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Obernjesa, Karte des Obernjesa-Schneener Meliorations-Objects, Planche II von 1883,
Amt für Agrarstruktur



Obernjesa, An der Dramme 3, Wohnhaus,
frühes 19. Jh.

Obernjesa, Hohlebachsweg 4, Wohnwirtschafts-
gebäude


Obernjesa, Steintorstraße 8, Hofanlage, Kern 2. Hälfte 18. Jh.


stattlichen Hofanlagen (Angerstraße) und klein-
teiligen Hofstellen zwischen Raiffeisenstraße
und Freie Straße. Einen markanten Akzent im
Straßen- und Dorfbild setzt die inmitten eines
ehemaligen umfriedeten Friedhofs gelegene
Saalkirche, deren mächtiger, mit einer wel-
schen Haube bekrönter Turm das Ortsbild
überragt und auszeichnet. Zu den aus denk-
malpflegerischer Sicht bemerkenswerten Ob-
jekten zählen: Angerstraße 13/15, Hohlebachs-
weg 4, Steintorstraße 8, 12, An der Dramme 3,
Drammestraße 1, das Mühlengebäude Mühlen-
hof 2 und die gut erhaltene Sandsteinbrücke
über die Dramme (Dramfelder Straße) aus der
Mitte des 19. Jh.
Prägenden Einfluß auf das Straßenbild nimmt
die exponiert gelegene Hofanlage Steintor-
straße 12 in unmittelbarer Nähe der Kirche. Der
Dreiseithof besteht aus einem schlichten dop-
pelgeschossigen Wohnhaus unter Halbwalm-
dach aus der 2. Hälfte des 19. Jh., einem Stall/
Speicher und einer stattlichen Scheune mit
zeittypischem geometrischen Zierfachwerk
von 1925. Neben Steintorstraße 12 kommt dem
Zweiseithof Nr. 8, der im Kern bis in die 2. Hälfte
des 18. Jh. zurückreicht, straßenbildprägende
Bedeutung zu. Bemerkenswert ist auch der
doppelgeschossige, giebelständige Bau An
der Dramme 3 aus dem frühen 19. Jh. Zu den
ältesten überkommenen Bauten Obernjesas
zählt der nachträglich erweiterte schlichte
Fachwerkbau Drammestraße 1 wohl aus der
Mitte des 18. Jh. Mit dem harriehausenschen
Gutshof Angerstraße 21/23 hat sich eine Anlage
erhalten, die zu den stattlichsten Landwirt-
schaftsbetrieben im weiten Leinetal zählt. Die
planmäßige Anlage besteht aus einem freiste-
henden, auf hohem Sandsteinquadersockel
gestellten Ziegelbau von 1883 und überwie-
gend in Fachwerk errichteten Wirtschaftsge-
bäuden, die, zwischen 1897 und 1925 entstan-
den, einen rechteckigen Innenhof umschlie-
ßen.
Ev. Kirche St. Johannes
An der Straßengabelung Steintorstraße/AmTie
entstand auf einem baumbestandenen ehema-
ligen Friedhof die geostete „barocke” Saalkir-
che mit Westturm, deren Kern noch aus dem
Mittelalter stammt. Bereits 1284 wird in der
Göttinger Urkunde ein Gotteshaus in Obern-
jesa mit Johannes-Patrozinium erwähnt. Dem
mächtigen, wehrhaft wirkenden Westturm, der
von einer welschen Haube bekrönt wird, ent-
spricht im Osten eine eingezogene Polygo-
nalapsis in Fachwerkbauweise. Die flachge-
deckte Saalkirche birgt im Innern einen bemer-
kenswerten Kanzelaltar aus der 2. Hälfte des


Obernjesa, Steintorstraße 12, Hofanlage, 1925

Obernjesa, Drammestraße 1, Wohnhaus,
Mitte 18. Jh.


18. Jh. und eine von A. von Werder (Northeim)
gefertigte Orgel aus dem Jahre 1845.
ROSDORF-SETTMARSHAUSEN

Das etwa 5 km westlich von Rosdorf gelegene
Settmarshausen, das erstmals 1239 als „Sede-
manneshusen” urkundlich erwähnt wird, ge-
hörte zu den Orten, die sich durch die ,,-haus”-
Endung als fränkische Gründung ausweisen.
Bis an die südlichen Ausläufer des Knutberges
reicht die vom Grundbach durchflossene Orts-
lage.

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