Zentral-Dombauverein <Köln> [Editor]
Kölner Domblatt: amtliche Mittheilungen des Central-Dombau-Vereins — 1842 (Nr. 1-27)

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Amllichk Mittßfilungkn htS CkNlrnl-DomVnu-Vtrtin-,

mit gefchichtlichen, artistifchen und literarifchen Beiträgen,

Nr. is.

Köln, Sonntag, 30. October

1842.

Das „Kilner Domblatt" erscheinl jeden Sonntaz als Gratis-Iugabe zur „Kölnischcn Ieitung", wird außerdem sber auch besonderö-
ausgegeben und (jcdoch erst Montazs) versandt. Der Pränumerations-Preis für dke Einzel-Ausgabe, deren Reinertrag der Dombau-Wercins-Easse zufließt,
bettagt hier bei der Erpedition der „Kölnischen Zeitung" wie auswärts bei allen k. preuß. Postanstalten 10 Sgr. für den Jahrgang; 5 Sgr. für daS Halbjahr 1A1L.

Amtliche Mittheilungen.

Nach tz. 22 der Statuten und tz. 9 der Geschäftsordnung beehre ich
mich, die Henen Mitglieder des Dombau-Bereins-Vorstandes zur or-
denklichen Versammlung des Vorstandes auf Montag den 31. October
d. I-, Rachmittags 3 Uhr, im großen Rathhaussaale zanz ergebenst
einzuladen. Köln, 21. October 1842.

Der Präsident des Vorstandes, v. Wittgenstein.

Der Zeitpunct lst gekommen, wo die Thätigkeit des Dombau-Ver-
rinS, welche bis dahin vorzüglich und fast ausschließlich auf seine
Organisativn und die Beschaffung von Baumitteln gerichtet war, sich
der Frage zuzuwenden hat, in welcher Weise diesen Milkeln die
zweckfirderlichst« Verwendung gegeben werden kann.

Zwar ist diesrr hochwichtige Gegenstand bereils in mehreren Vor-
standSsitzungen und namenllich in der am 5. September e. in Gegen-
wart vieler Deputirlen von auSwärtigen Vereinen Stalt gehabten
Sitzung angeregt, und in dieser letzlen denkwürdigen Versammlung
auf dcn, einen speciellen Gegenstand betreffenden Bericht dcs Landge-
ricktsrathes Reichensperger der einstimmige Entschluß der Versammlung
kundgegeben worden, „daS Werk mit allen Mitteln und mit
ganzer Kraft und so zn förbern, daß der König mit den
Vereinen in Gemeinschaft sortbaue." (S. 10. Protocoll deS
Dombau-Vcreins-Vorstandes, Domblatt Nr. 12.)

Jndessen ist mit der Sanction dieses, alle störende Absondcrung
verbannenden PrincipS die Entscheidung der angeregken Frage nur auf
die erfreulichste Weise vorbereitet; keincSwegs aber sind alle Momenle,
welche auf daS jetzige und künftige Verfahren des Vereins in dieser
Beziehung Einfluß üben müffen, so erschöpfend und sorgfältig ans
Licht gezogen und erbrtert worden, daß auch nuc behauptet werden
dürfte, die Frage tiege, zur Entscheidung reif, derBeschlußnahme des
Vorstandes vor. Diese Reife kann meines Erachtens am Brstcn durch
eine vorläufige Lffentliche und gründliche Besprechung in dem für diesen
Zweck vorzüglich geeigneten Organe deS Vereins, dem „Domblatte",
herbeigeführt «erden, welchr wesenllich dazu beitragen wird, den zur
demnächstigen Beschlußnahme berufenen Mitgliedern des Vorstandes
die erwünschteste Sicherheit des Urtheils und die Unterstützung der öffent-
lichen Meinung zu gewähren, und welche insbesondere den auswärtigen
Dombaufreunden und Dombau-Vereinen Gelegenhcit und Veranlaffung
gibt, einen den Verhältnissen entsprechenden Einfluß auf die Entscheidung
dieser, für den Fortbau de« Domes und für die gedsihliche Existenz deS
Verein«, «ichtigsten Frage zu gcwähren. Jndem ich dahcr hiermit alle
Dombaufreunde und insbcsonder« die Vorstände der constituirten Dom-
bau-Vereine dringend ersuche, ihre Aufmerksamkeit diesem Gegenstande
zu wiomen und daS Resultat ihres Nachdenkens und ihrer Berathun-
gen durch recht baldgefällige Zusendung an die Redaction de« „Dom-
blattes" der Oeffentlichkeil zu übergeben, deehre ich mich, in Nachfol-
gendem das Rescript des Hm. Ober-Präsidenken der Rheinprovinz v. 18.
Aug. o. zu veröffentlichen, durch welches die unverzügliche Erörtcrung der
Verwendungsfragenolhwendig wird, und lasse gleichfalls, zur Eröffnung der
gewünschten Besprechungcn, den Vortrag eineS Mitglieds des Vsrstandes
folgen, in welchcm dasselbe in der Versammlung v.30. Mai d. I. daS Re-
sultat seiner Erwägungen, seine persönlichen Anstchten über mehre da-
mals vorliegende Organisationsfragen, insbesondere aber über die
künftige Verwendung der Vereinsmittel niedergelegt hat, ohne daß

damals der Vorstand Veranlassung genommen hak, dcn letzrcrn Ge-
genstand weiter zu verfolgen. (S. 6. Prolocoll des Dombau-Vercins-
Vorstandes in Nr. 156 der„Kölnischrn Ztg/') Endlich erlaube ich mir,
auf den Aussatz: „Vergangenheit und Zukunft des DombaueS"
aufmerksam zu machcn, in welchem einige Ansichlcn des Dombaumei-
sters Regicrungsraths Awirner über diesen Gegenstand niedergrlegt sind.
(„Dsmblatt" Nr. 1 bis 6.)

Köln, den 29. October 1842.

Der Präfident des Vorstandes, v. Wittgenstekn.

* . *

Des KLnigs Majestät haben allergnädigst zu bestimmen geruht, daß

1) der Foribau des dortigen Domes gleich auch auf die Thürmr
ausgedehnt, jedoch der nördlichr Thurm zuerst in Augriff genom-
men und zuvörderst so we t fortgeführt werden ssll, daß daS
Haupt-Eingangs-Portal vollendet werden könne. Zu diesemZweckr
haben Allerhöchstdieselben einstweilen die Summe von 10.00E
Thlrn. zu überweisen, zugleich aber zu defrhlm gemht, daß dir
Dombau-Vereine darüber zu befragen seien, ob sie die Kostm der
Thürme übernehmen wollten, in welchem Falle dann diese Summe
zum Fond für den AuSdau des Kirchenschiffes zurückzuziehen sei;

2) haben des Königs Majestät zur Erneueruug dcr Wandmalerei in
den Gurlbogcnfeldern des hohen Chores eiue Summe von 1000
FriedrichSd'or auSzusetzen geruht, damit diese Wiederherstellung
im Geistc der alten Malerei, jedoch dem Stande der jetzigenKunst^
bildung entsprcchcnd, berbeigeführt werde.

Ew. Hochwohlgeboren setze tch hiervon mil dem ganz ergebenstew
Ersuchen in Kenntniß, über die

»<i 1) gestellte Frage mir die Aeußerung des Central-Vtreins ge-
fälligst mitzutheilen.

Was sodann

ack 2) die Erneuerung der Wandmalereien betrifft, so ist dieser-
halb mit dem Maler Steinle berathen und hiernächst höhern
Orts destimmt worden, daß diese Erneuerung in Fresco-Ma-
lerei, als dem Geiste des großen Bauwerks allein entsprechend„
auszuführen sei.

Da aber zu dieser AuSführung ein Fonds von9900TH!rn.
erforderlich ist, so wird «rwartet, daß die fehlend« Summe von
3233'/, Thlr. der Central-Dombau-Verein aus seinen Mitteln
zuzuschießen bercit sei.

Ew. Hochwohlgeboccn ersuche ich ganz ergebenst, auch diefe Ange-
legenheit bei dem Central-Berein gefälligst zur Sprache bringen uad-
mir deffen Aeußerung darüber mittheilen zte wollen.

Coblenz, den 18. August 1842.

Der Ober-Prästdent der Rheinproviaz, Schaper..

An den Präsidenten des Central-Dombau-Vereins, Herra
vou Wittzenstein, Hochwohlgeborcn zu Köln.

* * *

Vorrrag, gehalten in der Vsrstands-Versammlung v. 30. Mai d. J'.,
Zur Ausbreitung deS Dombau-VereinS nach außen konnte der Nor-
stand zwei Wege einschlagen: entweder mußte er sofort nach seiner
Constituirung die Jnitiative zur Hervorrufung von Hülfsvereinen in
allen wichtigcren Städten DeutschlandS «rgreifen, Staluten, Organi-
sationsplan und Anschlußbedingungen vorlegen, vurch persönliche oder
schciftliche Einwirkunq handelnd auftreten, oder er mußte abwarten,.
ob der große Eindruck dcS in Köln entsprungenen kühnen Gedankens
sich nach Gründung deS hiesigen Vereins biS zur Handlung steigcrn»
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