Verband der Kunstfreunde in den Ländern am Rhein [Editor]
Die Rheinlande: Vierteljahrsschr. d. Verbandes der Kunstfreunde in den Ländern am Rhein — 13.1907

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QILSLI.QI'I'L.

aus sbZespülteri Xompottbernen vom IVlitto§, uncl
er siebt §ar>2 wirblicb rot Ltis in äen bleinen
silbernen Llecbtssserl.

I^ntb bat I^ieselotte sns äern Lcbob unä scbiebt
nncl stopst ibr sIIerbLncl 2wi8cben 6ie 2öbne;
^sür^en nncl bliels, 6er inLwiscben ansxescblasen,
essen nnä snttern ancb rnit. Onbci söknen sie
sick 6nnn nns rnit 6er ?nppe, 6ie sie 6en
§an2en Vorrnitts^ nls Lin6rinZ1in§ betrscbtet
nn6 leicbt Zebsbt bnben, ^eleZentlicb nncb rnit
^ebrnrnrnten k'inZern ikren I^ocben nnbe §e-
bornrnen sin6, nrn ikr 2n ^ei§en, 6nb sie ^leicb
^e^ottelt vvnr6e, wenn sie nicbt gnt wöre.

^ber bsi 6ern ?uppensest sin6 wirblicb alle
bnn§ri§ ^ewor6en. IVIntti bnt 6ern ?eter, 6er
nls I^etLtes an^ewscbelt bnrn, seine IVIilcb vor-
we§§e^eben nn6 tröstet 6is nn6ern: bn!6 solls
8ckobo1n6s un6 Kncben ^eben, so viel wie slle
essen bönnen, nn6 6Lrans verlnn§t bliels, ba!6
soll so scbnell bonnnen wie ein llöis-löll, nn6
nicbt erst so wie binter 6ern k'rnbstnclc 6er
Lisrnnnn . . .

I)L Iclin§e1t3 en6Iicb nn6 nll 6ie bleinen
M66cben nn6 Lnben trippeln beran, weib nn6
ssstlicb, ^e6es tröZt ein bnntes 8öcbslcben in
6er Hnn6, stol^, 626 es sckenbsn bnnn. IIn6
^e6es brinZt sein ebrlicbes bleines 8tncb IVIenscb
rnit sicb, verscblossen, scbücbtern o6er voll
Öberrnnt, §sn2 wie's seine ^.rt ist, 6ie es 6ern
^llssernsinen ^nlisb önrcknns nicbt §snei§t ist,
ans^nZeben. ^.ber 6ie 8cboboln6e ans all 6en
InstiZen l'upsentLSsen nn6 6er §robs Mnn6e1-
brinZel, 6is brinZen 6ocb Zcblisblicb alles nnter
einen Hnt, nn6 blsiben 6nnn 6is bleinen Mönl-
cben snr eins Wsils stnrnrn, sin6 sie 6e8we§en
nicbt nntütiZ.

I^ntb bat 80 8ebr Aewnnscbt, 6ie Mntter
rnäcbtsn 6ock nncb rnitbornrnen, weil 2N ibrern
Qebnrt8t3^ §ern recbt viel IVIenscben 6n 8ein
sollen. 8ie trästet sicb erst, nls IVIutti rneint,
sie bönne rnbi§ 6ie ?nppen rnit^äblen — ^3,
Lncb 6ie obne Leine, nn6 Qret^e, 6er bliels 6ie
^.n§en ein§s6rücbt bst — nn6 so sin6 es ^n
ibrer k'rsnüe irnrner nocb viel rnebr 3I3 2ebn
IVIenscben.

VVis6er nn6 v^ie6sr ^öblt sis nncb, süblt
sicb nls ein^iZ Qrobe, 6is scbon sieben ^labr
alt ist, nn6 sübrt spöter 6ie bleine 8nn6s bei
8pie1 nn6 I-,örrn irn Qnrten nn. 8eisenblL8en
wer6en ^ernscbt nn6 l'ip Zsspielt, nn6 I^ntk
söbrt Lllernnl rnit ?o1i2siso163ten3tirnrne 6n-
2wi8cben, wenn ibr ir§sn6wn8 nicbt in Or6nnn§
2n sein 8cbeint.

?nppe b,is8e1otte sitrrt irn Wö§e1cbsn nn6
§ncbt rnit Zroben ^VnZen ?n. 8ie 6nrs nicbt
rnit8pie1en, I^ntb rnoZ nicbt, 63b ein 3n6erer
sie nirnrnt, we^en scbrnnt^i^er ssön6e nn6 Hin-
snllen, 83§t sie, nber es ist nocb etwos 3n6eres
63, W38 sicb nicbt 83§en löbt — so wie rn3n
8eisenbl3sen seben 3ber nicbt 3ns3ssen b3nn.

8pöter erst bsirn Lr^beeressen bolt I^ntb ibre
?nppe wie6er 3ns 6en 8cbob, nn6 ^3N2 besinn-
licb, §ut nn6 rnütterlicb wir6 sie rnit ikr, 3ls
3II 6ie weiüen Isüte nn6 Littelcken ^nr Qnrten-
tür Kin3ns§ebüpst sin6, ein bibcben nnwüli^
vorn 3bko1en6en I^rönlein ^n Qntenncbt nn6
L)3nbs Ze^wnn^en.

I^ntb 63rs bente lönZer nnsbleiben 3I3 6ie
Lnben. 8ie §ebt 3nk 6er Ver3n63 bin nn6 ber,
scknnbelt ikr ?üppcben irn ^rrn nn6 8in§t ibr
ein Qie6 vorn 83nber1ie8cben, 633 sie wie 3lle
ibre 3nsZe63cbten Qie6er N3cb 6ern ersten IVI3I
^leick wie6er vsrZibt:

<ZLS ALNL sllein in'n Walit,

nnr clis Lonns spislte rnit itrr
irnrner weiter Ltnnci nrn Ltnnci.

Wsr sollt riis XarnsrLcls sein?

^.Is clis Icarn,

als ctis clnnlcls kinstrs Icnrn,

^in§ ctas Lanbsrlissclien Iclein

rnit 6sr Lonns in ilrr Wolbenbett binsin . . .

80 Zebt e8 nocb en61o3 weiter, nnr Lnweüen
nnterbricbt 8ie 3icb, nm srob 3N8 ibrer 8icber-
beit 2N bären, wie 6ie Bnben. beirn W38cben
c^nieben, bliel3 3ncb rnit 2wit8cbern6er 8tirnrne
vorbrinZt, W33 er 2N 8einem Qebnrt8t3§
brie§en will: einen Znn^en l'oZ e58en, einen
A3N2LN 1?3§ b36en, einen §3N2SN 1*3A rnit IVIntti
3N8§eben — 06er be33er nocb 8iebenrnei1en-
8tisse1? bsein, 8iebenmei1en8tiese1 will 8cbne11
IürZen, bliel5 80II 8icb lieber 8eine 3n6eren
leile wün8cben . . .

Rntb bücbt 8icb N3cb einern 8onnenb3ser,
6en Qie5e1otte 3ns ibren 8cbnb bebornrnt —
seine, §nte, büb3cbe, liebe Qis8s1otte! ^V11e3
W33 8ie WÜ1, 8011 8is eintnnl von ibr ^nrn
Qebnrt8t3§ brieZen . . .

Qn6 wie 8ie 30 weiter 3ns nn6 nieäer §ekt,
8inZt, ibr ?üppcben 3N 5icb 6rücbt nn6 8eins
^roüen 2nrn b!ie6er8cbl3§en bereiten /tn§en vor
6er §e1ben ^Vben68onne 5cbüt2t — 63 sö11t8 ibr
rnit einernrnnl §3N2 §en3n sin, W35 8ie ei§ent-
licb wer6en will.

Lein 8cbn5ter nn6 bein 3tn6ent, 3ucb nicbt
6ie l'rnu von einern 8tn6enten, §3N2 einfncb
bloü IVIntter wül Lie wer6en, nn6 Zleicb bnn6ert
Lin6sr, nn6 3ie 3Üe 80 8ebr Lcbrecblicb lisb b3ben.

^.ber Qie^elotte br^ncbt nicbt b3n§e 2N 3ein,
8is bleibt 6e8b3lb 6ocb 6ie 8s8te.

blicbt W3br, Qie^elotte?

Mit 8cb3nbe1n nn6 8n-8n beZinnt ^ntb ein
nene8, nocb viel 8cbönere5 I^ie6 vorn 83nber-
lieLcben, nn6 3I8 5is vor8icbti§ Qie^elotts in3
Qe^icbt Zncbt, 63 8cb1öst 8ie, §3N2 ie8t — 3cb
^3, 633 i8t nnr §nt, 636 8is en6Iicb Lcklöst.
Xin6er rnü85en 6ocb 3ncb rnü6e 8ein 3n 6ern
l3n§en 13§, wo 635 IVlüttercben Qebnrt5t3§
b3t. Qn6 63nn §3N2 §1sicb ein8cbl3sen, 8ti11
nn6 rnön5cben8üü!

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