Verband der Kunstfreunde in den Ländern am Rhein [Editor]
Die Rheinlande: Vierteljahrsschr. d. Verbandes der Kunstfreunde in den Ländern am Rhein — 13.1907

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An unsere Leser!

^^r^it dieftm Hest beginnen die „Rheinlande", die von jetzt ab nur mehr in einer AuSgabe
^ » »E erscheinen, ihren siebenten Jahrgang. Sie sind über die Kinderjahre hinauS und be-
H" oürsen keiner grundsätzlichen Ankündigung mehr. Der große Leftrkreis hat ihre Not-
wendigkeit sür die rheinländische Kunft und ihre Berechtigung im deutschen Kunftleben eindring-
licher dargetan, als eö die schönften Worte vermöchten. So dürsen sich die Darlegungen des Her-
auSgeberö aus die Veränderungen und Verbesserungen beschränken, die mit dieftm Heft beginnen.

Die „Rheinlande" bringen sortab in jedem Heft eine oder mehrere, meift sarbige Kunft-
beilagen, darunter Originalblätter (Lithographien, Holzschnitte re.), Dreisarbendrucke, Feder-
zeichnungen usw., so daß der Jahrgang etwa zwei Dutzend ftlbftändiger Kunftblätter enthält,
die allein den Abonnementspreis von 12 M. überreichlich wert sind.

Die „Rheinlande" widmen dem literarischen Teil größeren Raum und Sorgfalt als biS-
her; nur die beiden erften Bogen jedes Heftes sind illuftriert und der bildenden Kunst gewidmet,
die letzten Bogen sollen nach Art deS vorliegenden Heftes Abhandlungen, Erzählungen, Gedichte
und Besprechungen bedeutsamer Werke und Ereignisse enthalten.

Die „Rheinlande" sind also kein Nachrichtenblatt; sie wollen mehr als bisher eine zwang-
loft Folge von Publikationen über alte und neue Kunft darftellen von bleibendem Wert. Weniger
im historischen Sinn als in der Absicht Anregung zu geben, Vergessenes und wenig Beachteteö
hervorzuheben, soweit es unftre Zeit bereichert und belebt. Stets in der Überzeugung, daß nach
allzuvielen Jahren gelehrtenhaster Weltbetrachtung nun eine künftlerische Auffassung zu Pflegen fti.

Die „Rheinlande" sind auch kein Literaten- oder Äfthetenblatt. Verdrossene Kritik liegt
ihnen fern wie unfruchtbare Begriffsklauberei. Um aber die Bucherscheinungen im Einzelnen
ausmerksamer zu versolgen und in der Nennung bedeutender Werke ein zuverlässiger Führer zu
ftin, hat der Herausgeber von ftiner eigenen Tätigkeit die Gebiete abgetrennt, die ihm einer be-
sonderen Vertretung bedürftig erschienen. Die Neuerscheinungen der Kunstwissenschaft wird
vr. Fritz Wichert, Assistent am Städelschen Kunftinftitut zu Frankfurt a. M., versolgen, die
Lyrik Albert Geiger in Karlsruhe und das Drama Wilhelm Schmidt-B onn, während
die Erzählungsbücher auch weiterhin vom Herausgeber betrachtet werden. NichtS weniger als
Vollftändigkeit wird hierin erftrebt; nur was im guten oder schlechten Sinn besprochen werden
muß, soll vor den Leftr kommen. Er wird, ftets von den ftlben Männern beraten, bald wissen,
wieweit er jedem trauen kann, und mehr Vertrauen und Führung gewinnen, als wenn er sich bei
jeder Besprechung einem neuen Standpunkt gegenüber sieht.

Die „Rheinlande" wollen mehr als bisher die alten Schätze heben, die in den Domen,
Häuftrn, Gärten und Gassen der Länder am Rhein verborgen sind. Hierbei wendet sich der
Herausgeber mit der Bitte um tätige Mitarbeit (Überftndung geeigneter Photographien re.) an
alle Leftr. Der Raum hiersür wird leicht gewonnen, wenn sie nicht mehr so viel wie jetzt von AuS-
ftellungen berichten. Aus die „ftarken Talente" im Sinne deS VerbandeS der Kunftsreunde in
den Ländern am Rhein hinzuweiftn, bleibt trotzdem ihre vornehmfte Pflicht.

Die Musikbeilage wird sortab Arnold Mendelssohn in Darmftadt besorgen.

Das Februarhest enthält unter anderm:

Arnold Fortlage: Carl Seibels (mit 15 Abbildungen).

(Eine Studie über den auch in der Iahrhundert-Auöftellung bis aus ein Bild
bei Lichtwark vergeffenen Kölner Maler, der im Iahre 1877 jung zu Neapel
ftarb und Tier- und Landschastsbilder von erftaunlicher Reife hinterlaffen hat.)

HermannHesse: Meine erste Schulzeit.

Wilhelmvon Scholz: Am Unterfte (mit Abbildungen).

HugovonHosmannsthal: Unterhaltungen über Tasso.

Der Herausgeber.
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