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Badische Fundberichte: amtl. Nachrichtenbl. für die ur- u. frühgeschichtl. Forschung Badens — 18.1948/​1950

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https://doi.org/10.11588/diglit.42247#0343

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cense“ vor. — Dem spätkeltischen Eburodunum-Yverdon ist ein Aufsatz von
A. K a s s e r gewidmet „Contribution ä l’etude des vestiges d’Eburodunum“, der
einen Plan des römischen Castrums und sehr interessante spätlatenezeitliche Ke-
ramik, darunter eine prachtvolle bemalte Flasche abbildet. — Der Anlage des
Forums sowie einem Mithräum im alten Noviodunum-Nyon ist eine Studie von
E. Pelichet „Un ensemble monumental romain ä Nyon“ gewidmet. — Nicht un-
erwähnt bleiben sollen endlich Beiträge von R. Bosch über das aargauische Denk-
malschutzgesetz, von V. Bodmer-Gessner über Eindrücke aus englischen Mu-
seen und von H. G. B a n d i über die Tätigkeit der urgesehichtlichen Vermittlungs-
stelle für Fliegeraufnahmen.
Die 13 Aufsätze, die in der Festschrift für den nunmehr 70jährigen Direktor des
Historischen Museums in Bern und gleichzeitigen Fachvertreter an der dortigen
Universität, Otto Tschumi, zusammengefaßt sind, gehen weit über den Rahmen
einer landesgeschichtlichen Veröffentlichung hinaus. Fachkollegen aus Deutschland,
England, Frankreich, Italien, Schweden und Ungarn haben sich zusammengetan, um
eine der markantesten Gelehrtengestalten der älteren Generation zu ehren. P i a
Laviosa-Zambotti eröffnet den Reigen mit einer Studie über Ursprung und
Verbreitung des vielerörterten Indogermanentums („Intorno alle Origine e alla
espansione degli Indoeuropei“). — E. Octobon beschäftigt sich mit dem Entwick-
lungsproblem Paläolithikum-Neolithikum („Reflections sur l’hiatus, ses deux Aspects:
Paleomesolithique et meso-neolithique“). — Marc R. Sauter, der verdienstvolle
Erforscher der wallisischen Urgeschichte, handelt über „le Neolithique du Valais“
und bringt hier vor allem neue wichtige Unterlagen zur Geschichte der Steinkisten-
kultur vom Typus Chamblandes-Glis. — „Die Gliederung der schweizerischen Früh-
bronzezeit“, ein viel erörtertes und mit wechselndem Erfolg behandeltes Problem,
wird von E. Vogt in ganz neuer und umfassender Sicht vorgenommen. Mit Aus-
nahme seiner Formulierungen über Aunjetitz in der Schweiz, ein Punkt, in dem
wir Vogt nicht beipflichten können, wird hier die Erforschung eines besonders wich-
tigen Zeitabschnitts auf eine ganz neue Grundlage gestellt. — G. Childe unter-
zieht die absoluten Daten, auf denen das chronologische System der Bronzezeit und
der Urnenfelderkultur beruht, erneut einer kritischen Untersuchung („Cross Dating
in the European Bronze Age“). Hier sei nur angemerkt, daß die Vasenkopfnadel von
Boghazköi (Abb. 4) mit oberbayrischen und tiroler Formen nichts zu tun hat, son-
dern einer jungurnenfeiderzeitlichen Gruppe (Hallstatt B) des Ostalpengebietes an-
gehört. — K. Keller-Tarnuzzer begründet eingehend seine Ablehnung der
Paret’schen Pfahlbautheorien („Mein Standpunkt in der Pfahlbaufrage“). —
P. Reinecke gibt einen „Neuen Bronzehelm italischer Form aus der Ukraine“
bekannt. — O. Schlaginhaufen handelt über „Ein Skelett aus der Latenezeit
mit trepaniertem Schädel“. — Im Rahmen von „Betrachtungen über das alamani-
sche Gräberfeld am Bernerring in Basel“ unterzieht R. Laur-Belart die 42 auf-
gedeckten Bestattungen einer Durchsicht nach Datierung, Grabbau, Ausstattung,
Verteilung im Gräberfeld, sozialer Stellung und familiären Beziehungen und gelangt
dabei zur Unterscheidung von 5 verschiedenen Grabbezirken, die er mit Sippen-
anlagen in Verbindung bringt. — An Hand einer „Awarischen Gürtelgarnitur aus
Keszthely (Ungarn) weist A. A1 f ö 1 d i die Vermittlung oströmischer und persischer
Kunstmotive zu den ungarländischen Awaren nach. — Die bedeutende Stellung der
„Burgundischen Schweiz in spätmerowingischer Zeit“ erläutert N. Aberg. — „Unter-
suchungen an einem 700jährigen Lärchenstamm von Saas-Fee (Wallis)“ führen
W. Rytz zu der Erkenntnis, daß „die Jahrringchronologie noch eingehender und
auf breitester Basis erhobener Vorarbeiten“ bedarf, bis sie zu einem wichtigen Hilfs-
mittel der urgesehichtlichen Chronologie werden kann. — Abschließend gibt W. U.
G u y a n einen Überblick über die Neuaufstellung der „Ur- und frühgeschichtlichen
Schausammlung des Museums zu Allerheiligen in Schaffhausen“, die zu den modern-
sten und eindrucksvollsten Sammlungen dieser Art gehört.
Wolfgang Kimmig
Reinecke-Festschrift. Zum 75. Geburtstag von Paul Reinecke am 25. September
1947. Herausgegeben von Gustav Behrens und Joachim Werner. Schriftleitung
Hans Klumbach. Mainz 1950, E. Schneider Verlag. In Ganzleinen gebunden,
180 Seiten, 43 Tafeln, zahlreiche Textabbildungen.

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