Zeitschrift für Geschichte der Architektur — 4.1910/​11

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Bibliographie zur Geschichte der Architektur. 157

Zum Schluß möchte ich noch auf die überraschende Ähnlichkeit der Wandlungen
hinweisen, die beide Schlösser durchgemacht haben. Der jetzige Zustand der Südfront
von Weißensee stimmt in vieler Hinsicht mit der Ostseite des Landgrafenhauses über-
ein, wie sie vor der Wiederherstellung durch v. Ritgen aussah. Ich beziehe mich auf die
Aufnahme von Baurat Sältzer vom Jahr 1840 (nach der Wiedergabe im Wartburgwerk).
Die Vermaueruug der Arkaden und der Einbruch viereckiger Fenster ist in beiden
genau dieselbe; sogar der Abortserker findet sich hier wie dort, und zwar genau in
gleicher Weise und an ähnlicher Stelle eingebaut. Man kann daraus schließen, daß
derselbe Baumeister die Wartburg und Weißensee verschandelt hat, um sie den bescheiden
gewordenen Verhältnissen anzupassen. Daß derselbe Baumeister die romanischen Herren-
burgen gebaut hat, darf man nach allem, was oben ausgeführt ist, getrost annehmen.

Nach der oben gegebenen Darstellung ist es selbstverständlich, daß sie keiue
abschließende Arbeit darstellt. Diese ist erst möglich, wenn die jetzt in der Mauer
steckenden Einzelheiten, besonders die Kapitelle der Fenstersäulen, bei irgendeiner
günstigen Gelegenheit bloßgelegt werden. Auch wenn nur eins oder zwei solcher
Kapitelle zutage gefördert werden, läßt sich ein ziemlich sicheres Urteil über die Er-
bauungszeit und überhaupt über das Verhältnis zum Landgrafenhause der Wartburg
gewinnen. Daß Weißeusee auch einmal, wie die Wartburg, wiederhergestellt werden
könnte, daran ist wohl nicht zu denken, so sehr man es wünschen könnte. Es hat
freilich von der früheren Bedeutung, die es der Wartburg fast ebenbürtig machte,
zuviel eingebüßt.

Bibliographie zur Geschichte
der Architektur.

Neuere Kunstgeschichte.
Schweden (1909—1910).

Von August Hahr.

I. BÜCHER UND GRÖSSERE BILDER-
WERKE MIT TEXT.

Gamla Svenska städer. Samlingsverk i
bilder jämte text. H. 2. Stockholm 1909.
Utgifvetaf Svenska Teknologföreningens
Afdelning för husbyggnadskonst (79 sidor
med text och bilder).

Heft 2 gibt photographische Abbildungen von
Häusern, Höfen, Straßen, Gäßchen der Städte
Ystad, Malmö, Kalmar, Jönköping, Vadstena,
Wisby, Nyköping, Strängnäs, Örebro, Nora, Ar-
boga, Vesteräs, Stockholm und Upsala wieder
und enthält außerdem ausführliche topographisch-
architektonische Beschreibungen von Gotenburg
(H. L. Romdahl) und Jönköping (R. Björk-
man).

O. Granberg, Skoklosters slott och

dess SamUngar. Andra lipplagen Stock-
holm 1909 (79 s.).

Eine kleinere Ausgabe von des Verfassers 1905
erschienenen Schrift über das berühmte Schloß
zu Skokloster und dessen umfassenden Kunst-,
Möbel- und Waffensammlungen.

Svensk Arkitektur. Uppmätningar af
äldre svenska byggnadsverk jämte f o -
tografi- reproduktioner och text, ut-
gifna af Arkitekturminnesföreningen
H. 1—2. Stockholm 1910.

Das unter glücklichen Auspizien begonnene
Werk soll umfassen: Photographien, Messungen,
Detailzeichnungen nebst Text von schwedischen
kirchlichen und profanen Bauten älteren Datums
und zwar auch Beispiele der bäuerischen Holz-
architektur. Die Herausgeber sind Schüler der
Architekturabteilung der Kgl. Kunsthochschule
zu Stockholm.

Svenska slott och herresäten vid 1900-
talets början. Stockholm 1908 (forts.) —
Bisher 20 Hefte herausgegeben. Das stattliche
Werk wird auf 50 Hefte zu einem Preise von
250 Kr. berechnet.

Etwa 80 Schlösser und Herrensitze, die sich

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