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Meyer, Julius; Bode, Wilhelm von; Gemäldegalerie [Editor]
Koenigliche Museen, Gemälde-Galerie: beschreibendes Verzeichnis der während des Umbaues ausgestellten Gemälde — Berlin: Berg & v. Holten, 1878

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https://doi.org/10.11588/diglit.51384#0011
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BEiMERKUNGEN.

V

2) In der Angabe der Daten von Geburts- und Todesjahr
waren die Verfasser bemüht, möglichst vollständig die
Ergebnisse der neueren Forschung zu benutzen. Wo
das Geburtsjahr unbekannt oder unbestimmt, sind andere
und sichere Anhaltspunkte für den Beginn und die Zeit
der Thätigkeit so weit als möglich verzeichnet worden:
sei es das Jahr, in dem der Künstler als Meister in die
Gilde trat, oder die Zeit, in der er zuerst urkundlich
erwähnt wird; wo über die Lebenszeit überhaupt keine
näheren Nachrichten überliefert sind, wurde der Zeitraum
angegeben, innerhalb dessen die Thätigkeit des Meisters
zufolge den auf seinen Bildern verzeichneten Jahreszahlen
sich verfolgen lässt.* *)
holländischen und der vlämischen Sprache schärfer festgehalten, als
es durch den bisherigen Brauch geboten schien. Daher das i j (in
zwei Buchstaben) in den holländischen, das y in den vlämischen
Namen: obwohl der Doppelvokal, der bei beiden ganz das Gleiche
bedeutet, zumeist ohne Unterschied gebraucht wurde. Daher auch
gewisse Verschiedenheiten in der Schreibart der Vornamen, die
durchzuführen zweckmässig erschien: z. B. Adriaen, Antonius, Peeter
in der vlämischen Sprache (letzterer Name in der altniederländischen
überhaupt), Adriaan, Antonis, Pieter in der holländischen. Doch
auch für den Vornamen galt der Grundsatz, wo in der eigenen
Bezeichnungsweise des Künstlers eine bestimmte Form regelmässig
wiederkehrt, diese beizubehalten: daher Jacomo statt Jacob Victor,
Hans statt Jan Jordaens, Antonis statt Antonius Mor. — Sollte es
auf diesem Wege gelingen, in die kunstgeschichtliche Literatur all-
mälig eine einheitliche, sowol dem besonderen Sprachgebrauch als
auch den ursprünglichen Quellen möglichst entsprechende Schreib-
weise der Namen einzuführen, so wäre das gegenüber der auf
diesem Gebiete noch immer herrschenden Willkür und Ungewissheit
gewiss kein Nachtheil.
*) In der Mittheilung der Daten gemäss den Resultaten der
Wissenschaft möglichst genau zu verfahren, scheint uns mit zu den
Aufgaben eines Katalogs zu gehören, und sind daher in manchen
Fällen kritische Bemerkungen hinzugefügt worden. Doch kann uns
bei dem weit zerstreuten Material, das sich an den verschiedensten
Stellen veröffentlicht findet, und bei den nicht immer ausreichenden
literarischen Hülfsmitteln, die uns zu Gebote stehen, Manches ent-
gangen sein, dessen Mittheilung im Interesse des Katalogs nur
willkommen sein kann.
 
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