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Kämmerer, Christian [Editor]; Lufen, Peter Ferdinand [Editor]
Denkmaltopographie Bundesrepublik Deutschland: Baudenkmale in Niedersachsen (Band 7,1): Landkreis Northeim: Südlicher Teil mit den Städten Hardegsen, Moringen, Northeim und Uslar, den Flecken Bodenfelde und Nörten-Hardenberg, der Gemeinde Katlenburg-Lindau und dem Gemeindefreien Gebiet Solling — Braunschweig, 2002

DOI Page / Citation link: 
https://doi.org/10.11588/diglit.44420#0356
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rakter deutlich von den bäuerlichen Anwesen
des Dorfes abhebt.


Die Gestalt des ortsüblichen Wohnwirtschafts-
gebäudes älterer Zeit, wie es verstreut im Dorf
in einigen Beispielen noch anzutreffen ist, war
das quer erschlossene Haus der regional ver-
breiteten Art, in der die grundsätzlich mit-
teldeutsche Hausform in räumlicher Organisa-
tion und äußerer Erscheinung vom Querdielen-
haus des Oberwesergebietes beeinflusst er-
scheint, wobei das hohe, in das Obergeschoss
eingreifende Tor, das etwa mittig zwischen
Wohn- und Wirtschaftsbereich angeordnet ist,
als besonders prägend in Erscheinung tritt.
Solche Gestalt besitzt das Haupthaus des
Hofes Allenbergstraße 9/11, ein breiter zwei-
geschossiger Fachwerkbau von 1767 mit Ge-
schossvorkragung über profilierten Balken-
köpfen und Füllhölzern. Im Grundsatz ähnliche
Raumordnung besitzt auch das jüngere, auf
demselben Grundstück befindliche Wohnwirt-
schaftsgebäude, dessen älterer Teil 1808
erbaut wurde. Gleicher Art ist das Wohnwirt-
schaftsgebäude Bachstraße 1 von 1835 mit
seitlich verschobener Toreinfahrt. Verstreut
weist das Ortsbild noch eine Anzahl unter-
schiedlicher baulicher Zeugnisse seiner älteren
Geschichte auf. Wohnwirtschaftsgebäude einer
kleinbäuerlichen Hofstelle aus der 2. Hälfte des
18. Jh. ist Bachstraße 37, ein zweigeschossiger
Fachwerkbau mit Geschossvorkragung und
Erweiterung von 1854. Zu den größten Höfen
des Dorfes gehört Landstraße 41 mit ansehn-
lichem, 1855 erbauten Wohnwirtschaftsge-
bäude, einem breiten Fachwerkbau, dessen
ganz auf der rechten Hausseite angeordnete
Wirtschaftseinfahrt nur noch eingeschossig
ausgebildet ist, wie dies bei den jüngeren
Bauernhäusern der Region häufiger der Fall ist.
Zur Hofanlage gehört eine große, 1788 erbaute
Fachwerkscheune. Eine kleine, dreiseitig ge-
schlossene Hofanlage mit Wohn- und Wirt-
schaftsgebäuden der 1. bis 2. Hälfte des 19.Jh.
ist der Hof Knickstraße 17. Nördlich der Kirche
befindet sich die ehemalige Revierförsterei
Schöningen, ein Gehöft mit schlichten Fach-
werkgebäuden des ausgehenden 18. und des
19. Jh. Der Hof war nach 1868 vorübergehend
Sitz einer Oberförsterei, eine Funktion, die er
1875 wieder an die Dienststelle in Uslar abgab
(Förstergasse 6, 8).
Am westlichen Ortsrand an dem von der Ahle
abgeleiteten Mühlengraben liegt die Schoninger
Mühle, ein um 1640 erstmals erwähnter
Mühlenstandort, der sich ursprünglich im Besitz
des Landesherren befand. Die in früherer Zeit
mehr oberhalb am Rehbach gelegene Mühle
wurde nach ihrer Zerstörung im Dreißigjährigen
Krieg an ihren gegenwärtigen Standort verlegt.
Bis 1875 waren die Bewohner der Gemeinden
Schöningen, Allershausen und Ahlbershausen
dazu verpflichtet, hier ihr Getreide mahlen zu
lassen. In der heutigen Anlage, die eine Anzahl
von Wohn- und Wirtschaftsgebäuden des 18.
und 19.Jh. umfasst, dominiert der hohe, 3 V2-
geschossige Rohziegelbau des Mühlenhauses,
das 1900 nach dem Brand der alten Mühle
errichtet wurde und seinen für eine dörfliche
Mühle unüblichen Umfang der damaligen
Absicht des Besitzers verdankt, den Mühlen-

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