Zentral-Dombauverein <Köln> [Editor]
Kölner Domblatt: amtliche Mittheilungen des Central-Dombau-Vereins — 1842 (Nr. 1-27)

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in der Provinz Sachsen bereits gebildet hatten, werden sich als Lo-
calvereine mit dem Central-Vrrein zu Magdeburg verbinden. Jn
Pommern besteht, einer Nachricht des Herrn Ober-Präsidenten von
Bonin zufolge, bereits ein Verein in Stettin, ein anderer sollte sich
in Stralsund bilden; es steht zu erwarten, daß diese und andere Lo-
calvereine sich in ähnlicher Weise für die ganze Prvvinz verbinden wer-
den. Jn Schlesien ist ein Centralverein für die Pcovinz gestiftek
worden. Jn Preußen findet die Sache ebenfalls vielen Lnklang, die
Bildung eines Centralvereins und mehrer Lvcalvereine scheinc bisher
nur durch Nebenumstände verzögert worden zu sein. Auch in Posen
sind Einleitungen zur Bildung von Vereinen getroffen; inzwischen
sind mehre Beiträge, unker anderen der oben bereits bemerkte vom
hochw. Metropolitan-Capitel zu Gnesen, uns direct eingesendet worden.
AUerdings wäre zu wünschen, daß die östlichen Provinzen in einen ge-
meinschaftlichen Verband träten, wofür die Form sich leicht finden
würde; doch wird der becliner Verein gern jeden Anschein vermeiden,
als wolle er die Vecmittelung mit der kölner Dombau-Behörde und
dem kölner Centralverein irgend einem Verein in den genannten Pro-
vinzen aufdringen. Jn Westphalen haben sich mehre Vereine, z.B.
zu Münster, Hamm, Arnsberg u. s. w. gebildet; ob sie sich alle dem
erstern als Centcalverein anschließen werden, darüber fehlen uns die
Nachrichten; in der Rheinprovinz hingegen bildet der kölner
Central-Dombau-Verein den Mittelpunct sür alle übrigen Lo-
cal-Vereine; er verfolgt sein Ziel mit vieler Thätigkeit und scheint in
der Stadt und Provinz immec mehr Theilnahme zu gewinnen. Eine
eigene, jede Woche erscheinende Zeitung, welche zugleich mit dcr „Köin.
Zeitung" ausgegeben wird, das „Kölner Domblatt", ist dazu be-
ftimmt, alle den Bau und die Vereine betreffenden Nachrichten zu
verbreiten. Eine Anzahl uns übcrsandter Probeblälter dicser sehr wohl-
fcilen Zeitung (10 Sgr. der Jahrgang) liegen zur Ansicht. Der
baierische kölner Dombau-Verein hat sich schon über alle
Kreise des Königreichs verbrcitet und seine Verbindung mit denselbcn
auf Grund seines Statuts ganz geregelt. Mit beiden Vereinen sind
freundliche Verbindungen angeknüpft und sorgsam gepflegt worden."

Der Schatzmeister erstattetc sodann Bericht über die Personenzahl
und die Einnahme des Vereins. Die Einnahme beträgt vom 1. April
bis zum 27. Juli 1842, außer dem noch nichk vollständig berechneten
Ertrage der Ausstellung im Atelier des Herrn Professors Rauch 2686
Thlr. 1 Sgr., nämlich:

l. Durch Aahlungen ein für allc Mal, zur Begründung der Mit-
gliedschaft für immer, 43 Bciträge, von 25 bls 100 Thlr., im Gan-
zen 1438 Thlr. 10 Sgr.

n. Durch jährliche Zusicherungen, 4 Beiträge zu 50, 60, 150 und
200 Thkr., wodurch zugleich die beständi'ge Mitgliedschaft crwocbcn ist.
429 Beiträge von 1 bis 11 Thlr., welche zur Mitgliedfchaft auf di'e
Dauer der Theilnahme berechligen. 30 Beicräge unter einem Thaler.
Zusammen 1019 Thlr. 10 Sgr.

m. Durch außcrordentliche Geschenke, 89 Beiträge, von 5 Sgr. an
bis 15V, Thlr., wobei cinige Sammlungen, im Ganzen 228 Thlr.
11 Sgr. — Summa des Ganzen 2686 Thlr. 1 Sgr.

Anmerkung. Unter einer Cassen-Nummer und Beitragssumme sind
bisweilen die Beisteuern mehrer Personen vereinigt, wie z. B. die des
Hülfs-Vereins zu Freienwalde und die des platten Landes des ober-
barnim'schen Krcises.

Der Secretär verlas das Schreiben des Vereins-Vorstandes an Se.
Majestat den König Ludwig von Baiern, worin von der Bildung des
hiesigen Vereins Nachricht gegeben wird, nebst der huldreichen Ant-
wort Sr. Maj. vom 2. Juli, ferner daS Vereins-Statut und die Al-
lcrhöchstc BestLtigung desselben aus dem Ministerialschreiben vom 31.
März.

„Somit legken wir", schloß der Vorsitzende diesen Theil der Ver-
handlungen, „Rechenschast ab von dem, was wir bisher im Jnteresse
des Vercins gethan haben; dies alles konnte sich nur auf Vorberei-
lungen beziehcn, indem es zunächst darauf ankam, dem Vcceine eine
feste Grundlage zu geben und sie ihm selbst unter den vorerwähnten
ungünstigen Umständen zu sichern; aber schon in der nZchsten Gene-
ral-Versammlung wird von dem Vorstande ein mehr die Sache selbst,
welche wir fördern wollen, den kölner Dombau, betreffender Bericht zu
erstatten sein. Ein Schreiben deS Central-Dombau-Äereins zu Köln
vom 12. d. setzt uns davon in Kenntniß, daß an einem der ersten
Tage des September der Grundstein zu dem Fortbauc des Domes
(am südlichcn Portale) vsn unserem Könige in feierlicher Weise ge-
legt werden ssll, und daß Se. Maj. den Wunsch zu erkennen gege-
ben haben, bei dieser Feier möchten Abgeordnete der sämmtlichen
beutschen Dombau-Vereine zugegen sein. Auch ist es bekannt,
daß an diesemTage seitJahrhunderten zum ersten Malewie-
der der Domkrahn, dies ernste Denkzeichen einer trüben, in stch zer-
fallenen Zeit, Bausteine zum Fortbaue des südlichen Thurmes herauf-
ziehen wird. Möge der Thurm fortwachsen und der alte ehrwürdige
Dom mit ihm und mit beiden das, was diesen Stcinmassen frisches
Leben eingehaucht hat, Eintracht, deutscher Sinn und der Geist
cchtcr Duldung!"

Bei der hierauf vorgenommenen Wahl ergab das Scrutinium, wel-
cheS die Herren Prvfeffor Homeyer und Stadtrath Keibel gütigst über-
nahmen, die fast einstimmige Bestätigung des bisherigen Vorstandes.
Der Vorsttzende dankte Namens der Mitglieder desselben sür das ih-

nen geschenkte Vertrauen und zeigte tzorläufig an, daß im Spätherbste
eine Ausstellung zum Besten bcs Vereins und cine General-Äcrsamm-
lung Statt finden werde; worauf die Sitzung mit Vorlesung des Pro-
tocolls geschlossen wurdc._

Lorrel'ponden; - Nachrichten.

Koblenz, 4. Aug. Die hiesige Zeitung berichtet: „.... Jn einer
bereits am 16. Juni 1841 Statt gehablen Versammlung dcr hiefigen
Dombaufrcunbe wurde der Antrag gestellt, daß diese Versammlung st'ch
zu einem Vereine constituire, und zugleich dcr Entwurf zu einer Adresse
an die rheinische Ständevcrsammlung vorgelegt, wvdurch dicse gebeten
wurde, ,,„den besondern Schutz Sr. Maj. d'es Königs sür dicses Bau-
denkmal, so wie insbesondere Allerhöchstdessen Unterstützung zum Fort-
baue desselben zu erflehcn."" AuS den Verhandlungen dcs sechsten
rheinischen Landtages ist es bekannt, mit welchem Beifalle diese Denk-
schrrft aufgenommen wurde, und wie dieselbe der Ständeversammlung
eine erfceuliche Veranlassung gab, ,,„die wahrhaft zu eincr National-
angclegenheit gewordene Fürsorge für die Erhaltung und den Fortbau
des Domes zu Köln dem wohlwollenden Andenken Sr. Königl. Ma-
jestäk in tiefster Ehrsurcht zu empfehlen."" Bekannt ist auch die wahr-
hafl königliche Antwort, welche der Allerhöchste Landtagsabschied vom7.
Nov. 1841 brachte, und wocin Se. Majestät in dcn huldvollsten Wor-
ken Allerhöchstihr besonderes Wohlgefallen an dem von den Bewoh-
nern der Provinz dem erhabenen Bauwerke gewidmeten Jnteresse zu
eckennen gaben, und den zugleich verhcißenen besondernSchutz unmit-
telbar durch eine bedeutende außerordentliche Untecstützungssumme be-
thätigten. Mit der im Januar l. I. bekannt gewordenen AllerhSchsten
Genehmigung der Slatuten des kölner Centralvereins und in Folge
der von letzterem an Tag gelegten ungewöhnlichen Kraftentwickelung
zeigte sich allenlhalben in und außer Deutschland das rcgsamste Leben
in der Bildung von Hülfsvereinen, um jenes unvergängliche Denkmal
der höchstcn religiösen und künstlerischen Conception auf eine des er-
habenen Gegenstandes würdige Weise mit vereinten Kräften zu för-
dern und zur Vollendung zu bringen. So trat nun auch der hiesige
Hülfsverein im April d. Z. seine Wirksamkeit aufs Neue an, zunächstV:'
in Encwerfung seiner Statuten, welche unterm 6. Juli d. I. die Iu-
stimmung deS kölnec Hauptvereins erhielten. Jn einer gestern Statt
gehabten Generalversammlung wurde nun statutenmäßig zur Wahl
des definitiven Vorstandes geschritten; es wurden durch Stimmenmehr-
heit gewählt die Herren: Advocat-Anwalt Zustizrath Adams, Assessor
Burkhard, Advvcat-Anwalt Christ, Kaufmann Simon ClemenS, in
Koblenz; I. D'Ester, in Vallendar; Stadtrath Dietz, Landgerichksrath
von Druffel, in Koblenz; Pastor Geschwind, in Ehrenbreitstei'n; Frie-
densrichter Hammer, vr. mes. Kalt, Gymnasialdirector vr. Klein, Bau-
iuspector von Lassaulx, Advocat-Anwall Justi,rath Longard, Kaufmann
Seb. Menn, Medicinal-Assessor vr. Mohr, in Koblenz; Justiz-Amt-
mann Neumann, in Ehrenbreitstein; Landgerichts-Assessor Rcichens-
perger, Rendant Rcichmann, Redacteur Schaltenbrand, Hauptmann
Schnitzler, Advocat-Anwalt Justizrath Werner, in Koblenz. Da zwei
der Gewählten Stimmeneinheit hatten, so wurde hiedurch die statuten-
mäßige Zahl von 20 überschritten. Zum Vorstandc gehören außerdem
noch von Rechts wegen der Herr Oberbürgermeister Mähler, so wie der
Herr Pastor Dechant Bausch, welchec mit dem Herrn Pastor zu Un-
sern Lieben Frauen alternirt."

Düsseldorf. Der provisorische Ausschuß des hier unter dem Na-
men „Dombau-Verein im Herzogthum Berg" zu bildcnden HülfS-
Vereins, dessen fcüherer Aufruf überall eine warme Betheiligung ge-
funden, hat unterm 2. August die Einladung zu einer am 15. d. M.
im Saale der Gebr. Schleger Statt sindendcn Versammlunq erlassen,
in welcher dcr Verein sich dcfiniliv constituiren und das Statut (des-
sen Entwurf jener Einladung beigefügl ist) festgestellt werden wird.

Hürth (im Landkreise Köln). Am 2. August hat sich in unserer
Bürgermcisterei ein Filial-Dombau-Verein gebildet, der aus cinem
Verbande der in derselben gelegenen Pfarrgemeinden besteht, so daß
jede Pfarrgrmeinde für sich ganz selbstständig bleibt. Die begonnenen
Einzeichnungen, wobei jede beliebige Summe als Vereins-Beitrag be-
trachtet wird, berechtigen zu der Hoffnung auf ein höchst erfreuliches
Resultat. Dem Vernehmen nach steht die Bildung auf ähnlichen
Grundsätzen beruhender Filial-Vereine in den benachbarten Bürger-
meistereien binnen wcnigen Tagen bevor.

Literarilchk Anfrige.

Zum Bcsten des kölner Dombaues

ist im Verlage der Hofbuchhandlung von G. Jonghaus in Darm-
jtadt erschienen und in allen Buchhandlungen (in Köln bei M. Du-
Mont-Schauberg) zu haben:

1 8 6 S.

Gedicht

V0N

Eduard Duller und ^erd. ^reiiigrath.

Allen Mitbauendcn qewidmct.

16 S. gr. 8. Preis: 2'/, Sgr.

Die Poesie bietet hi'er dem Nationalgefühl eine Gabe, wohl geeignet, die schöne
Jdee eines Dom-Kreuzer-Beitrags in den weitesten Kreisen des BaterlandeS
zu verwirklichen-
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