Universitätsbibliothek HeidelbergUniversitätsbibliothek Heidelberg
Metadaten

Kämmerer, Christian [Editor]; Lufen, Peter Ferdinand [Editor]
Denkmaltopographie Bundesrepublik Deutschland: Baudenkmale in Niedersachsen (Band 7,1): Landkreis Northeim: Südlicher Teil mit den Städten Hardegsen, Moringen, Northeim und Uslar, den Flecken Bodenfelde und Nörten-Hardenberg, der Gemeinde Katlenburg-Lindau und dem Gemeindefreien Gebiet Solling — Braunschweig, 2002

DOI Page / Citation link: 
https://doi.org/10.11588/diglit.44420#0117
Overview
loading ...
Facsimile
0.5
1 cm
facsimile
Scroll
OCR fulltext
Ort, an dem östlich einst auch die Hardegser
Heerstraße vorbeiführte, die als eine Nebenlinie
der alten südnördlichen Fernstraße von Mün-
den nach Moringen und Einbeck durch das
Schwülme- und Schöttelbachtal ihren Weg
nahm. Die Ortsanlage zeigt zwei alte, durch den
Bachlauf getrennte Siedlungsschwerpunkte um
den Kirchhof südlich des Baches einerseits und
entlang des alten, im 19.Jh. zur Chaussee aus-
gebauten Weges, der dem Schöttelbach von
Hardegsen her folgt (Sollingstraße - B 241).
Die Kirche von Ellierode - 1748-49 erbaut - ist
ein rechteckiger Putzbau mit Sandsteineinfas-
sungen und Eckquaderungen, dessen Saal-
raum ein hölzernes Tonnengewölbe über-
spannt. Ende des 19.Jh. erhielt sie ihren neu-
gotischen Westturm, einen relativ aufwendigen
Werksteinbau, dessen gestalterischer An-
spruch mit dem schlichten Kirchengebäude der
Barockzeit einigermaßen im Widerspruch steht
(Pfarrstraße).
Die Hofanlagen des Dorfes sind in der Mehrzahl
stark erneuert und verändert, das Ortsbild be-
sitzt daher nur noch geringes Interesse. Eine
beachtliche, in ihrer Gesamtheit als geschlos-
sene Fachwerkbaugruppe erhaltene Hofanlage
befindet sich westlich des Kirchhofs mit statt-
lichen Wohn- und Wohnwirtschaftsgebäuden
des ausgehenden 18.Jh. bis Mitte 19.Jh.
(Bachstraße 1). Unter ihnen ist das Wohnhaus,
ein zweigeschossiger, auf hohem Quader-
sockel errichteter Fachwerkbau von 1798 mit
Geschossvorkragungen über profilierten Bal-
kenköpfen und Füllhölzern, durch die
besonders reichen Abzimmerungsformen
seines Straßengiebels als Hauptgebäude des
Hofes hervorgehoben.
HARDEGSEN/ERTINGHAUSEN

Eingeschlossen in das bewaldete Bergland am
südöstlichen Sollingrand und abseits des
Verkehrs liegt 3 km nordwestlich von
Hardegsen das kleine Dorf, das bis zum 2.
Weltkrieg in der Hauptsache von Wald- und
Bergarbeitern bewohnt wurde und das einst
das kleinste Dorf im Amte Hardegsen war. Der
Überlieferung nach war der Ort, der 1360 erst-
mals urkundlich erwähnt wird, ursprünglich ein
Pfarrdorf mit einer größeren Zahl von
Ackerhöfen. 1486 wurde es im Verlauf der lang-
jährigen Fehden zwischen den Braun-
schweiger Herzögen und den verbündeten
Städten der Hanse, die das Göttinger Land in
der 2. Hälfte des 15.Jh. verwüsteten, durch die
Northeimer zerstört. Nach seinem Niedergang
besaß Ertinghausen keine eigene Pfarrkirche
mehr und gehörte fortan zur Hardegser Pfarre.
Als bereits verfallenes Gebäude wird jedoch die
mittelalterliche Kirche in der 2. Hälfte des 16.Jh.
noch erwähnt.
Bereits im 18.Jh. besaß Ertinghausen eine
Försterei. Diese wurde nach der Annexion
Hannovers durch Preußen 1866 Oberförsterei,
um dann bereits 1870 zusammen mit der
Oberförsterei Fredelsloh in der neuen
Oberförsterei Hardegsen aufzugehen. Das alte
Forstgehöft liegt am Nordende des Dorfes und

Ellierode, Pfarrstraße, Pfarrkirche, 1748/49, Turm Ende 19,Jahrh.


113
 
Annotationen