Fliegende Blätter — 25.1856 (Nr. 577-600)

Page: 145
DOI issue: DOI Page: Citation link: 
https://digi.ub.uni-heidelberg.de/diglit/fb25/0148
License: Public Domain Mark Use / Order
0.5
1 cm
facsimile
o

•IQ Bestellungen werden in allen Buch- und Kunst- ^ ^ Erscheine» wöchentlich ein Mal. Snbscriptions- v \V

ly- Handlungen, sowie von allen Postämtern und ^ .$ m preis für den Band von 24 Nummern 3 fi. 38 kr.

Zeit ungserpeditio neu m,genommen. oder 2 Rthlr. Einzelne Nummern kosten l2 kr. oder 4 Sgr.

Die Puppe.

(Fortsetzung.)

Am Abend vor der eben beschriebenen Scene, und etwa

zu der nämlichen Stunde, war das Theater in H. ans.

Louise Mäushuber hatte der Vorstellung beigewohnt, und das
Hausmädchen Lisbeth, wie das gewöhnlich geschah, wenn ihr
Vater sie nicht selber begleitete, sic vor dem Theater erwartet.

Dies Geschäft besorgte Lisbeth in solchen Fällen aber nicht
allein, denn Adolph Lehmann war selber zuviel Romantiker und
Liebhaber, sich eine so günstige Gelegenheit entgehen zu lasse»,
wenigstens die kurze Viertelstunde, die zwischen dem Theater und
dem Hause des Stadtraths lag, in der Nähe der Geliebten zu
verbringen. Das Dienstmädchen, das aus eigener Erfahrung
wußte, wie schmerzlich es ist, von dem Manne der Wahl durch
Verhältnisse getrennt zu sein, bekam noch außerdem einen halben
Thaler Abstandsgeld, und folgte dem zärtlichen unglücklichen und
doch glücklichen Paare in einiger Entfernung, bis sie eben die
Nähe ihres Hauses erreichten. Dann verschwand Adolph »>it
feinem Schmerz im dunklen Schatten der Bäume und Lis-
bcth nahm stillschweigend seine Stelle ein. Auch heute hatte
er sich wieder, wie gewöhnlich, cingefunden, aber schon seine
Anrede machte das Herz des armen Kindes ängstlicher klo-
pfen, denn mit tiefer schmerzbcwegtcr Stimme klagte der Un-
glückliche, als die Wächterin nur eben außer Gehörweite zu-
rückgeblieben war:

„Ach bin verloren, Louise. Ei» tückisches Geschick wirft
mich in diesem Augenblicke, wo ich den Gipfel meiner Wünsche
erreicht zu haben glaubte, hohnlachend in den Abgrund nieder."

„Aber um Gottes Willen, was ist vorgefallen?" rief das
arme Mädchen erschreckt. „Hast Du mir nicht erst gestern ge-
schrieben, daß Du die Aussicht hättest, den Hofrathstitel zu be-
kommen, und Deine Hoffnung, die Redaktion der — Zeitung
zu erhalten, fast zur Gewißheit gesteigert wäre?"

„Beides ist der Fall," seufzte der junge Mann, als ob er

Werk/Gegenstand/Objekt

Titel

Titel/Objekt
"Die Puppe"
Weitere Titel/Paralleltitel
Fliegende Blätter
Quelle des Titels
Sachbegriff/Objekttyp
Grafik

Inschrift/Wasserzeichen

Aufbewahrung/Standort

Aufbewahrungsort/Standort (GND)
Universitätsbibliothek Heidelberg
Inv. Nr./Signatur
G 5442-2 Folio RES

Objektbeschreibung

Maß-/Formatangaben

Auflage/Druckzustand

Werktitel/Werkverzeichnis

Herstellung/Entstehung

Künstler/Urheber/Hersteller (GND)
Muttenthaler, Anton
Entstehungsort (GND)
München

Auftrag

Publikation

Fund/Ausgrabung

Provenienz

Restaurierung

Sammlung Eingang

Ausstellung

Bearbeitung/Umgestaltung

Thema/Bildinhalt

Thema/Bildinhalt (GND)
Besuch
Fenster <Motiv>
Liebhaber <Motiv>
Rendezvous <Motiv>
Nacht <Motiv>
Karikatur
Junge Frau <Motiv>
Leiter <Motiv>
Satirische Zeitschrift

Literaturangabe

Rechte am Objekt

Aufnahmen/Reproduktionen

Künstler/Urheber (GND)
Universitätsbibliothek Heidelberg
Creditline
Fliegende Blätter, 25.1856, Nr. 595, S. 145 Universitätsbibliothek Heidelberg
loading ...