der Prjnumreattonr-Pre!« für dke Einzel-rusgabe, derea Reinertrag der Dombau-BeeeiaS-Caff«

auigegeben uab (jedoch erst Monrags) versaudt. -ver Pranumreanonr-Prek« sür die Siazei-Luigab«, derea Reinertrag der Dombau-BeeeiaS-Caffr zufliejit
beträgt hier bei ber Erpeditioa der „jtötnischea Zeirung" wi« auSwärt« bei allea k. preuß. Postanstalten 10 Sgr. sür dea Jahrgaag, 5 Sgr. für daS Halb^ahr 1842

^Lett Der GrundtteinLegunS )um Fortbau des Domes, am 4. September 1842.

Wtr gkauben «S unsern Lesrrn schuldig zu sein, von d«m Feste
«ekcheS ewig aie Ler Glanz« und Eentrakpunct LeS unter dew Sear»
LeS Himmrls wrd dem Schirw« Lrs erhabenen Schuyhrrrn gegrun«
Lekm VrrrineS in drn Iahrbüchern drr Geschichte verzetchnrk bleiben
wird, so schneL, als eS die Verhälwiffr immer grstatlen, Kunde zu
grben. Wie es drr 14. August 1248 drrrinst für daS rrste Gntstrhen
drr kikner Mrtrvpolitane war, so wird rS der4. Scptember 1842 für
de« Forlbau sein, der, von Preußens Köaigen beschloffen und bego».
«en, durch daS Welübde LrS verbündrten Deutschlands grheiligt nnd
besirgeit, von dlesem Tage an srine Festigung «nd unaufhaltsam«
Durchführung gcwinne» wird/l

Wie dirser hohe Tag schon am gestrkgrn Abend mkt allen Giockeu
eiugerLutet worden, so 'tönte rs auch heulr in drr Moraenftühe wiedrr
vom Dome und den übrige» Thürmen der heiliarn Stadt. und drn
rrhaden frierlichen Eindruck dieseS Geläutes vrrstarkte der Donner drs
GeschützeS. Gegrn 8 Uhr versammelken sich dir Mitglieder deS Dom«
bau-Vereins, mit den Äkennungs-Mrdaillen vrrsehrn, auf dem Neu-
markte, um "

Um 9 Uhr .

drn zahlreichen Deputationen der auswärtige» Hülfövereine u»d von
drn sämmilichen beim Domdau deschästigten Arbeitern: Steinmrtzen,
Maurer«, Zlmmerlruten, Dachdeckrrn, Schmirdea, Schlossero, An-
streichrr» und Glaser», welchr, mir dcm Schurz umgürtrt, dre mit wriß
uud rothrn Bäudrrn grschmückten Zcichen ihrrr Gewerbe trugcn. Der
Zug fttzte sich, vvn 2 Mnsikchörrn begleitrt, i» Bewrgung und be«
gab sich über die Apokeln« St. Aprrn« und Komödirnstraßr uach dem
Dome, wo dersrlbe sich rm iühor, »m Mltkelschtff und iu deu Vor»
hallen aufstellte. Jhre MajestLtr«, welchc vorher in drr evangrlischr»
Pfarrkirche dew Gottesdienstr beigewohnt, hatten Srch nebst deu höch«
sten u»d hohe« Herrschasteu ringefundrn und dir für Sie bestimmte«
riafach und grfchmackvoü decorirten Sitze ringenomwen. Das Jnnrre deS
Chores, nach ftiricr Herstellung rm ursprünglrchea Glanze zum «sten
Male dem GottkSdienste wiedcr eröffaet, rrrcgte bei allen Anwesrndrn rine
zuglrich sreudig« und erhebeade Ueberraschung. Das Pontifical»Amt
«ahm seinen Aafang, währenv vr,fe» oir yrrrnche berthoverr'schc Wcffe
iu v. vo» der durch zablreichen Mussikftrunde verstärkten Domcapelle
vortrefflich autzesührt wurde. Nach dem Hochamte ging «nter drm
Geläure der Domglocken der Zug durch das west'iche Hauptportal,
übrr drn Wallrassplatz, unter FrtteUhennen, durch die Trankgaffe, über
das Margarrthenkloster uad durch dle groß« Sporrrgaffe auf den Dom»
hof. Dieser, den Dom im Krrise umschlirßrnde Weg war aufs schönste
geschmückt: Handrrte bunt verzierter, durch Laudgewlnde mir rmander
verbundener hsher Stäbe lrugen in Mcdailloas das erzstiftlichr »nd
die städtisch?nWappen, so wie Lir Ramea der ^ämmilichrli Lombau.
Hülfsvereine. Die Häuser waren von d-n Bewohnern mit bunke»
Trppichen festüch verziert. Den Zug eröffaete ein Musikckor, drm
«umittelbar das VrrrinSbanner folgte, vo» den zwanzig aus den ver»
schirdrncn Pfarren grwLhlren.Vcret»S»A«ltesteu begleitet. SrnstZwrr»
»rr, deS DombaumeisterS Söhncheü i» altdrutscher Tracht, hirlt den
zur Erde hercchhangendeu Aipfel des Bannrrs. Unmittelbar nach dem»
ftlbrn kamen, dcn Dombaumerster a» drr Spitze, Dic Dombau.Beam-
trn und die Werkleute. DirseN schloß stch der Vorstand des Central«
Domban«VrremS nebst den Drputationea drr ftemde» HLlfsvereine

Seine Durchlaucht der Herzog Prosper von Arrnberg «nd Her
v. Sulpitz von Borsseree. Ein zweites Musikchor trennte' Vie erste
von der zwekten Adtheilung des ZugeS. Von dm Domschweizrr« und
den Kirche cdieuern geführt, folgle daS Pfarrer»Cvlleaium, die8!u«ürÄ
des erzbischöfliche» Priestrr-Seminars, die Domgeistlichkekt.dat Ms--
tropolltan»Kaprtel und zulrtzt d.er Hochwürdigste Erzbischof»Coadjutt-r.
Den Schluß drldete einr zahlkrichc Schar ftemder nnd einheimischrk
hüherer Militär« und Civilbeamtrn, brsonders auch aus dem Gefolge
der brr der Frier anwesenden höchstm uvd hohen Herrschasten, dne»
mannrgfaltkge und reich« Uniformen den Glanz des Zuges erhihte«.
, Auf dem Domhofe hatten sich inzwischen, durch je zwökf Zöglmge
repräseatirt, die Pfarr, und Armenschulrn, daS WaisenhauS nad die
Prrvat»Töchterschulrn mit ihren Vorstrhern und Fahnrn aufgrstellt.
Zwischen dem Chore «nd dem sädlrchen Lhurme war über de« »en
grlegtrn Fundamente eine hvhe Trrbuue rrrichtet, ia Leren Mktt« sich
riu größrrrr achteckiger Pavillon brfaad, von welchrm au beide» Sei«

wohl übereinstimmende», äußerst imposanten und zngleich überrascheÄ
heitern Anblick dar. Im Pavillon wareu die Taftln mit drn Plarv
Zeichnungen des Domrs ausgehängt.

Ehe der Zug noch fein Ziel erreicht hatte, waren Jhre Majestäte»
der König und die Königrn, von deu höchsten und hohe« GLsten beo
gleitet, auf der Trrbuue rrschienen. Ein allgemeiner Jubelrufvoa de«
zu Tausenden versammelten Zuschauero, die nicht allrin die für dre-
ftlben bestnumten Sitzplätze sondern arrch dir Fenstcr uad srldst die
Dächer aller benachbarten HLuser eruuahmeu, degrüßte daS geliebte
Herrscherpaar. Ietzt trug die Schuljugrud folgendeS Lied vor:

Srey berab «it WshigesaLeu, d

Herr i auf Deiacr BalkrL Schar,

Dai ia Deiae« Tempel« HaLea
dag vor Deiaem Hochaltar.

Uad gelobt, durch frsmme Speaderr
sLu« der nirrten Cheistenhekt
Dir nach Kräftcn za velleaden
Diese« Hau« vsll Hervrichkeit.

Wnr« Du, Herrl »lcht aaf aa« schaveß.
Nimmst d«S Werk in Deive Hue,

Mit ua« prüfest, mit an« dauest/

Bleibt vergebiich, wa« «aa thut.

Darum wird ia deinem Ramea
Rua gelegt der erstr Steio,

Deiae «llmacht spreche „Lmea l"
vaan wird uaser Bau geb»iya.

Ia dir Wolke, soll rr steigra,
Richt za »aserm «itela Auhm^
Rur aut deiae Triße zeigea
Soll allela die« Heitigthum.

Und »ie fich di« Lugeu hebe»,

S- dke Herzea zieha za Vir,

«i» Da Wohauag ua« «irst geira
Dort, für diese Wohauag hier.

Unter dftsem Gesa»ge »erließ der Köuig dte Tnbüne u»d «ster»
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