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Bovenden, Grundriß derer sämtlichen Gebäude des Hochfürstlichen Amtes zu Bovenden,
farbige Handzeichnung um 1790, Original verloren, Plesse-Archiv


Bovenden, Auf dem Tie 4, ehern, hessisches Bovenden, Im Bache 44, Wohnhaus
Jagdschloß, Portal


Hessisches Jagdschloß/Neues Amtshaus
(heute staatliches Forstamt)
Nachdem das „alte Amtshaus” im Winkel zwi-
schen Zehntenstraße und Untere Straße, etwa
dort, wo heute die Zehntscheune steht, baufäl-
lig wurde, gelang es 1775 durch Tauschvertrag
zwischen dem König von Hannover und dem
Landgrafen Constantin von Hessen-Rotenburg
das Areal der beiden ehemaligen Mariensteiner
Meierhöfe zu erwerben, auf dem zwischen
1777 und 1790 die repräsentativen Amtsge-
bäude errichtet wurden.
Der prächtige Gebäudekomplex, der noch
heute dem Tieplatz das Gepräge gibt, besteht
aus einem zur Straße ausgerichteten Hauptbau
(Amtshaus), das bis 1815 als landgräfliches
Schloß bzw. „Fürstenlager” diente und zwei
flankierenden Pavillons, an die sich rückwärtig
langgestreckte, den inneren Amtshof begren-
zende L-förmige Seitenflügel anschließen. Die
1953/62 abgetragenen Flügelbauten (Oecono-
miegebäude) nahmen die Wirtschaftsräume
auf. Ein herrschaftlicher Garten, der bis zum
Maschweg reicht und von einer niedrigen
Bruchsteinmauer umfriedet wird, bildet den
nördlichen Abschluß.
Der 21/2geschossige, auf hohem Sockelge-
schoß gestellte verputzte Fachwerkbau
schließt mit hohem Mansardwalmdach ab. Er-
schlossen wird der achsialsymmetrisch aufge-
baute repräsentative Bau durch eine zweiläu-
fige Freitreppe, die in Verbindung mit dem Bal-
kon die Mittelachse des stattlichen, doch zu-
rückhaltend gegliederten Baues betont.
Flankiert wird der Hauptbau durch gleichartig
gestaltete, über quadratischem Grundriß sich
erhebende Pavillons, in denen ursprüglich das
Personal untergebracht war.
Jüdischer Friedhof
Außerhalb des Altdorfes entstand auf dem Loh-
berg eine jüdische Begräbnisstätte - auf der
Feldmarkkarte von 1794 findet sich die Flurbe-
zeichnung „Aufm Juden Todtenhof” - mit fast
70 Grabmalen in meist schlichter Plattenform,
die bis in die Mitte des 18. Jh. zurückreichen.

BOVENDEN-BILLINGSHAUSEN

Bovenden, Lohberg, Jüdischer Friedhof


Billingshausen, nahe der Grenze zur Samtge-
meinde Radolfshausen gelegen, erstreckt sich
entlang des vom Südosten nach Nordwesten
verlaufenden Rodebaches und bestand ur-
sprünglich aus den Ortsteilen Ober- und Unter-
billingshausen. Im Süden und Westen reicht die
Ortslage bis an die Ausläufer vom Lippberg und
Nikolausberger Wald.
Kleinflächige Ortserweiterungen entstanden
am nördlichen Teil des Rodebaches (Ende des
19. Jh.) und Am Glockenberg (nach 1945). Die
Harzstraße, die ehemalige Hauptstraße, bildet
die Hauptdurchgangsstraße Oberbillingshau-
sens, die in der B 446 ihre Fortsetzung findet
und den Ort mit Reyershausen und Ebergötzen
verbindet. Ein mehrfach geschwungenes Stra-
ßen- und Wegenetz, das die dicht zusammen-
gerückten kleinteiligen Hofstellen erschließt,
bildet das Gerüst Oberbillingshausens, das um
eine zeilendorfartige Ansiedlung im Südwesten
(Harzstraße) erweitert wurde.

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