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Kämmerer, Christian [Editor]; Lufen, Peter Ferdinand [Editor]
Denkmaltopographie Bundesrepublik Deutschland: Baudenkmale in Niedersachsen (Band 7,1): Landkreis Northeim: Südlicher Teil mit den Städten Hardegsen, Moringen, Northeim und Uslar, den Flecken Bodenfelde und Nörten-Hardenberg, der Gemeinde Katlenburg-Lindau und dem Gemeindefreien Gebiet Solling — Braunschweig, 2002

DOI Page / Citation link: 
https://doi.org/10.11588/diglit.44420#0137
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Etwa 50 Jahre zuvor entstand das streckhofar-
tige Wohnwirtschaftsgebäude Mandelbecker
Straße 3, das im 19.Jh. um zwei Anbauten
erweitert wurde. Der auf hohen Sandstein-
quadersockel gestellte Bau mit einem in
Balkenstärke vorkragenden Oberstock schließt
mit hohem Satteldach ab.
An der Straßenweitung der Taake liegt der
Hakenhof Taake 3, ein giebelständig zur Straße
ausgerichtetes Wohnwirtschaftsgebäude wohl
der 2. Hälfte des 18.Jh. mit einer quer zum
Haupthaus gestellten Fachwerkscheune des
19.Jh. Zu der Hofanlage gehört ein schlichtes
Backhäuschen auf dem rückwärtigen Teil der
Parzelle.
Aufgrund seiner exponierten Lage am
Kopfende der sich weitenden Dorfstraße
kommt dem Gasthaus Dorfstraße 12 beson-
dere Bedeutung zu. Der inschriftlich 1912
datierte doppelgeschossige Bau mit ausge-
bautem Dachraum wird geprägt durch zeittypi-
sches dekoratives Fachwerk. Akzentsetzend
wirkt der in den Baukörper eingebundene,
turmartige Dachausbau mit glockenförmigem
Abschluss.
Aus der Zeit um 1900 stammt das Wohnhaus
der Hofanlage Taake 6 am östlichen Ortsrand.
Der auf hohen Quadersockel gestellte dop-
pelgeschossige Fachwerkbau wird ebenfalls
durch flaches, dekorativ gesetztes Schmuck-
fachwerk in Gestalt von Andreaskreuzen be-
stimmt.

Ev. Kirche St. Valentin
Auf einer baumbestandenen Anhöhe am Rande
des Oberdorfes errichtet, vermag die ev. Kirche
St. Valentin einen ortsbildwirkenden Akzent zu
setzen. Erbaut im frühen 16.Jh. mit Strebe-
pfeilern und polygonalem Chor, wurde die
Kirche 1705 zu einem flach gedeckten
Saalraum umgestaltet. Eine u-förmige Empore
gliedert den Innenraum, der eine schlichte
Barockausstattung mit einem 1710 gefertigten
Kanzelaltar zeigt.
KATLENBURG-LINDAU/GILLERSHEIM
In den Urkunden erstmals 1105 als
„Geldrikesen“ erwähnt, liegt der im Südzipfel
der Gemeinde Katlenburg-Lindau entstandene
Ort Gillersheim nahe der zum Landkreis
Göttingen gehörenden Samtgemeinde Giebol-
dehausen. Bereits in der 2. Hälfte des 18.Jh.
zählt Gillersheim 112 „Feuerstellen“, wie die
Kurhannoversche Landesaufnahme (Blatt 151
Katlenburg) von 1785 ausweist. Anschaulich
wird die Ortsstruktur, die durch die Ausläufer
des Wehberges bestimmt wird, in der Feld-
markkarte von 1880/81. Grundrissgliedernd
wirkt die leicht gekrümmte Bornstraße, die in
der K 416 ihre Fortsetzung findet. Von der
Hauptstraße zweigen Emil-Koch-Straße,
Judenstraße und Kalberstraße ab, deren
Straßenräume von nahezu geschlossener klein-
teiliger Bebauung auf zumeist schmalen
Streifenparzellen eingefasst werden.

Elvershausen, Taake 6, Wohnhaus der Hofanlage, um 1900


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