Zentral-Dombauverein <Köln> [Editor]
Kölner Domblatt: amtliche Mittheilungen des Central-Dombau-Vereins — 1842 (Nr. 1-27)

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mit gefchichtlichen, artistischen und literarifchen Beiträgen,

herausgegeben vom Vorstande.

Nr> 7._Köln, Sonntag, 14. August_1842.

Das „Kölner Domblatt" erscheint jeden Sonntaz als Gratis-Iugabe zur ,/Kölnischen Ieitung"/ wird außerdem aber auch besonders
ausgegeben und (jedoch erst Montags) versandt. Der Pränumerations-Preis für die Einzel-Ausgabe, deren Rdinertrag der Dombau-Vcreins-Caffe zufließt,
beträgt hier bei der Erpedition der,,Kölnischen Zeitung" wie auswärts bei allen k. preuß. Postanstalten 10 Sgr. für den Jahrgang; 5 Szr. für daS Halbjahr 1842.

Amtliche Mittheilungen

Neuntes Protocolt
des

Dombau-Bereins-Borstandes

Berhandelt zu Köln auf dem grvßen Rathhaussaale, am 12. August
1842, Nachmittags 3 Uhr.

Gegcnwärtig die Herren: v. Wiltgenstein, Präfident; Freiherr v.
Münch-Bellinghausen, Steinberger, v. Ammon, Berghaus, v.D'Ester,
Kerp, Compes, Neven, S. Oppenheim, Mülhens, I. M. Farina,
v. Hohenschutz, Weyer, Wilh. Bartman, Franck, Wilh. Hennekens,
Graf v. Fürstenberg-Stammheim, Seydlitz, DuMonk, Rolshausen,
v. Herwegh, Reichensperger, v. v. Groote, v. CoUenbach, v. Schweitzer,
v. Haass H. Haan, Awirner, Boden, Esser »., Bohl, Biercher,
L. Camphausen; Bkoemer, Protocollführer.

Schriftlich entschuldigt für die heutige Sitzung Herc v. Bianco;
mündlich die Herren v. Gerlach, Deichmann, Merkens, Fr. Heuser.

Der Präsident eröffnet die Sitzung durch folgenden Vortrag:

„Jndem ich die heutige vrdentliche Monatssitzung des Vorstandes
eröffne, habe ich zunächst mcin Bedauern auszusprechen, daß Seine
Erzbiscköfliche Gnaden, der Herr Coadjutor von Geissel, durch Ab-
wcsenheit verhindert ist, den Ehren-Vorsitz in der heutigen Versamm-
lung zu führen. Mit der Anzeige Jhrer Behinderung habcn Seme
Erzbischöfliche Gnaden die Mittheilung der huldvollen Antwort ver-
bunden, welche Seinc Majestät der König von Baiecn auf die Dank-
Adresse des VereinS, unterm 28.Juli c.> an Hochsie und den Vorstand
des Vereins zu richten geruht haben. Zch beehre mich, dieselbe voczu-
tragen:

„„Herr Coadjutor von Geiffel! Mit Vcrgnügcn las Zch die
Zuschrist, welche Sie und die Mitglieder dcs Vorstands des Ver-
eins für den Ausbau des kölner Doms — dieseS, spätesten Zei-
ten von „der Teulschen" Einigkeil, ihrem frommen Sinn und
Verständniß der Kunst zeugen sollenden Denkmals — an Mich
gelangen ließen. Gerne ergreife Jch diesen Anlaß, wiederholt aus-
zusprechen, daß Mich, jeneS große Beginnen unaufhaltsam näher
seinem Aiele zugeführt zu sehen, derselbe innige Wunsch be-
seele, wie Meines Hcrrn Schwagers und Freundes, des Königs
von Preußen, und, daß vollendet cS werde, Mir sehr am Herzen
liege. Auf Fortdauer der gemeinsamen Theilnahme, die ihm be-
reils geworden, — auf die Festigkeit tcutscher Gesinnung, — auf
tcutsche Beharrlichkeit in jedem einmal Begonnenen, stütze Jch die
Hvffnung für Unseres Wunsches Verwirklichung. Empfangen
Sie für den Ausdruck dessen, womit Sie und des Vereins-Vor-
standes Mitglieder, in der erwähnken Zuschrift vom 5. dieses,
Meines WirkenS für das Milbegründen und Fördernhelfen des
schönen Werkes gedachten, — Meineu aufrichligen Dank, und
dabei zugleich die Versicherung der Königlichen Huld und Gnade
Jhres Zhnen wohlgewogenen Ludwig.

„„Bad-Brückenau, 28. Zuli 1842.""

„Wenn auch die den Jnteressen des Dombaue« so hochgewogene
Gesinnung Sr. Maj. d-s Königs von Baiern und Allerhöchstdcssen
fester Entfchluß, denselben in seinen Landen allen Vorschub zu leisten,
schon längst in Wort und That sich auf das unzweideutigste bekundet
hat, se müsscn uns doch die in dcr so werthvollen Urkunde gegebcnen
huldrcichen Iusichcrungen mit Freude und dem lebhastesten Dankge-

fühle gegen den königlichen Gönner des großen Werkes erfüllen. Wir
dürfen wohl mit Grund hoffen, daß unser Unternehmen in Baiern
eine fcste und dauerhafte Grundlage sinden wird, womit auch die
bisher erfolgten Mittheilungen in den öffentlichen Blättern überein-
stimmen.

„Jn welchec erfceulichen Weise im Großherzogthum Oldenburg die
Dombausache Anklang und thätige Theilnahme gefundcn, haben Sie
dereits aus unserer Mitthcilung in Nr. 3 des „Domblattes" erfahren.
Wenn wir nach dem Maßstabe dcs Erfolges in kcm Großherzogthum
Oldenburg eine Wahrscheinllchkcits-Ber-chnung für die auch auS den
entferntern Theilen unseres.Vaterlandes zu hoffcnde Unlerstützung dec
Dombausache anlegen dürften, so würde kaum mehr zu zweiseln sein,
daß Deutschland seinen Dom ausbauen werde. Sehr zu bemerken ist,
daß dcr statutcnmäßige Beilrag des oldenburqer Hülfsvereins auf 10
Sgr. festgestellt ist, chonach die Ansicht des Verwaltungs-Ausschusses,
daß das Unternehmcn in der großen Masse dcs Volkes am festesten
wurzele, wohl bcstäti'gt erschcint.

„Die Einwohner unserer Vaterstadt haben fortgefahren, das hohe
Jnteresse, welches sie an der Erhaltung ihrer Kathedrale nehmen, auf
d>rs glänzendste zu bestätigen. Nach der gestrigen Aufnahme haben die
Einsammlunqen in Köln und Deutz bereits dic Gesammtsumme von
13,250 Thlr. 9 Sgr. 1 Pf. erceicht, bci welcher Summe noch nicht dieje-
nigen Bciträge in Anrechnung gekomme» sind, welche in den hicr und
dort aufgestellten Sammlungs-Büchsen (wie z. B. bei Hrn. Hof-Con-
ditoc Mosler, die bereils 139 Thlr. 15 Sgr. 3 Pfq. ergab) vor-
gefunden worden, und welche bei besonderen Vccanlassungen, sei es
von einzelnen Bürgern, sei es von der Gesammtheit, wie z. B. bei
dem Feste auf der Rheinau, beigebracht wurden. Auch ist das Ein-
sammlunqs-Geschäft noch in vielen Pfarrbezirkcn unbeendigt, also eine
wcitere „ickt unwescntliche Erhöhung des Total-Ertrags vorauszusehen,
besonders da gar viele weniger bemittelte Bürger den statutenmäßigen
Jahres-Bcitrag in vierteljährigen oder monatlichen Zahlungen zu lei-
sten übernommen haben.

„Die Bildung von auswartigen Hülfsvereinen hat in der letztm
Zeit di« erfreulichsten Fortschritte gemacht, und namentlich gestalten
sich die Vcrhältnisse der außerhalb Köln bestehenden Dombau.Vereine
zum hiesigen Eentral-Vereine immer erfreulicher und für die Sache
ersprießlicher. Wir können nicht genug die sich überall kund gebende
Theilnahme, die Thätigkeit der hochwürdigen Pfarrgeistlichkeit, der
Hcrren Landräthe und Bürgcrmeister rühmen, und müffen es erwäh-
nen, daß die edelste, reinste Gesinnung in den allseitigen Bestrebun-
gen, welche zu unsercr Kenntniß gelangen, hervortritt, und daß immer
mehr das einträchtige Zusammenwirken mit dem hiesigen Central-
Vereinc als daS förderlichste Mittel zum Zwecke erkannt wird.

„Fast überall hatte die hamdurger Katastrophe hemmend in die
eben begonnene Wirksamkeit der schon früher constituirten Hkilfsver-,
eine emgegriffen; fast überall ist jetzt das regste Leben und Wirken
für die Dombausache wieder einqetreten. Aus unserer Schwesterstadt
Aachen, wo in den nächsten Tagen die definilive Constituirung des
Dombau-Vereins und die Einsammlung der Beiträge erfolgen wrrden,
sind uns von Seiten des provi'sorischen Vorstandes die erfreulichsten
Ausicherungen geworden, auf welche wir um so höhern Werth zu
legen Ursache haben, äls uns die Ueberzeugung inwvhnl, daß hie
mächtigen Städte im Stromgebiete des Rheines zunächst berufen si'nd,
mit uns für die Erhaltung der Kirche am Rheine einzustehen.

„Die Angelegenheiten des Dombaues in dem Rezierungshezirk
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