Zentral-Dombauverein <Köln> [Editor]
Kölner Domblatt: amtliche Mittheilungen des Central-Dombau-Vereins — 1846 (Nr. 13-24)

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MonakSschrifk.

Domblatt,

Ämtiiche Mittheilungen des Central-Dombau-ttereins»

mit gefchichtlichen, artiftifche« «nd literarifchen Beiträgen,

herausgegeben vom Vorstande.

M 20. Köln, Sonntag 30. August_ 1846.

Das „Kölner Domblatl" crscheinr monatlich als Gracis-Lugabe zur „Kölnischen Ieirung", wird außerdem aber auch besonders ausgegeben und
rcrsandt. Der Pränumerativns-Preis für die Einzel-Ausgabe, deren Bru lto-Ertrag der Dombau-Vereins-Caffe zufließt, beträgt hier bei der Expedrtion der
„Kvlnischen Ieitung" wie auswärts bei allen k. preuß. Postanstalten L« 8«^. für den Jahrgang.

Alle Iuschriften an den Central-Verein wcrden offen oder unter Kreuzband, mit der Rubrik: „Allgemeine Angelegenheiten des Dombau-
Vereins zu Köln", so wic Geldsendungen mit der Bezeichnung: „Geldbeiträge für den Dombau zu Köln", erbeten.

Amtliche Mittheilungeo

' Neunundt'ünt'sigstes protocoll
des

Ccntral-Dombau-Bereins-Borstanbes.

Verhandelt ;u Köln aus dem großen Rathhaussaale, am 25.August 1846,
^kchmittags 3 Uhr.

GegenMrlig waren: Se. Erzbischöfliche Gnaden, der hochwürdigste Erz-
bischof von Köln, Herr Johannes vvn Geissel, Hochwelcher den Ehren-
vorsitz einnahm; fodann die Herren: Rolshausen, Präfldent; v. Haass,
v. Schweitzer, Seydlitz, von Bianco, Zanoli, o. Weyden, von
Wittgenstein, Vohl, Bartman, Ehr. Herriger, Bitter, v. Her-
wegh, von Devivere, v. Hohenschutz, Schieffer, Freiherr von
Münch-BellinghausLN, Essingh, Blömer,Hennekens, Biercher.

Entschuldigt die Herren: Heuser, B öcker, Hardung,als krank, Stei n-
berger, vvn Raumer, Leven, Gräff, Esser >'. und Pfarrius.

Der Präsident ersucht für den wegen Amtsgeschäfte verhinderten Pro-
tvcollführer Herrn Gräff den v. Haass, das hcukige Prokocoll zu fühcen.
Der Präsident erstattet den gewöhnlichen Rechenschaftsbericht, wie folgt:
„Vom 13. Juli bis 25. August 1846 betrug die Einnahme des Cen-

Thlr. S.Pf.

tral-Dombau-Vereins im Ganzen . ... 2102 19 2

und zwar:

->) Einqesammelte Beiträge in den hieflgen Pfarrbezirken

1584,, 6„ 5

b) Beitragszahlungen auswärt. Mitglieder I4„ -

c) Ablirferungen dcr Hülfs- u. Dekanats-

Vereine ........ . . 504„12„ 9

' Summa wie oben 2I02„I9„ 2
„Hierzu der Einnahme-Betrag am 15. Juli c. mit . 168386 29 5

„Gesammt-Einnahme am 25. Llugust c.. 170489 18 7

„Hiervon sind gegenwärtig noch 33244 Thlr. 7 Sgr. 11 Pf. disponi-
bel, und bleiben nach Abzuq der für dieses Jahr an den Herrn Erzbischof
noch zu zahlenden 18000 Thlr. für das nächste Jahr noch 15244 Thlr.
7 Sgr. I I Pf. dispontbel, worunter stch 3081 Thlr. 10 Sgr. 5 Pf. be-
sinden, welche für Beiträge des laufenden Vereinsjahres eingegangen sind.

„D>e Einsammlung der diesjährigen Beiträge in den hicsrgen Pfarrbe-
zirkcn hat begonnen. Jn Sl. Andreas, Gereon, Johann und Maria-
Schnurgasse ist der erste Umgang vollendet und sind nur noch die Reste
einzuziehen. St. Alban ltnd Aposteln haben ebenfalls schon einen Theil der
Beilräge zur Vereins-Casse eingezahlt.

„Auch von den Hülfsvereinen zu Aachen, Arnsberg, Bonn, Cuchenheim,
Neuß und Solingen sind beceits Abschlagszahlungen eingekommen.

„Der bisherige Erfolg der Einsammlungen in hiesiger Sladt ist bc-
friedigend, indem die Abgänge wegen Stcrbcfälle und VerziehenS an an-
dere Otte durch neue Mitglieder ersetzt werden. Selten scheiden bisherige
Mitglieder auS, und noch seltener ist die Verminderung der bisherigen Zah-

resbeiträge. Hoffentlich bleibt das Endergebniß der diesjahrigen Einsamm-
lung in Köln nicht hintec dcm vorigjährigen zurück."

Herr Bitter hat folgenden Antrag rechtzeitig eingereicht:

„Um den Dombau seiner endlichen Vollcndunq entgegen zu führen, wird
es vor Allem nöthig sein, das Jnteresse für die großartige und heilige
Jdee im Volke fort und fvrt rcge zu erhalten, und jcdes Mittel, welches
dahin führt, muß dem Dombau-Freundc willkommen sein. Jn dieser Er-
wägung erlaube ich mir, bei Einem Wohllöblichen Vorstande des Central-
Dombau-Vereins hiedurch den Antrag zu stellen, die ausgezeichnete Schrift
des Profcssors v. GLrres: „Der Dom zu Köln und das Münster von Straß-
burg," Regensburg, 1842, welche in mehreren Hundert Exemplaren in der
Bibliothek des Central-Dombau-Vereins vorhanden ist, unter die hiesigm
und auswärtigen Dombau-Vereine zur unterhaltcnden und belehrenden Lec-
türe vertheilen zu laffen. Das gcistreiche Werk wird, wenn es einmal zum
Eigenlhume deS Volkes geworden ist, wesentlich zuc Vollendung unseres
großen Gotteshauses beilragen, und nur eine kurze Zeit dürste dahingehen,
um die erziellen Früchte in dec Wirklichkeit ;u schauen.

„Köln, 19. August 1846."

Der Präsident ersucht, nach Verlesung dcs Antrages, den Proponenten,
denselben näher zu entwickeln.

Herc B ilter hebt insbesondere das Jnkeresse hcrvor, welches durch die
Verbreitung dieses ausgezeichnetcn görres'schen Werkes untec die einzelnen
Vereine für unsere Sache zu erzielcn stin möchte.

Nachdem Herr von Wittgenstein bemerkt, daß die Zahl von etwa
dceihundect Excmplaren zu vertheilen und die übrigen einstweilen aufbewahrt
werdcn möchren, und nachdcm Herr v. Wcyden diest Bemerkung unter-
stützt hat, wicd dcr Antrag des Herrn Bitter einstimmig unter der obigen
Modisicalion angcnommen.

Auf den Grund des tz. 21 des Staluts wird der Geheime Regiecungsrath
Herr Freihecr von Münch-Bellinghausen als Ehrm-Mltglied des
Vorstandes für das Zahr 1846 proclamirc, indem die Summe von hundert
Thalern anch sür das laustnde Jahr von diestm mehrjährigen Befördecer un-
stres Dombaues bezahlr worden ist.

Die Subscciptions-Liste auf den Stahlstich unseres Domes von W. von
Abbema wird vom Präfldsnten vorgelegr und eindringlich empfohlen *).

Ein Mitglied erhält vom Präsidmtcn das Wort, worauf dasstlbe die cr-
freulichen Fortschritte des Vereins im Kreist Mülheim der frühcren Jahre
berichter, und daß insbesondere durch die Bildung von stchs einzelnen Vcrei-
nen, ungeachtet der ungünstigen Einwirkungen der Wittemng auf die Ergie-
bigkeit der landwirlhsthaftlichen Producte, bedeutende Resultare gewonnen wor-
den seien**).

O Bgl. Nr. 19 d. Bl., in welchem u. A. bereits angedeutet worden, wie der
Kunstler oon jedem Eremplare 15 Sgr. dem Dombau-Bereine gewivmet hat.
Die Subscriptionsliste liegt noch auf dem Vereins-Secretariate offm.

Es haben nämlich dic Vereine im Kreise Mülheim beigetragen:
im Bereinsjahre l84r 447„t6„—

„ ,, 1845 366„21„ ,

„ „ 1844 582„18„ 9

„ „ 1845 629„ 9„11, und zwar der Kreisverein 171 Thlr.

2917,, 5„ 8 2 Sgr., dcr Verein zu Merhei'm 111

Thlr. 22 «gr. 3 Pf„ der Berem zu Gladbach 87 Thlr. 17 Sgr. 7 Pf.,
der Berein zu Overath 40 Thlr., der Berein zu Wahn-Heumar 132 Thlr,
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