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Badische Kunst: Jahrbuch d. Vereinigung Heimatliche Kunstpflege, Karlsruhe — 1.1903

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https://doi.org/10.11588/diglit.52611#0086
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FRÜHLINGSHYMNUS.
Von
ALBERT GEIGER.
Siehe, der Frühling dehnte die goldenen Schwingen.
Wo er flog, da sprossten Blumen und Kräuter.
Rings am Hange locken die Schlüsselblumen,
Duften die Veilchen.
In dem Hain, vom jungen Lichte durchflossen,
Spielen kleine Häschen um Birkenstämme.
Auf dem Hügel weiden die braunen Ziegen
Zartgrüne Schosse.
Wenig Tage, so blühen die Pfirsichbäume
In der Vigne. Es mischt ihr zartes Rosa
Sich dem schneeigen Weiss der Mandelzweige
Farbigen Reizes.
Hügel locken, wo bräunlich die Wälder knospen.
Täler, murmelnd von Quellen, die jüngst sich befreiten.
Wo im bläulich schimmernden Wasser sich spiegelt
Pan, der Verjüngte.
O wie sind dann die Tage voll weichen Glückes!
Und die Nächte voll wunderversprechender Sterne!
Senkt euch herab in uns, ihr hehren, und werdet
Strahlende Stunden!

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