Zentral-Dombauverein <Köln> [Editor]
Kölner Domblatt: amtliche Mittheilungen des Central-Dombau-Vereins — 1846 (Nr. 13-24)

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Amtliche Mittlieilungen des Central-Domban-Vereins,

wkt geschkchtllchen, artkstkfcheu u:rd lkterarkfchen Bekträge»,

22. Köln, Sonnta

g i. November 184«.

Das „Kölner Domblatt" erschemt monatlich als Gracis-.Zugabe zur ,
versandt. Der Pränumerations-Preis für die Einzel-Ausgäbe, deren Brutto-<
,^Kölnischen Zeitung" wie auswärts bei allen k. preuß. Pvstanstalten L« 8x»>.

AUe Iuschriften an den Central-Verein werden offen oder unter Kreu
Bereins zu Köls", so wie Geldsendungcn mit der Bezeichnung: „Geldbei

Kötnischen Ieitung", »ird außerdem aber auch besonders ausgcgeben und
Irtrag dcr Dombau-Beceins-Eaffe zufließt, beträzk hier bei der Srpedition der
für den Jahrzang.

jband, mit der Rubrrk: „Allgemeine Angelegenheiten des Dombap-
träge für den Dombau zn Köla", erbeten.

Amttiche Mittheilungeu.

Einun-lechstigÜes yrotocoll

des

Eentral-Domban-BeeernS-Borstandes.

Berhandelt zu Köln auf dem großen Rathhaussirale, am 27. October
1846, Nachminags 3 Uhr.

Gegenwärtig: Seine Erzbischöflich« Gnaden, der hochwürdigste Erzbischof
von Köln, Herr Zohannes vvn Geissel, Hochwelcher den Ehrenvoriltz
einnimmt; sodann die Herren: Rolshausen, Präsident; Esser >> ,
Graf von Fürstenberg-Skammheim, Berghaus, von Herwegy,
Frhr. von Devivere, Steinberger, DuMont, Ncven, Kerp, von
Groote/Heusec, Pfa rcius, Claessen, Blömer. Bartman, Schie f-
fer, Leven, Vohl, Franck, ZanolhHardung, Schweitzer,Haass >.,
Chr. Herriger, Sepdlitz, von Biancv, Hennekens, Biercher,
Graeff.

Entschuldigt hatten sich die Herren: von Wittgenstein, ». Weyden
und Bitter.

Der Präsident eröffnet die Versammkung durch Mittheilünq der heute
zu verhandelnden Gegenstände und berichket sodann, daß die Einnahme der
Vereinscasse scit der letzicn Sltznng, nämlich vom 23. Seplbr. c. bis heute,

beträgt: Thlr. ^ P-

1) an Zahlungen aus dm Hicsigen Psarrbezirken . . . 1407 4 6

2) an Iahlungen der Hülfsvercine .......

3) an dgl. von auswärtigen Mitglicdern.

4) > an gcsammelkcn Beiträgen in der Elementarschule zu

Nelteshcim, in den Landschulen des Kreises Bonn, in
jenen des Schul-Jnfpccrionsbezirkes Meckcnheim, so
wie in dem Pro-Gymnasium zu Wippersürlh . . ^

Ucberhaupt. .

Ani 23. September wurd« eine Einnahme nachgewiesen
von.. 1749IS 8 2

Mikhin Gcsnnmt-Einnahme am 26. Ocl. 1846 . . . 176681 21 6

An diesen Bericht über das Resultat d.r Einnahm« knüpft der Pcäsi-
dent «inige allgemejne Bemerkungen über das Ergebniß dcr Eollecle deS
laufenden Jahres und die Bitle um baldmöglich« Beendigung der noch nicht
hierselbst voUendrten Einsammlung.

Der dreizehnte Baubericht des Herm Dombaumcist.rs Awirner lautet,
wi« folgt:

Dreizehnter Bauberkcht

über den Dombau zu Köln, vom 1. Juli bis Ende Sept. 1846.

Die sehr günstige ^ trockenc Wikterung während des Sommers hat welent-
ttch zuc sichtlichen Fördemng de« Dombaues beigetragen, indem die verschie-
benm Liefcrungen der Balrsteine im Ailgemci'nen mit gutem Erfolge vor sich
gingen, mit alleinigcr AuSnabmc der aus den Slei'nbrüchen am Mitielneckgr
herksmmendcn Steine, da auf diesem Fluffe die Schifffahrl durch dcn nie-
drigen Wafferstaud nnterdrochen wvrden ist. Daher ksrrnten auch die Fort-

293 10
13 —

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1762 13 4

schrille der Bauthätiqkeit am südlichen Kreuzglebel, wozu hauptsächlkch da-
Materiai aus letztgenannten Brüchen venvendet wird, nrcht sv gedeihlich her»
vorlreten, alS es mit den Arbeiten auf der Nordseir« der Fall ist. Auf der
Südseite sind jedoch die drei Portalhallen sämmtlich in lhren Wölbungen ge-
schloffen, und über denselben erheben flch die weiker aufsteigenten Mauetthcilt
und Pseiler in ciner Gesammlhöhr über der Terrain-Edene von 44 Fuß.

Femcr wurd« die Fenstergalerie nebst Pfeilem nach der ganzen Lange deS
Miltelschiffcs vom Thurme bis zum Querschiffc vollständig aufgebauk und
mit der Deckschicht versehen.

Auf der Nöcdseitc wurden für Rechnung dcr Dombau-Dereine die Arbeilen
über den Seiienschiffen kcäftig fortgesetzt, namentlich die sämmtlichen steiner-
nen Wafferrinnen so wie die Sttebepfeiler von den Gewölbekeffeln bis über
daS nunmehr aufzubringende Dach hinaufgeführt, und wenn eS die Witte-
rung gestatret, soll auch hier noch daS Mittelfchiff durch Aufrichmng dec
Fenstecgalerie, eben so wie auf der Südseile geschehen, erhöht werden.

Am nördlichen Kceuzgiebel laffen sich gleichfalls die Fortschritte alS günstkg
schildcrn; sie zeugen von einer ununterdrochenen Thäligkcit, die hier seit 2'/,
Jahre geübt wocden. Auch ist schon daS Steinwerk des gioßen Fensters auf-
gebaut, welches den nördlichen Kreuzglebel mit dem Querschiffe in Ausam-
menh.mg bringt.

Ecivägt m m, daß wöchenklich in der Regel 150 Stück mehc odec minder
künstlich bearbeitete grvße Werksteine gefertigt und versetzt werden, so wird
man hieraus den großen Aufwand an Sreinmakerial demessen, welckeS zu
dem kolossalen Bauwerke erforderlich ist, und deffen reqelmäßige Bcschaffung
nuc mit sehr großen Schwierigkeiten ecreicht werden kann.

Der Bau crfreut sich einer lcdhafcen Theilnahmc durch sehr jahlreiche Be-
suche vieler Rei^endcn und hohen Personen; auch findet an den Sffentlichen
Besichligungstagrn zahlreicher Autrklt hicsiger Dombau-Dereins.Milglieder
Statt, und bei solchem lebhafken Jnteressc lassen sich auch fernerc gcdeihliche
Erfolge der freiwilligen Spenden und Vereinssammlungen hoffcn.

Kölri, 2. Octoder 1846.

Dcr Dombaumeister, königl. Regiemngs- und Biiurath
A w i r n e r.

Dec Präsident verliesit demnäckst der Vecsammlung die Urkunde über
die Annahme der Schenkung von 10,000 Thlrn. für den Fortbau des nöcd-
lichen Thurmes der Domkirche und von 26.000 Tplrn. zur Aufrichttmg des
nördlichcn Querschiffes mit Strebewerk und zum Aufbaue der Gewölbe im
nördlichen Seir nschiffe, so wie zum Baue der Pfeiler und Galrrieen über
dem nördlichen Seitenschiffe, ausgefi-rtigt von dem hochivürdigstm Herm Ecz-
bischofe am 2. dieses Monats. Sic lautec, wi'e folgt:

Johannes,

durch GokteS Barmherzlqkeit und die Gnade des h. Apostolischen SttrhleS
Erzbischof von Köln,
dtsselben h. Apostolischen Siuhles gebomer Legal »c.

Nach Einsicht des gefäliigen Schreibens des Verwaltrmgs-AusschuffeS des
Eemral-Domdau-Verei'ns in Köln vom 24. Sept. l. I., gemäß welchem dek
Vorstand desseiben unter dem 22. April 1844 ftir den Fottbau deS nördli-
chm Thurmes dec hiesiqen Domkirche die in diesem Zahre zur Verivendiing
kommende Summe von z-kntausmd Thalem bewilligl und unkerm 2. März
c. beschloffen hat, i'n derselben Art und Wcise, wie solches 1n den vorgehen»
den Zahren geschehen ist, zur Aufrichtung des nördlichen QuerschiffcS des

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