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Badische Fundberichte: amtl. Nachrichtenbl. für die ur- u. frühgeschichtl. Forschung Badens — 18.1948/​1950

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https://doi.org/10.11588/diglit.42247#0346

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342

Buchbesprechungen

8 Beiträge endlich vereinigt das Schlußkapitel „Frühgeschichte und Nachbarwissen-
schatten“ : E. Becksmann unterzieht die Fundstelle des Homo Heidelbergensis
einer genauen geologischen Prüfung. •— R. Gradmann richtet einen Appell an
die Prähistoriker, der Geographie archäologische Karten zur Verfügung zu stellen
und macht dazu positive Vorschläge. — R. Thurnwald erörtert unter dem Titel
„Psychosoziologische Völkerforschung und Frühgeschichte“ die Möglichkeit, die Er-
gebnisse der Ethnologie der Urgeschichte dienstbar zu machen. — H. Krähe
handelt über die sprachliche bzw. ethnische Zuweisung vordeutscher Ortsnamen und
zeigt an Hand von Beispielen, mit welcher Vorsicht man etwa bei der Zuweisung
von keltischen oder illyrischen Namen zu Werke gehen muß. — Unter dem Titel
„Vorgeschichtliche Handelswege in Ägypten“ erörtert S. Schott das System der
sogenannten „Staffeldaten“ am vorgeschichtlichen Fundstoff Ägyptens und gelangt
auf Grund verschiedener Erwägungen zu einer neuen Gliederung der letzten vor-
geschichtlichen Epoche im Niltal. •— F. Ernst gibt einen Überblick über die Ent-
wicklung der frühgeschichtlichen Forschung in England am Beispiel des Fundes von
Sutton Hoo, sowie an Büchern von T. D. Reed, J. und Ch. Hawkes, vor allem aber
von V. Gordon Childe. — Mit einer Studie über „Goethes Verhältnis zur früh-
griechischen Kunst“ greift R. H e r b i g ein vom Jubilar besonders geschätztes
Thema auf. — Den Beschluß des Buches macht F. Baethgen mit kritischen Be-
merkungen über die „Künftige Gestaltung der Monumenta Germaniae Historica“.
Wolfgang Kimmig
Cahiers d’Archeologie et d’Histoire d’Alsace Nr. 121—127, 1940—1946; 128,
1947; 129, 1948.
Wir freuen uns, unsere Leser darauf hinweisen zu können, daß die Societe pour la
Conservation des monuments historiques d’Alsace in Straßburg ihre Tätigkeit wie-
der aufgenommen hat und seit Kriegsende unter der Schriftleitung von J. J. Hatt
die 3 oben angezeigten Hefte der „Cahiers ... d’Alsace“ herausbringen konnte. Bei
der Bedeutung, welche die ur- und frühgeschichtlichen Funde der anderen Rhein-
seite für jede der beiden oberrheinischen Landschaften haben, ist jeder Zuwachs
an neuveröffentlichtem Fundstoff nur zu begrüßen. Eine kurze Inhaltsübersicht der
3 Hefte mag eine Vorstellung von der Mannigfaltigkeit der im Elsaß in den letzten
Jahren geleisteten Arbeit geben: In Heft 121—127 legt u. a. H. Ulrich ein Glocken-
bechergrab von Achenheim und die ersten Ergebnisse einer Grabung in den Hall-
statt-Grabhügeln des Brumather Forstes mit reichen Bronzebeigaben vor. —
A. Riff veröffentlicht die während des Krieges untersuchten Gräber des gallo-
römischen Friedhofes von Brumath-Stephansfeld (vgl. dazu meinen Vorbericht, Volk
und Vorzeit 1940, H. 2, 71 ff.). — R. F o r r e rs m. W. letzte Publikation betrifft einen
interessanten spätrömischen Turm bei Dachstein, nordöstlich von Molsheim auf dem
Südufer der Breusch gelegen, der die römische Straße durch das Breuschtal schützte.
— Aus Heft 128 ist die Veröffentlichung der Grabungen auf dem Donon in den
Jahren 1934—1938 durch G. Czarnowsky und E. Linckenheld hervorzu-
heben. •— In Heft 129 bringt J. Braun Hallstattgräber aus Kolmar mit reich ver-
zierten Bronzearmringen, J. J. Hatt veröffentlicht die Einzelfunde der Grabung
unter dem Straßburger Kornspeicher (s. dazu den Vorbericht von F. Garscha, Volk
und Vorzeit 1941, 33—46) und andere römische Fundgruppen aus Straßburg sowie
einen aufschlußreichen Münzdepotfund, leider nicht gesicherten Fundorts, der neben
offiziellen Münzen des 3. und 4. Jhdts. n. Chr. an die 300 „Minimi“, barbarische
Nachprägungen des 3. Jhdts. in Kleinstformat, enthält.
Eine Korrektur und zugleich Ergänzung sei hier gestattet: Frl. C. Sauer ver-
öffentlicht (Heft 121—127, 199 ff.) 1 Skelett- und 5 Brandgräber aus Straßburg-
Königshofen und datiert den Fund in die „Basse Epoque“, wobei sie offenbar an das
3. und 4. Jhdt. denkt. Für das Skelettgrab ist ihr darin ohne weiteres rechtzugeben,
nicht aber für die Urnengräber. Urnengräber, die weiter als höchstens bis in die
Mitte des. 3. Jhdts n. Chr. hinabreichen, sind in Gallien äußerst selten (vgl. dazu
die nützliche Zusammenstellung von A. D. Nock, Cremation and Burial in the Ro-
man Empire, in: Harvard Theolog. Review 25, 1932, 321 ff.). Von den 5 Königs-
hofener Brandgräbern werden Grab II und Grab V wohl ins 3. Jhdt. zu datierten
sein, Grab III ist gutes 2. Jhdt., und Grab IV mit den beiden Fibeln des Typs Alm-
gren 241 mit glattem Bügel, die ich Bad. Fundber. 17, 1941—1947, 182 ff. ausführlich
 
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