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Badische Fundberichte: amtl. Nachrichtenbl. für die ur- u. frühgeschichtl. Forschung Badens — 18.1948/​1950

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https://doi.org/10.11588/diglit.42247#0211

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Fundschau 1944—1948: Jungsteinzeit

207

Schuhleistenkeile aus serpentinisiertem Gestein, L. 9—13 cm (Taf. 38 unten),
drei durchbohrte Keulen aus ähnlichem Gestein, wahrscheinlich Rheingerölle,
Dm. 8,5—14 cm (Taf. 38 oben).
Auch in dieser Berichtszeit hat Hans Klaus, Sohn des Karl Klaus II von Bi-
schoffingen immer wieder die Äcker im Bereich des „Breitenfeldes“ und des
„Käppele“ abgegangen und dabei bandkeramische und teilweise auch mittel-
alterliche Scherben aufgelesen (Bad. Fundber. 15, 1939, 11; 16, 1940, 11; 17,
1941—1947, 258).
Mtbl. 96 Sasbach. — Verbleib: MfU. Freiburg. (A. Eckerle, Kimmig)
Dossenbach (Säckingen) „Thalgrub“.
Im April 1948 wurde am Ostabhang des Dinkelberges gegen das Wehratal zu
in einem Wäldchen zwischen den Punkten 474,7 und 454,0 des Mtbl. ein Menhir
aus grauem, körnigen Granit gefunden, der vor einiger Zeit durch eine An-
grabung in östlicher Richtung umgestürzt ist. Der Menhir ist 1,7 m hoch und
mißt an seiner Basis 0,8 m, an seiner Spitze etwa 0,2 m im Dm. Seiner Form
nach hat er die Gestalt einer Pyramide von rundlichem bis ovalen Querschnitt.
Der neue Menhir ist von jenem auf der Gemarkung Schwörstadt, Ortsteil Nie-
derdossenbach, Flur „Sitthau“ nur 1,3 km entfernt. Auffallend ist, daß beide
Menhire nicht auf freien Kuppen, sondern an Abhängen errichtet worden sind.
Ortsansässige haben berichtet, daß der Menhir im Volksmund unter dem Na-
men „der Stein“ bekannt sei und vor zwölf Jahren noch aufrecht gestanden
habe.
Mtbl. 154 Wehr. — Verbleib: an der Fundstelle. (Em. und Eg. Gersbach)
Ebringen (Freiburg) „Schönberg“.
Das Gipfelplateau des Schönbergs lieferte auch in der Berichtszeit ständig Si-
liees und Scherben, die verschiedenen steinzeitlichen Gruppen angehören (Bad.
Fundber. 17, 1941—1947, 259).
Zu Rössener Scherben s. u. „Urnenfelderzeit“.
Mtbl. 116 Ehrenstetten. — Verbleib: MfU. Freiburg. (Unser, Kimmig)
Eichstetten (Freiburg) „Ruhland“.
Im April 1947 stieß der Landwirt Karl Hornecker beim Abböschen seines Ackers
auf eine dunkle Einfüllung, die Scherben der Michelsbergerkultur und einige
Tierknochen enthielt.
Funde:
1. Schlanker Becher mit leicht ausbiegendem Rand. Randzone flüchtig geglät-
tet, übriger Körper durch eine Art Bürstenstrich schräg aufgerauht. Hart ge-
brannt, gelbbraun, H. 14,5 cm (Taf. 35, C 2). — 2. Oberteil einer flaschenartigen
Amphore. Rand kantig, aber unregelmäßig abgestrichen. Innen und außen
flüchtig geglättet, geschlämmt, rötlichbraun mit dunklen Flecken. Mittelfeiner
Ton, hart gebrannt, erhaltene H. 12 cm (Taf. 35, C 1). — 3. Mehrere dickwan-
dige Scherben mit ganz grobem Schlickauftrag. Dieser ist in Klümpchen un-
regelmäßig aufgespritzt. Innen flüchtig geglättet, rötlichbraun.
Von den Knochen sind bestimmbar: Rothirsch (Cervus elaphus). Ein Stangen-
fragment mit Augensproß einer Abwurfstange, zwei kleine Stangenfragmente,
ein Fragment vom distalen Ende eines Metacarpus. Bos spec., zwei Hornzapfen
eines Tieres, ein Astragalus.
Mtbl. 97 Endingen. — Verbleib: MfU. Freiburg . (Kimmig, Schmid)
 
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