Fliegende Blätter — 6.1847 (Nr. 121-144)

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j kommst, die Freude haben, den
Bauren zu zeigen, daß die
von Gott eingesetzte Obrig-
j keit immer Recht hat.

In den nächsten Wochen
j will ich, so es die Witter-
! ung erlaubt, und auch son-
! sten, da ich für meine Jahre
I noch ziehmlich munter und
! vigoureux bin, euch auf eurer
I Tour überraschen, aber nicht
mit der Eisenbahn, sondern
! mit unserem Familienwagen
. und meinen zween Meklen-
j bürgern, so ich, als deine
j Frau Mutter mit dir in den
j Wochen gelegen, ihr zum
- Kindbettgeschenk praeseutiret.

Allebeede feind noch immer
j so kräftig, wie deine Frau
z Mutter selbsten, welche auch
’ nickt übel gesonnen ist, die
Reise mit Gottes Hilfe mit-
zumachen. Der alte Schwa-
: droneur Geisels muß uns
^ kutschiren, da es hoffentlich
an denen Chausseen allent-
halben Wegweiser geben wird,
damit ein braver Cavalier
nicht in die Irre fahrt, denn
i solches ist gar nicht meine
! Passion. Bei dieser Occasion
j freue ich mich schon abson-
derlich auf den Moses Ra-
chimes Christmaier, von dem
ich neulich in 'der Zeitung
gelesen habe, daß er ein so
gewaltiger Schnelläufer ist;
ich hoffe wohl, daß er uns
auf einem oder dem anderen
| Wege begegnen soll. Die
j Schnelläufer Hab' ich für
mein Leben gern.

Ich bin sehr curieux, zu
sehen, ob Ihr auch einen
j Nutzen von eurem Reisen
^ gehabt, und ob der Pfarrer
! Recht hat, daß er mich per-
; suadiret, euch auf Reisen zu
^ schicken. Umgehend schreibst
du mir, wo ich Euch treffen
kann, denn bei eurem Her-
nmüanguiren könnte ich zu-
letzt noch in die Verlegenheit
gerathen mit unserem Fami-
lienwagen in der Irre herum
zu fahren, wie jener hispa-
nische von — aus dessen Namen ich mich aber jetzo nicht \
, besinnen kann.

^ Schnepfen gibt es dieses Jahr nicht viel, aber ans dem letzten
Treibjagen habe ich wieder mannproprin zween Böcke geschaffen —
wie ist denn sonst der Rehstand in dem übrigen Deutschland?

Itzt adieu! der Geisele und die Urschi laffen schön grüßen,
wie auch deine Frau Mutter. Der Brief ist etwas verknittert,
das kömmt, weil das HundSvieh, der Nero, ihn apportiret hat,
wie er mir aus der Hand gefallen ist. Das ist ein Capital-

hund —von dem und der seligen Juno hätte sich was kamsuses
zügeln lassen! Deinen Hofmeister grüße auch, ich hoffe, daß
er seines Amtes wohl ahserviret, sonsten —! Ich nenne mich
wie von jeher Deinen

treuen Herrn Batter Zacharias, Freiherr von Beifele,

Erb kehu und Gcrichtlberr aus, »an und zu Bnseling-n und panptniana » la suite.

Lüber Sonn, nümm düch vor schlechter Töllschaft in Achtung,
deine lüde Mutter Afra, Freifrau von Brisele,

n£e Baronne de Zeisele.

Redaction.- Casp. Braun und Friedr. Schneider. — München, Verlag von Braun & Schneider.

tkgl. Hofbuchdruckerei von Dr. g. Wolf & Sohn in München.

£ X.

Werk/Gegenstand/Objekt

Titel

Titel/Objekt
"Schreiben des alten Barons Beisele an seinen Sohn den jungen Baron Beisele"
Weitere Titel/Paralleltitel
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Fliegende Blätter
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G 5442-2 Folio RES

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Entstehungsort (GND)
München

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Provenienz

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Sammlung Eingang

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Brief <Motiv>
Lektüre <Motiv>
Karikatur
Baron
Satirische Zeitschrift

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Fliegende Blätter, 6.1847, Nr. 121, S. 8 Universitätsbibliothek Heidelberg
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