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Badische Fundberichte: amtl. Nachrichtenbl. für die ur- u. frühgeschichtl. Forschung Badens — 18.1948/​1950

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https://doi.org/10.11588/diglit.42247#0237

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Fundschau 1944—1948: Urnenfelderzeit

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bestattungen feststellen. Es wurde schon verschiedentlich die Vermutung aus-
gesprochen, daß es sich bei diesen Gräbern um Nachklänge aus der Hügel-
gräberbronzezeit handeln dürfte (zuletzt W. Kimmig, a. a. O. 30).
Mtbl. 48 Eppingen. — Verbleib: Ur- und frühgeschichtliches Institut der Uni-
versität Tübingen. (Schiek)
Großstadelhofen, Ortsteil Wattenreute (Pfullendorf) „Auf dem Kreuzacker“.
Durch Vermittlung von Kreispfleger Werth, Pfullendorf, kam dem Landesamt
eine Bronzelanzenspitze zur Kenntnis, die in den Jahren vor dem 2. Weltkrieg
beim Pflügen gefunden und von Küfermeister Rusch in Pfullendorf erworben
wurde (Taf. 42, 3). Das bronzefarbene Stück ist am Tüllenmund, an dem einen
Nietloch und an der Mittelrippe beschädigt, die Schneiden sind außerdem rezent
nachgeschliffen worden. Die Verzierung der Tülle besteht aus zwei feinen,
sicher mechanisch eingedrehten Rillenbändern, die ober- und unterhalb einer
Rippe angeordnet sind. Über dem Rillenband ist eine Reihe konzentrischer, mit
dem Zirkel eingedrehter Kreise angebracht. Die in dieser Kombination seltene
Zier weist auf den Kreis der urnenfelderzeitlichen Strandsiedlungen der Schweiz
(Pfahlbauten). Als Zeitstellung wird man trotz der gedrungenen Form der Lan-
zenspitze die jüngere Urnenfelderzeit annehmen dürfen, L. 19,3 cm.
Mtbl. 125 Pfullendorf. — Verbleib: Pfullendorf. (Kimmig)
Herbolzheim (Emmendingen) „Unteres Immele“.
Aus den Aufsammlungen der Gebrüder Riesterer (s. u. „Hallstattzeit“) stammen
auch mehrere Fundstücke der älteren bis jüngeren Urnenfelderkultur (Hallstatt
A—B), die jetzt hier abgebildet werden. 1. Bruchstück eines Zylinderhals-
gefäßes, erh. H. 8 cm (Taf. 41, D 4). — 2. Kleiner, gut gearbeiteter, reich ver-
zierter Becher mit facettiertem Rand, schwarzbraun, H. 5,7 cm (Taf. 41, D 3). —
3. Randstück einer konischen Schale. Ein alter Bruch ist mit einem mehrfach
gewickelten Bronzedraht, der durch Löcher gezogen ist, geflickt worden (Taf.
41, D 1). — 4. Unterteil eines gewölbten Gefäßes, vielleicht einer Schale, gut
geglättet und geschlämmt, erh. H. 5 cm (Taf. 41, D 2) (vgl. Bad. Fundber. 15,
1939, 17; 16, 1940, 15. 18; 17, 1941—1947, 303).
Mtbl. 91 Ettenheim. — Verbleib: MfU. Freiburg. (Kimmig)
Ihringen (Freiburg).
Bei den umfangreichen Stellungsbauten des Jahres 1944 konnten oft die ge-
nauen Fundumstände nicht überall festgehalten werden. Deshalb erfolgt hier
die Besprechung der Objekte teilweise nach Fundkomplexen.
1. Im April 1944 wurde von der „Fundstelle 4“ (nach Kraft) Scherben einer
Urne geborgen. Stark blättrige, innen und außen braune Tonware mit Augit
gemagert. Keine datierenden Profile, wahrscheinlich Urnenfelder — Hallstatt.
2. September 1944: Feuerstelle 1, nicht mehr lokalisierbar. 1. Bodenstück, dick-
wandig, braun, mit Augit gemagert, um den Bodenrand Fingertupfen. — 2.
Wandstück einer ziemlich groben Schale mit breiten Innenabtreppungen. —
3. Gekanteter Schalenrand. Ältere — jüngere Urnenfelderkultur.
3. „Fundstelle II K“, nicht mehr lokalisierbar. Nach einer Schale mit schwacher,
innerer Randkehle wohl Urnenfelderzeit.
 
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