Zeitschrift für Ästhetik und allgemeine Kunstwissenschaft — 15.1921

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304 WILLY DROST.

wegten Seelenzuständen darstellt, seine Tafel füllen, so daß die un-
interessierte Tiefe — dieses Wahrzeichen des Realismus — kaum in
Betracht kommt oder in festen Zusammenhang mit der wirksamen
Gruppe gerät. Zieht er aber doch die Landschaft in sein Bereich und
zwingt dem unendlichen Freiraum mit der unermeßlichen Fülle des
Lebens in ihm allein seinen Willen auf, wie man es oft in der heutigen
Landschaftsmalerei sieht, so werden wir uns kaum eines Gefühls der
Selbst-Überhebung enthalten können. Bei dem Rembrandt unserer ex-
pressiven Landschaft war der tiefe holländische Realismus mit dem per-
sönlichen Ausdruckswillen des Künstlers eine Verbindung eingegangen,
die uns doch noch in den Gegenständen eine tiefgegründete Objektivität
fühlen ließ. Und auch er kam ja von der Figur zur Landschaft, und
die Landschaftsmalerei spielte nur eine untergeordnete Rolle in seinem
Schaffen.
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