Zentral-Dombauverein <Köln> [Editor]
Kölner Domblatt: amtliche Mittheilungen des Central-Dombau-Vereins — 1842 (Nr. 1-27)

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würdig ist, dtr Grgenstand unserer Thätigkeit ;u sein; indem es zur
Ehrr Äottes, zum Heile und ;um Ruhme unseres Vsterlandes unter-
nommen wird, veraessen wir nie, daß Awietracht die Bauhükte schloß
u«d sie wieder schließen wird, wenn sie je bei unS, in unserm Bater-
lande, wieder einkehren könnre.

Die aus allen Gauen Deutschlands anwesenden Deputicten bestehen-
Ler Dombau.Vrreine und Dombau Freunde haben, wie wir überzcugr
Knd, Eindrücke in sich aufgenommen, welche uns zur Annahme berech-
tigen, daß die Theilnahme für die Domdau-Sache Lurch ihre Vcrmit-
teiung sich in unserm Vaterlande in immer wcirern Kreisen verdreiten
»»erde; wenigstens waren Lie uns zuqekommenen Acußcrungen durch-
gängig der Art, daß wir hoffen dürfen, d:e Liebe für die Sache, der
Entschluß, für diesilbe nach Kräflen wirksam ;u sein, sei bei allen
Theilnehmrrn des Festes aus der Nähe und Ferne verstärkt und be
festigt «orden, unv wenn auch a l l« Ecwartungen und Ansprüche nichl
habrn befriedigt werden können, wenn namentlich in dcm Umstande,
d«ß durch die unsordcrgesehene und sowohl dem Festcomite als den
Augordnern unbekannt gebliedene Unzugänglichkeit der Seitcnschiffe des
Ehores dcn im Zuge befindlichcn Vereins-Mitgliedern die zugesagke
Betheiligung an der kirchlichen Feierlichkeit erschwcrt worden odcr
yerloren gegangen ist, ;u unserm Bedauec» Veranlassung ;u Be-
schwcrden gefunden worden ist: so dürfen wir in Beziehung «uf den
»ohl nur einem Mißverständniß zujuschreidenden Uebetstand die Nach-
sicht unserer Micbürger und Gäsie in Anspruch nehmen und dcrHoff-
»ung Raum geben, daß die Erinnerung an die Hcrrlichkeit des Gan-
ze» die augendlicklich gewiß unangenehmen Eindrücke irgcnd eincr Ein-
zelheit verwischt haben wird.

Den Mitgliedern des BorstandeS und des Vereins ader, welche sich dem
rnühseligen und wenig dankbaren Geschäske dcr Fcstanordnnngen edcn
so willfährig als tbätig unterzogen habcn, siarre ich hicrmit vcn ihnen
«vshlgrbührenden Dank für ihre vielfältigcn Dcmühungcn ab.

Die Einnahme, welche der Vereinscasse durch dcn Zuiritt vicler
aeuen Mi'tglieder in und außerhalb der Stadk, bei Gelegenheit des
GrundsteinlegungsfesteS, zugeflossen ist, war nicht unbedeukcnd; eben
so hat der Äbsatz dcr Vereincmedaillen, welche als ein willkommencs
Erinnerungszeichen äußerst wohlgefällig von den Mitgliedern aufge-
»ommen und deren nahe an 10,000 Stück ausgegebcn worden sind,
einen Ueberschuß gewährt, welcher vorausstchtlich zur Dcckung sämmt-
licher, dem Vereine durch das Fest erwachsener Aosten hinreichen wird.
Daß d:e Medaille am Festtage von II. MM. dcm Könige und dcr
Königin, so wie von allen hohcn Anwesendcn an der Brust gctragcn
»urde, gibt ihr einen unvergänglichen, unschätzbaren Wrcth. Sie ist
das äußerlich« Zeichen des zwischen König rmd Volk geschlofsencn
Bundcs und nebst dem Banncr deS Vereins, welches wir den kunst-
geübten Händen unserer Mitbürgerinnen verdanken, das würdigste
Bereinigungszeichen für alle Dombau-Frcunde gcworden. Zch behalte
mir vor, Jhnen geekgnete Dorschläge in Beziehung auf die Vecwcn-
Lung der noch vorräthigen Mcdaillen zu machcn.

Äus dem Vcrkaufe der Sitzplätze auf den beidcn nuf dcm Domhofe
crrichteten Estcaden ist cine Rein-Einnahme für drn Dombau-Fond
»icht erzielt worden. DaS Gedränge, welches an den im Raume be-
schränkten Zugängen gerade im cnlfckeidenden Augmblicke, zwischcn
der kirchlichcn Feier und der Grundstcinlcgrmg, entstand, har die Be-
nutzung dieser Estraden im Allgemcinen sehr behindcrk, ss wie auf dcr
andern Seite die Dorrichtungen in und auf den Dächern der kcn
Domplatz umzebenden Häuser ein willkommenes Unterkommen für
«rnc große Anzahl von Zuschauern dargeboren habcn.

Schon in der Vorstandssitzung vom 5. Sept. o wurde es bcrichtct,
i» welcher erfrculichen Weise die Dombau-Bereine stch üdec ganz
Deutschland und selbst im Auslande vcrdreitek haben, und wurben
damals bereits 70 solcher Vereine namhaft gemacht. Dem Einflusse
Les Grundsteinlegunqs-Festes und inSbesonderr dem freundschafklichen
Verkehr der hiestgen Dombaufreunde mit den Dcputirten der auswär-
tigen Vereine, welche dcr an sie im Namen Sr. Majestät d-s Königs
«cgangenen Einladung zum Feste gefolgt smd, ist es mzuschrciben,
daß die bei Weilem größte Zahl dieser Vereine sich fest und innig an
dea hicsigcn Virein angeschlosscn hat; ich werde die Ehrr haben, Jh-
»en heute dis Statuten von 33 Dcremeri vorzulegen, um nack h. 26
unseres Statuls den Anschluß derselden an den biestgen förmlich gut-
zuhcißen. Jn fast allen diesen Vereinen hat sich eine nicht genug
^rnzuerkmnmde Tbätizkeit entwickclt. Viele derselben haben bereits
»nsehnliche Beiträge zur hiestgen Vcr-ins-Easse einzezahlt; alle sr'nd
von dem Geist« deS brüderlichen Ausammenstehens zrrm schöncnAwccke
beseelt, und darf ich Sie nur an die Vorstands-Versammlung vom
5. Septembec und an das am 6. dcsselbcn Monats auf dem Drachen-
f«ls degangene Fest erinnern, um Jhnen die Uebcrzeugung zu gewäh-
r«n, daß die Dombau-Sache in diesen Vereinen eine kräflige, feste
Grundlage gewonnen hak, auf welcher mit Mutb und Beharrlichkeit
fsrtzubauen unsere und der Ehrenmänner Aufgabe ist, welche das
Vertrauen ihrcr Genossen an die Spitze berselben gestelll hat. Wir
»crden nichts versäumen, was bazu dienen kann, die Verhältniffe zu
ckea auswärtigen Verci'ncn i'mmer frcundlicher und inniger zu machen,
und das Vertrauen ;u rechtfertigen und noch mehr zu befestigen, mit
«elchem ste uns durch den Wunfch, stch unS als Hülfsvereine anzu-
-schließm, beehn haben.

Wir könnrn in dieser Bcziebung nicht unrrwähnt lassen, daß Ue

anfänglich in vielen Theilrrr unseres Vaterlandes und selbst in dcr Rhein-
provinz kundgegcbene Abflcht der Vereine, sich in einer ganz selbststäu-
bigen Wirksamkeit zu bcwegen und übcr die aufgebrachten Mittel zu
irgend einem speciellen Bau-Zwecke zu disponircrr, fast allgcmein in
die Ucberzcugung üdrrgegangen ist, daß bei Verfolgung des Aieles,
bei Wahl dec Mittel, in Focm und Wesen, di« vvllkemmcnste Ueber-
einstimmung hcrrschen müsse. Am «csreulichsten hat sich diese Gest'n-
nung in den Anrworten bcc Vereine auf die an fle in Folqe einer
allgemeinen Maßcegel von Sciten des rhernischen Ober.Prästvii wegen
Vcrwen'oung ihrcr Mittcl gerichtclr Anfrage kund gegeben, indem in
derselben durchgekcnds auf die dessalls zu erwartende Beschlußnahme
deS hiestgen Vorstandes hingewiescn wvrden ist.

Dis Zahl dcr Vcreine, mit welchen der Ccntral-Verein bisher in
Gescbäfts-Vecbindling getrrten ist, beläuft sich heute auf 73. Zu den
in der Vorstands-Sitzung vom 5. September c. namhaft gemackten
sind noch hinzugekommen:

1) der Hiilf»vcrein zu Kreuznack,

2) „ „ „ Schulpsorta,

3) „ „ „ Barmen a. d. Roer (bei Jülich),

4) „ „ „ Schlciden,

5) „ Untcrwesrr-Verein zu Bremerhaven,

wogegcn die beidcn damals gcnannten Vercine zu Minden und Mül-
heim am Rhein irrthümlich aufgeführt sind, angefehen, baß in diesen
deiden Orken nvch keine constituirte Vereine bestehen, obqleich na-
mcnttich in ocr LUadc und dem Kreise Mülheim die Theilnahme für
die Dombau-Sache sehr verbrciter ist und eine ansehnliche Zahl von
Mitgliedern aus diesem Kreise dem Cmtral-Vereine angehören.

Dcc unverzüglichen Bildung vo» noch mehren Hülfsvereinen wiid
gemäß den uns zugekommenen Nachrichtcn entgegen gesehen, und
siirfte Zhnen diese Mittheilung um so «rfteulicher sein, als Sie mit
uns die ofr ausgcsprochme Uebcrzeugung theilen werden, daß nur ver-
mitkels der Thäligkeit nicht zu ausgebehnter, also vieler Hülfsvrr-
eine über allc Theile unsercS Vakerlandes, dic Erreichung des Zieles
vollständig gestchert werdm kann.

DaS Resultat der vom Monat April bks jetzt Statt gehabtm un-
mittelbarm Einsammlungen in Köln und Deutz, einschließlich der in
den Schulanstaltm gcsammelten Bciträge, erhebt stch am heutigen
Tage auf die Summe von 15,151 Thlr.'ll Sgr. 6 Pft,— ein Be-
trag, welcher die Erwartungm vollksmmen bestätigk, die wic gleich
Anfangs von dcm hohen Jntercsse nnserer Mitbürger an der Dombau-
Sache zu hegm uns berechtigt glaubten. Au diescr Summe gesellen
sich noch die bcdeukende!- Erträge, welche di« in der genanntm Zeit in
hiejiger Skadt zum Besien deS Dombaues veranstalteken Feste, Eon-
ccrke, theatralische Vorstellungen, Verloosungcn, Aufstellungcn von
Krmstgegcnständcn un» Sammelbüchsen crgebm haben, und dic doch
großeniheilS wi'eder der Liberalikät n.-iserer Mitbürqer verdankt werden.

Der Verwaltungs-Ausschuß wird durch die successive erfolgmde Ab-
rechnung der Pfarrbezirks-Commisstonen nächstmS in die Lage kommen,
cine vollständige Uedersicht übec das Ergebniß der Einsammlungen in
den LOPfarrbezirkm durch das „Domblatt" veröffentlichm zu können,
wclche, wie ich nicht ;-vrifle, mil Jntcresse aufgmommen wecden
dücfte. Die Gesammt-Einnahme der Vkrcins-Casse bis zum heutigen
Tage aber berechnet stch, obgleich noch von vielsn Hülstvercinm die
Einsendung ihrer Beilräge erwartet wird, auf die Tstalsumme von
35.205 Thlr. 14 Sgr. 10 Pft, welche, so weit sie in baaren Bestän-
om vorhandm ist, nach Anweisung drs Cassm-Curaiorii in dcn Bank-
häusern von Abr. Schaaffhausm, I. H. Scein und Sal. Oppenheim
)»n. «-t Comp. verzinelich deponirk worden ist. Es ist zur Gcwährung
dcs Ucberblickcs und zur Bcgründung eines richtigen Urtheiles übcr
oie Höh- der bishec berechneken Ausgaben wesernlich zu bcmerkm, daß
in die Summcn der Einnabme von einigen zum Besten des Dom-
baues Statl gehabten Veranstaltrmgm, so namentlich vom lis zt'schen
Eoncerte im Tempelhause, die Roherträge aufgmommm worden ft'nd,
deren unvermeidlichc Kosten in den AuSgaben vorkommen und diese
also nur scheinbar vermehren. So weit, wie möglich, werden jedoch
in Zukunft nur die Reinerkräge solchec Veranstaltungm in Einnahme
gcbucht und in jcdem Falle eine speciclle Bercchnung über die Gewin-
nung dieser Reinertcäge zuc Controle dem Einnahmc-Belag zugefügt
werden.

Die wirklichen Ausgaben deS Dereins habm stch bisher auf die
unvermeidlichen Verwaltungskosten beschränkt, und hak dabei drejenige
Ockonomie obgewaltek, welche ohne Nachtheil füc den Geschäfts-Be-
lrieb nur immec crzielt werden konnre. Nach unserer Uebcrzeugung
werden die Zinsen der bis zur rvirklichm Verwendung in den hiesigen
Bankhäusern odec sonst rcntbar hinterlcgten Bestände immerhi'n zur
Deckung auch dieser Verwaltungskosten hinreichen, so daß die Betra'ge
allcr Art ohne irgend eine Verkürzung dem Dombaue zu Gute kom-
men werdm und somit die vollständigste Erreichung der Abstcht ter
Gebcr gcsichert erscheint.

Jch unterlasse cs heute, in Dckails über die Bemühungen und Cr--
folge der einzelnen Hülfsvereine einzugehcn, indem ich mir vvrbcbaltc,
succcsstve vollständige statistische Notizm über diese Vercine dem „Dom-
blakt" cinzuverleiden, nachdem vorher die Vcreine kelbst ersucht wor-
den, vollständiges Matcrial zu diesem Zwecke einzusmden. Jch heqe
die Uebirzeugung, daß die Äcröffentlichung eines möglichst treum
Bi'ldes des LebcnS und der Thätigkeit in dirscm oder jencm Bereine
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