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Badische Fundberichte: amtl. Nachrichtenbl. für die ur- u. frühgeschichtl. Forschung Badens — 14.1938

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https://doi.org/10.11588/diglit.42535#0029

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25

Wiesloch. Drei römische Bronzemünzen. 1. Domitius Domitianus, 18 mm. — 2. Aure-
lianus (270—275), 18 mm, etwa Cohen VI, 219—222. — 3. Magnentius (350—353), 22 mm,
beinahe übereinstimmend mit Cohen VIII, 41. Alle drei in der vorgeschichtlichen Samm-
lung der Ruprecht-Schule in Wiesloch, die beiden letzteren als Geschenk von Hauptlehrer
Alsweiler; sie fallen insofern auf, als sie der Zeit nach dem Fall des Limes angehören.
Mitteilung und Bestimmung von Prof. Raupp (E. Wahle).
Wollmatingen (A.Konstanz), Gewann „Mauern". Kupfermünze Hadrians (Beck).
Alemannisch-fränkische Zeit.
Aus der Kampfzeit (260-450 n. Ehr.) stammen Edingen und Seckenheim. Die
Untersuchung von Wahle in Werbach erfolgte wegen der Nähe des bekannten frühen
Grabes, feine beiden Aufsätze erörtern diese wichtigen Fragen. Im vorliegenden
Heft schildert P. H. Stemmermann den Friedhof von Kirchheim bei Heidelberg, der
aus der Zeit alemannischer Besiedlung in Nordbaden und dem Beginn der Reihen-
friedhöfe stammt. Von diesen werden Gräbergruppen berichtet von Nußloch,
Rheinsheim (44), Singen, Straßenheimer Hof (9) und Whhlen (30). In Donau-
eschingen wurden mindestens 80 Gräber bewegt; bei Obergrombach konnte W. Bauer
seine Untersuchung mit der Zahl von 280 Gräbern abschliehen. Insgesamt wurden
aus 27 Friedhöfen etwa 370 Gräber freigelegt bzw. angeschnitten; die Anzahl der
Friedhöfe und ihre Größe ist ein Zeichen dafür, daß die Volksdichte in merowingi-
scher Zeit sehr viel größer war als in den vorhergehenden Perioden. Bef Tiengen
A.Freiburg wurden in einem Iahr auf einer Heutigen Gemarkung drei geson-
derte Friedhöfe angeschnitten, wovon nur einer schon bekannt war. An Einzelheiten
sei noch auf die Münzen von Mengen (nur eine aus der Zeit, die andern römisch
oder gar Latöne) und das Brandgrab von Whhlen hingewiesen
Einen wesentlichen Beitrag zur alemannischen Technik und Wirtschaft ver-
danken wir W. A. Guhan, Schaffhausen; die Verhüttung von Eisenerzen des ober-
sten Dogger, die heute wieder eine große Rolle spielen (Gutmadingen, Zollhaus-
Blumberg) ist in so früher Zeit um so überraschender, als Bohnerze ebenfalls vor-
handen und leicht zugänglich waren.
Buggingen (A.Müllheim). Geostetes Grab, an jedem Arm ein Bronzering. Wohl
alemannisch (Scheffelt).
Dvggingen (A.Donaueschingen). Beim Holen von Steinen stieß man südlich des Dorfes
am Kalberrain auf zwei Steinkisten, die offenbar von in früheren Iahren einmal ge-
öffneten Gräbern stammen. Die Lage des Kalberrains zum Dorf entspricht genau der der
alamannischen Friedhöfe von Nnadingen und Bachheim zu ihren Siedlungen. Genaue
Untersuchung der Stelle erst im Frühjahr möglich (Revellio).
Donaueschingen. Im August 1937 wurde bei Planierungsarbeiten für das neue
Offizierskasino der Reihengräbersriehof „beim Tafelkreuz" wieder angeschnitten und
das unmittelbar bedrohte Stück von Prof. Dr. P. Revellio untersucht und in den Schriften
des Vereins für Geschichte und Raturgeschichte der Baar (Bd. 1937, S. 183 ff., mit 2 Ta-
feln) beschrieben.
Der Friedhof liegt auf dem nach Süden geneigten Hang an dem alten Höhenweg, der
bei St. Sebastian von der Römerstraße nach Rottweil abzweigt und nach Billingen führt.
Er ist seit 1879 bekannt. Damals wurden 22 ausgemauerte Gräber mit großen Deckplatten

i Weitere Gräber, die vielleicht merowingerzeitlich sind, mögen unter den „Gräbern
ohne Beigaben" verborgen sein, die unten aufgezählt werden. (z.B. Sölden, Wolter-
dingen).
Erwähnung der Bronzepfanne von Güttingen: Werner, I., Italisches und Kop-
tisches Bronzegeschirr des 6. und 7. Jahrhunderts in: Festgabe aus Athen. Nordwärts der
Alpen Theodor Wiegand dargebracht. Darin: die Güttinger Bronzepsanne ab Seite 81
mit 2 Abb. im Text.
 
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