Mitteilungen des Württembergischen Kunstgewerbevereins — 2.1903-1904

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Von Bermann Brauer.

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Zur Berftellung der jVIodelle »Tt eine genaue ?tlerhzeicbnung des
betreffenden JYIöbelftüches in natürlicher ©röfse erforderlich.

3tlir fehen auf der Hbbildung a neunerlei formen, welche teils
einmal, teils zweimal „aufgeriffen" find: JVr. j, 2 und 3 find dazu
beftimmt, die „Sitzzarge" zu bilden und zwar JVr. 1 den vorderen
teil, die „Vorderfcbwinge", ]Nr. 2 die rechte und Unke „Seiten-
febwinge" und JNr. 3 die „Binterfcbwinge".

Die JVr. 4, 5 und 6 ergeben
den Rücken nebft den Binter-
füfsen, ]Vr. 4 das „Kopfftüch",
JNr. 5 die „Zunge" und fir. 6
die beiden Binterfüfse. Die
Hrmlebnen befteben aus JSr, 7,
Hrmteil, und JHr. 8, Hrmlebn-
ftütze. JVr. 9 ergibt die beiden
Yorderfüfse.

Tom Zufcbneider wandert
die Diele zur JHafcbine und
zwar zunäcbft zur Bandfäge,
welche die einzelnen teile genau
nach den aufgeriffenen Cinien
berausfebneidet.

Abbildung b zeigt uns
den Stuhl, nachdem er die
Bandfäge zum erftenmal ver-
laffen bat. Die Bauptformen
find nun febon gut erfiebtlich,
aber fie find nur „nach einer
Seite gefebweift", fie erfordern jedoch, bei diefem Stuhl alle, eine
„doppelte Schweifung". Das beifst auf der Schnittfläche mufs mit
anderen JVIodellen die zweite Schweifung, fozufagen der zweite Um-
rifs, aufgeriffen werden, worauf die einzelnen teile (wieder mit der
Bandfäge) die Bearbeitung erfahren, nach welcher der tifcbler die
Bandarbeit mit dem „Zufammenbauen" beginnt.

Abbildung C ftellt den zufammengebauten Stuhl dar.
Hus diefer Hbbildung ift auch leicht die zweite Schweifung zu er-
leben, wenn man Hbbildung b und C vergleicht.
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