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Badische Kunst: Jahrbuch d. Vereinigung Heimatliche Kunstpflege, Karlsruhe — 1.1903

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https://doi.org/10.11588/diglit.52611#0109
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Der Obestern.

Was luegsch mi a, mi Obestern,
So bsunders hüt? Was hättisch gern?
Dass i mer Zit nimm un di bschau
Un ufe rüef: „Wie schön bisch au?“
Das thuen i! Ha’s scho mengg mol tho
Un gfrogt: „He, isch er no nit do?
’s wär, sott me meine, alsgmach Zit,
Wil d’Sunne scho im Nestli lit.“
Un hesch uf eimol zue mer gsait:
„Do bin i jo! Was hesch für Leid?“
O mei1, do ischs so frumm un froh
Vom Himmel zue mer abe cho!
Do bin i mit dim goldne Strahl
Furt gflogen über Berg un Thal,
Wit furt, wo nümme Angst un Not
Eim truurig vor den Auge stoht
Un ’s Herz, wärs no so übel dra,
Die ganzi Welt vergesse cha!
I wott2, i chönnt zue jedere Zit
So liicht do furt goh un so wit,
Un ’s Leid gieng vommeN, hätt i’s gern,
Wie jetz, du goldene Obestern.
1 meine, denke. 2 wollte. 3 von mir. — ie immer als i-e
zu lesen.

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