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Badische Fundberichte: amtl. Nachrichtenbl. für die ur- u. frühgeschichtl. Forschung Badens — 18.1948/​1950

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https://doi.org/10.11588/diglit.42247#0209

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Fundschau 1944—1348: Jungsteinzeit

205

13. Stadtteil Obersäckingen „Äußere Wasserfuhren“.
Im Februar 1948 fanden sich bei einer Geländebegehung südlich der schon
früher erwähnten Fundstelle eine Klingenspitze, ein Bohrer, mehrere Klingen-
bruchstücke und Silexabfall. Wahrscheinlich besteht zwischen beiden Fund-
stellen ein Zusammenhang. Auch der neue Platz liegt an einem alten, heute
nicht mehr vorhandenen Wasserlauf (Bad. Fundber. 17, 1941—1947, 72, 255).
Mtbl. 166 Säckingen. — Verbleib: Heimatmuseum Säckingen.
(Eg. u. Em. Gersbach)

Steinbach (Bühl).
Auf dem Ausläufer des Höhenrückens zwischen Gallenbach und dem Burger-
hof fanden sich gegen die Rheinebene zu mehrere bearbeitete Feuersteine.
Mtbl. 67 Baden-Baden. — Verbleib: Stadtgeschichtl. Slg. Baden-Baden. (Braun)

Wehr (Säckingen) „Stockäcker“.
Im Februar 1948 wurden auf einer sanft ansteigenden Kuppe südlich des Meier-
hofes, nördlich der Burgruine Wehr, mehrere Silices gefunden, unter ihnen ein
Rundkratzer, ein Schaber, zwei Nuclei und eine Anzahl Absplisse; alles aus
Dinkelberghornstein und Chalcedon.
Mtbl. 154 Wehr. — Verbleib: Heimatmuseum Säckingen. (Em. Gersbach)

Jungsteinzeit
Die in der Berichtszeit 1944—1948 angefallenen Funde der Jungsteinzeit sind
geeignet, das in Band 17, 1941—1947, 257 gezeichnete Bild in wesentlichen Punk-
ten zu ergänzen. An Siedlungen sind allein im Breisgau gleich sieben Stellen
mit Michelsberger Materialien bekannt geworden und zwar: Eichstetten, Em-
mendingen (3), Ihringen, Jechtingen (Grab) und Leiselheim. Besonders er-
wünscht ist das Hockergrab von Jechtingen (Taf. 34, A), das mit voller Sicher-
heit als Grab angesprochen werden kann (vgl. Bad. Fundber. 17, 1941—1947,
112 ff.). Aus dem südlichen Auslaufgebiet der Bandkeramik sind mit Leisel-
heim und Ihringen zwei weitere Fundpunkte bekannt geworden. Auch
in der Frage der Rössener Kultur ist die Forschung weiter gekommen.
Funde von Jechtingen und Königschaffhausen hat W. Kimmig zum Anlaß ge-
nommen, einmal den Gesamtbestand dieser Kulturgruppe am südlichen Ober-
rhein, in der Schweiz und Liechtenstein aufzuarbeiten (vgl.. S. 42 ff.), während
A. Stroh neue reiche Materialien aus Obergrombach bei Bruchsal zum Aus-
gangspunkt einer größeren Abhandlung gemacht hat (vgl. S. 29 ff.).
Vor allem Leiselheim im Kaiserstuhl hat sich auch sonst durch überraschende
Funde hervorgetan. Von hier stammt ein eigenartiges Grab wohl der Schussen-
rieder Gruppe (vgl. S. 60 ff.), das sich mit dem bekannten Prachtgefäß von Bi-
schoffingen und Funden der Straßburger Gegend in Verbindung bringen läßt
(Taf. 14 unten 3). Wieder kommt dabei, wieso oft, die enge, wohl linksrheinische
Verbindung Straßburg—Kaiserstuhl zum Ausdruck. Von Leiselheim stammt
aber auch der erste schnurkeramische Fund des südlichen Oberrheintales, der
stilistisch stark an die Schweiz anklingt (Abb. 8). W. Kimmig hat danach eine
Verbreitungskarte der Schnurkeramik im Raume nördlich der Alpen entwor-
fen (vgl. S. 63 ff.). Aus ihr wird deutlich, daß die Streitaxtkultur in der Haupt-
sache östlich des Schwarzwaldes in die Schweiz vorgedrungen ist.
 
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