Zentral-Dombauverein <Köln> [Editor]
Kölner Domblatt: amtliche Mittheilungen des Central-Dombau-Vereins — 1842 (Nr. 1-27)

Page: 88
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Amklichl Rikkßeilukgln des Ltnkral-D-mvau-BcrlinS,

mit gefchichtlicherr, artistifchen uud literarifchen Weiträgen,

herausgegeben vom Vorstanve.

Nr> 20._ Köln, Sonntag, 6. November_1842.

Das „Kölner Domblarr" crscheinr jeden Sonnrag als Graris-Augabe zur ,, Kölnischen Ieilung", wird außerdem sbcr auch besonders
ansgegeben und (jedoch erst Montazs) versandt. Der Pränumerarions-Preis sür dis Einzel-Auszabe, deren Reinertraz der Dombau-Bereins-Eaffe zufließt,
dctragt hier bei der Erpedition dcr „Kolnischen Ieitung" wie auswärks bei allen k. preuß. Postanstaltcn it> Szr. für dcn Jahrgang j 5 Szr. für das Halbjahr 184L.

Amtliche Mittheilrrngen

EilÜes protocoll

dcs

Dvmbau-Dereins-Vorstundcs.

Verhandcll ;u Köln auf dem großcn Rathhaussaalc, am 31. Octo-
bcr 1842, Nachmittags 3 Uhr.

Teqenwärtig der Coadjutor des Herrn Erzbischofs von Köln, Herr
Erzbischof Johannes von Geissel, Hochwelchec den Ehrcnvvrsitz einnimml;
sodann Lie Herren v. Wittgenstein, Präsideiil; v. E. v. Groste, N.
D'Estec, P. Franck, Mülhens, u. Hohenschutz, Z. M. Farina, v. Her-.
wegh, i>. Schweitzer, Boden, Heunekens, I). E. Weyden, v. Biaucv,
Compes, Neven, Fchr. v. Münch-Bellinghausen, ». I. B. Haass,
Sleinbrcger, Barlman, v. Gerlach, ^cydlitz, Weyer, v. Eollenbach,
H. Haan, Berghaus, S. Oppenheim, Biercher, E- Vohl, Schramm,
Reicheiispergcr; Bloemer, Protocollführer.

Herr Conimercienralh Deichmann har sich für die heutige Sitzung
bci dem Präsidcnten mündlich enlschuldigt.

Der Präsidenc eröffnet die Sitzung mit folgendem Bericht:

Meine Herreu!

Die Abhaltung dec nach dem tz. 9 der Geschästs-Ocdnung vorgc-
schriebenen monatlichen Vorstands-Sitzung ist auf den letzlen Laq dcs
lausenden MonatS verschoben worden, weil ich einen großen Werth
darauf legte, die wichrigen Megenstände, welchc zur Berakhunq vorlie-
gen, in »inem möqlichst vollständigen Collegio zur Sp.'acke zu dringen,
die Abmcsenhci! gar vieler Vsrstanbsmitqlieder im Laufc des Monaks
Octobcr aber mit Grund befürchten ließ, daß an einer frühcr anbe-
raumtcn Sitznng nur eine beschcänkte Anzahl von Mitgliedcrn würde
Theil genommen yaben.

Jch bin in dec Laqe, den mir oblieqenden Brricht mit der Bekannr-
machung eines Actenstückes zu eröffnen, welches zwrifelsohne ;u den
werthvollsten dcs Vereins-Archives wird qezählt werdcn; es ist das ini
Laufe der vorigen Woche dei mic ci'ngeganqene, an Sie, meine
Herren, gerichtele Schreiben des würdigen Eliren-Mitgliedes unsircs
Vorstandes, Sr. Durchlaucht Les Herzogs Prssper vou Nren-
berg, s. Brüffel, 18. October, folgendcn Jnhalts:

„Hochwohlgeborene
„Hochgeehrteste Herren!

„Zur Veft'nitrven Regulirnng mciner Beiträge ;um Fort-
baue ves kölner Domes, vem Sie Sich mit so löblichem
Eifer widmen, habc ich meinen Hofkammerrath Landschütz
in Necklinghansen dahin angewiesen, daß er jährlich einc
Summe von Tauseud Thalern vr> Crt. in die Dombau-
Caffe einzahle, nämlich 5M Thaler für den reckling-
hauser Verein als Antheil von meinen Befttzungen in West-
phalen, und die audern 5ÜV Thlr. von meinen Befttzungen
in den Rheinlanden. Wegen dcr Art und Weise dcr Ein-
zahlung hat Herr Landschütz den Auftrag, das Nähere mit
Jhnen ein;uleiten.

„Gern erncuerc ich Jhnen, hochgeehrteste Herren, bei
dieser Gelegenheit meincn Dank sür die freundliche Auf-
nahme, die mir unter Jhnen zu Theil gcworden, so wie
die Verftcherungen der ausgezeichnctsten Hochachtung, womit
ich die Ehre habe zu seiu

„Jhr ganz ergebcncr

„Prosper L. Herzog von Arcnberg.
„Brüffel, den 18. October 1842.

,,An

„die Herren Mitqlieder Lcs Centrsl-Dombau-Vcreins-Vorstcindes, Hoch-
wohlgeborcn in Köln."

Die wesinküche Unterstützung, wclche der Dombau-Sache durch die-
se§ wahrhasc sürstliche Anerbieten gewahrl wird, verdient die aufri'ch-
tigste Änerkennung. Der hochherzigc Dombau-Freund, wclcher durch
dis Art und Weise seincr persönlichen Theilnahme an dem Gcundstein-
legungsfeste alle Herzen gewonnen hat, bcthäligt durch dasselbe auf
die unzweideurigste Weise das lebhafte Jnteresse, welches er an der
Dombau-Sache nimmt. Jch schlage Jhnen vor, daS werthvolle Schrei-
ben dcr über die Grundsteinlegung am 4. Septcmber d. I. ausge-
nommenen Urkuade beizufügen, damik, wie in der Pcrgament-Urkunde
durch die Ramcns-Untcrschrift de» edlen Heczogs Lie Erinnerung an
dessen Geqenwart bei dcr fcierlichen Handlung, so durch dicses Schrei-
b-n das Andenken an seine wesenkliche Hülfeleistung beim großen
Werke den Nachkommcn erhalten werde. Wir abcc wollen den Aus-
druck unserer tiesgefühltcn Dankbarkeit in das Protocoll über die heu-
tige Verhandlung niederlegen uns dcr Hoffnung Raum geben, daß
das schöne Deispiel vielfäilige 9tachfolge sinden wcrde.

Jch knüpfe hieran dcn sernecn Antrag, auch cincn Vermerk über die
erfolgten Gcschenke von Seiten dcr beiden andcrn bohen Unterzcichner
dec Grundsteinlegungs-Urkunde, deS Erzherzogs Johann Kaiserlichen
Hoheit und Sr. Durchlaucht dcs Fürsten Mettrrnich, derselben Urkundc
;u dcmselben Zwrcke beiznfügcn, und angemcssene Dankschreibcn von
Scitni des Vorstandes an Hochdieselben ;u crlassen, nomit namentlick
dic Bitte vrrbunden wecden könnte, der kölner Dombau-Sache in den
kaiscrlich österreichischen Staaten Eingang und Thcilnahmc vermitteln
zii wollcn.

Wenn ich nunmchr zu dem Becichte der Ergebnisse übergehe, welche
den Bercin und die Dombau-Lrache seit meiner letzten Berichtecstattung
berührt haben, so darf ich wokl die Erscheinungcn des unvergeßlichen
Tagcs dec Grundsteirilegung außcr dcm Kreise meiner Aufgade lassen,
i'ndem wir alle die großartiqen Eindrücke derftlben in uns aufgenom-
men haben, die m dem „Domblatt" gegebenen Berichte auck, so weit
dics möglich war, und beffer, als ich dazu im Stande ftin würde,
ein Bild des Festes für dicjenigen zu gcben gesuckt haben, welchc dem-
ftlben perjönlich bcizuwohncn verhindert waren. Es war in allen Thei-
len, in jeder Beziehung «in großartiges Fest, wclches in der Gejchichte
unftres Vaterlandcs für alle Zci'ten als daS Fest der brüderlichen Eini-
gung deutscher Nation, a!S das Fest der Kundgebung der Rcligiosität,
der Daterlandsliebe und des Kunstsinnes in dem Bolke und ftinen
Furstcn bezeichnet ftin wird.

Vergeffen wir nie daS Gelübde, welchcs in d:r Bcgeisterung Stunde
unftren Herzen enkquollen ist, das Gelübde: un'ere ganz Krast dem
Werke zu widmen, dessen Grund gelcgt wurde unter den Segenswüu-
schen des ganzcn Volkes, einem Werke, welchcs, wie k l'n andereS,
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