Deutsche Kunst und Dekoration: illustr. Monatshefte für moderne Malerei, Plastik, Architektur, Wohnungskunst u. künstlerisches Frauen-Arbeiten — 4.1899

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Ludwig Wilser: Germanischer Stil.

(Grösseres Leben Ludwig's des Frommen 28.
— Solche Verbindungsgänge zwischen Got-
teshaus und Königshaus waren häufig. Bei-
spielsweise sieht man einen solchen an der
wiederhergestellten Burg Dankwarderode in
Braunschweig). So kam es, dass allmählig
zuerst die grossen Kirchen, dann die Pfalzen
und öffentlichen Gebäude durch den Steinbau
ersetzt wurden. Die meisten der späteren
grossen »romanischen« und »gothischen«
Münster, wie die von Strassburg, Würzburg,
Nürnberg, Regensburg, Mainz, Lübeck u. a.
in Deutschland, Rouen, Limoges, Thiers in
Frankreich, hatten urkundlich hölzerne Vor-
gänger. Der letzte grössere, auf deutschem
Boden ganz aus Holz aufgeführte Kirchenbau
dürfte wohl die in Bremen im Jahre 1253
vollendete Dominikanerkirche gewesen sein.
Von Süden her breitete sich der Steinbau
immer mehr aus, wobei in Nieder-Deutsch-
land der fehlende Haustein durch Backstein
ersetzt wurde, was nicht ohne Einfluss auf
die Stilentwickelung blieb. Dieser Ueber-
gang von dem vergänglicheren, aber zähen
und leicht zu bearbeitenden Holz zu dem
dauerhaften, aber in Querlage nicht sehr trag-
fähigen und schwer zu bearbeitenden Stein
ist eine der merkwürdigsten. und für den
Forscher anziehendsten Erscheinungen in der
Entwickelung der Baukunst. (Forts, folgt)

DIE DARMSTADTER KÜNSTLER-
KOLONIE hat neuerdings wieder
einen bedeutsamen Zuwachs erfahren, indem
Peter Behrens, bisher in München, und
Josef M. Olbrich, der Erbauer des Sezessions-
Hauses zu Wien, durch Seine Königliche
Hoheit den Grossherzog unter ehrenvollen
Bedingungen berufen worden sind.

PREIS - AUSSCHREIBEN der Firma
M. f. Emden Söhne zu Hamburg. Das
Preis-Ausschreiben auf einen farbigen Ab-
reiss-Kalender wurde von uns im Dezember-
Hefte dieses Jahrganges veröffentlicht, das
Protokoll der Entscheidung im März-Hefte.
Im vorliegenden Hefte geben wir nunmehr
Nachbildungen der mit Preisen im Gesammt-
Betrage von 1200 Mk., sowie mit lobenden
Erwähnungen ausgezeichneten Arbeiten,
welche zu diesem Wettbewerbe eingegangen
waren. — Gleichzeitig veröffentlichen wir
die mit Preisen von 1000, 500 und 200 Mk.
bedachten Plakat-Entwürfe aus dem Wett-
bewerbe, welchen die Firma Wolfrum äf
Hauptmann in Nürnberg ausgeschrieben
hatte. I
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