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Badische Fundberichte: amtl. Nachrichtenbl. für die ur- u. frühgeschichtl. Forschung Badens — 18.1948/​1950

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https://doi.org/10.11588/diglit.42247#0225

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Fundschau 1944—1948: Bronzezeit

221

fältige Ausgrabung konnte u. a. acht Grabgruben in einem Hügel, die mehr-
fache Belegung eines Grabes, die wahrscheinliche Bestattung in Baumsärgen,
außerdem zahlreiche beigabenlose Gräber nachweisen. Diese legen es nahe, daß
solche häufig unbeachtet zerstört werden, was eine scheinbare Siedlungsleere
Vortäuschen kann. Die teilweise sehr reichen Funde machen erneut die starken
östlichen (ungarischen) Beziehungen deutlich, denen der ältere Abschnitt un-
serer nordalpinen Hügelgräberkultur unterworfen war. Im übrigen möchte es
so scheinen, als ob in Weiningen auch einige jüngere Elemente nachweisbar
wären. So möchten wir das Dolchgrab (ZSAK., Taf. 23, 6—8), aber auch die
Tatsache des zweimal auftretenden Leichenbrandes als Hinweise für eine solche
jüngere Belegungsschicht ansehen. Man wird vor allem die mannslangen Stein-
kisten von Immendingen (Bad. Fundber. 13, 1937, 68 ff.) mit eingeschüttetem
Leichenbrand hier erwähnen müssen, die ihre Ergänzung neuerdings in Pful-
lendorf (vgl. S. ) finden und die bis weit in die Urnenfelderzeit hinein-
gereicht haben. (W. K.)
Bischoffingen (Freiburg) „Breitenfeld“.
Unter den in Bad. Fundber. 17, 1941—1947, 258 erwähnten, von Karl Klaus II
und seinem Sohn Hans gesammelten Oberflächenfunden befindet sich ein Scher-
ben aus der Kultur der bronzezeitlichen Hügelgräber Süddeutschlands. Es ist
ein dunkelbrauner, feintoniger Randscherben, der von einem becher- oder
schalenartigen Gefäß stammt. Beiderseits eines horizontalen Rillenbandes ist
eine kerbschnittartige Verzierung angebracht (Taf. 40, B). Mit der Auffindung
dieses Scherbens ist erneut die bronzezeitliche Besiedlung (mittlere bis späte
Hügelgräberbronzezeit) in der Bischoffinger Mulde nachgewiesen (vgl. Bad.
Fundber. I, 1925—1928, 100 ff. 380).
Mtbl. 96 Sasbach. — Verbleib: MfU. Freiburg. (Kimmig)
Böhringen (Konstanz), beim Ort.
Nach einer Notiz von E. Wagner, Fundstätten 1 (1908) 17 wurde auf einer
Wiese bei Böhringen ein kleiner Beilhort der frühen Bronzezeit gefunden
(Taf. 40, C). Zwei der Stücke befinden sich in der Sammlung des Museums für
Urgeschichte in Freiburg. Über den Verbleib der übrigen Stücke wird bei
E. Wagner nichts angegeben. Auch von der benachbarten Gemeinde Rickeis-
hausen erwähnt E. Wagner (a. a. O. 31) als „in der Nähe gefunden“ zwei Rand-
leistenbeile, von denen sich eines in Konstanz (vgl. Fundber. Schwaben 6, 13),
das andere ebenfalls in Freiburg befinden sollte.
Ein Vergleich der in Freiburg befindlichen Stücke mit zwei weiteren, neuer-
dings im Hegaumuseum Singen aufgetauchten und von „Böhringen“ und „Rik-
kelshausen“ stammenden Randleistenbeilen ergab, daß alle Stücke nicht nur
dem völlig gleichen Typus (bei gewissen Variationen) angehören, sondern daß
sie auch eine völlig einheitliche Patina aufweisen. Alle Stücke zeigen die
typische Moorpatina, sind schwärzlich verwittert und von auffallender Rau-
heit der Oberfläche. Die Farbe ist ausgesprochen rötlich, was wohl E. Wagner
zu der Bemerkung veranlaßt haben dürfte, die Stücke seien aus Kupfer. Eine
Analyse der Beile steht aber noch aus. Es scheint kein Zweifel darüber zu be-
stehen, daß alle Stücke dem unter „Böhringen“ erwähnten kleinen Beilhort
angehören werden. Ist unsere Vermutung richtig, so sind bis jetzt fünf Stücke
des von E. Wagner auf acht Beile bezifferten Hortes wieder beigebracht. Das
 
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