Zentral-Dombauverein <Köln> [Editor]
Kölner Domblatt: amtliche Mittheilungen des Central-Dombau-Vereins — 1842 (Nr. 1-27)

Page: 48
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Unterdeffen werden gegen 9'/. Uhr Deputationen der Schulen und Gymnasten und dre Zöglinge des Waisenhauses aus die auf
dem Domhof für fie bcstimmten Plätze geführt, suf welchen übrigens, mit Ausnahme der beiden Estraden, nur weibliche Vereinsmit-
glieder zugelassen werden, bis der Festzug aus der Kirche stch gänzlich auf demselben befindet, um den Theilnehmern des Zuges den
gebührenden Vorrang zu sichern. Der Eingang auf den Domhof ist durch die große Sporergaffe, der Eingang auf die zunächst am
Dom gelegene Estrade vom Margarethenkloster aus, und der auf die südliche durch die Hacht. Alke übrigen Zugänge sind abgesperrt.

Nach beendigtem Hochamte verläßt der Zug wieder in folgender Ordnung die Domkirche:

1) ein Musikchor;

2) das Vcreinsbanner mit seincr Begleitung;

3) der Dombau-Meister mit den Dvmbau-Werkleuten;

4) dcr Vorstand des Central-Dombau-Vereins;

5) die Vorstände und Deputationen der auswärtigen Dombau-Vereine;

6) die Herren Stadtpfarrer;

7) die Alumnen dcs erzbischöflichen Priester-Seminars;

8) das hochwürdige Domcapitel;

9) Se. Erzbischöfliche Gnaden;

10) Se. Masestät der König und die Allerhöchsten und höchsten Herrschaften;

11) die Mitgliedcr des Dombau-Vereins in ihren Abtheilungen.

Der Zug begibt sich durch folgcnde festlich geschmückte Straßcn: Domkloster, Wallrafsplatz, unter Fettenhennen, Trankgasse, Mar-
garethenkloster, große Sporcrgaffe nach dem Domhof. Während des Zugcs ertönen die Dom-Glocken. Befinde.t sich der ganze Zug
auf dem Domhof, so wird letzterer auch für diejenigcn VUeinsmitgliedcr, welche nicht daran Theil genommen haben, geöffnet. Hierauf
finden die Einweihungsgebete über den Gedenkstein Statt, an deren Schluffe der Dombau-Meister, nachdem zuvor die Urkunden einge-
legt sind, die Schlußplatte herbeibringt und die Fugen mit Mörtel verstreicht. AlSdann fügt der Herr Erzbischof die Platte ein, sprkcht
das Schlußgebet und gibt die drei übffchen Hammerschläge. Demnächft werden Se. Majestät der König von dem Herrn Erzbischof unter
Uebergabe des Hammers und dcr Kelle ehrerbietigst crsucht, die drei üblichen Hammerschläge zu verrkchten, bei welcher Handlung sieben
Kanonenschüffe abgefeuert werdcn. Nun folgen die Hammerschläge der Allerhöchsten und höchsten Hcrrschaftcn, des Dombau-Meisters,
des ersten Domcapitulars bei der Vacatur der beiden Dignitäten, des Oberbürgermeisters der Stadt Köln und des Präsidenten des
Dombau-Vereins, wonächst die Schlußgebete nach dcm Pontificale verrichtet und die kirchliche Feier durch den Herrn Erzbischof mit
eknem dem Feste angemeffcnen Worte und Ertheilung des Segens geschlossen wird. Alsdann wird der Präsident des Dombau-Vereins
eine Anrede halten. Ein Gleiches geschieht von dem Dombau-Meister, und der erste neue Baustein wird vermittels des Domkrahns unter
Absingung eines feierlichen Lobgefanges auf dcn Thurm gewunden. Das Fest schließt mit dem Einsetzen dcs Steines auf dem Thurme
unter dem Donner der Kanoncn und dem Geläute sämmtlichcr Glocken der Stadt.

Nach beendigter Feier wird Se. Majestät von Sr. Erzbischöflichen Gnaden, der hohen Geistlichkeit, dem Vorstande und den fremden
Deputationen an das westliche Portal des Domes bcgleitet und darauf das Vereinsbanner auf das Rathhaus vom Vorstande zurückgcbracht.

Jndem der Fest-Ausschuß des Vorstandes des Central-Dombau-Vcreins dieses Fest-Programm über die Theilnahme des Vereins an
- der bevorstehenden erhabenen Feier mittheilt, stellt er die Handhabung der Ordnung bei derselben, ohne welche keine würdige Feier be-
gangen werden kann, unter den Schutz des echten Bürgersinnes der Vereinsmitglieder und besonders der Einwohner der ehrwürdigen
Stadt Köln, und indem er das feste Vertrauen hegt, daß alle Theilnehmer danach zu streben angelegentlichst bemüht sein werden, er-
-fircht er sie, den Anordnungen der Festordner Folge leisten zu wollen, damit dieses Feft, dem unsere Stadt und Land seit Jahrhunder-
ten kein ähnliches zur Seite stellen kann, als ein dem erhabenen Zwecke und dem hychherzigen Festgeber würdiges, in der Erinnerung
der auch spätern Nachkommen noch fortlebe.

Köln, den 26. August 1842.

Der dorstand ves Central-Domtiau-Vereins.
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