Fliegende Blätter — 6.1847 (Nr. 121-144)

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GuldenS Anfang und Ende.

Nach langer,, langer Zeit kommt ein sehr angesehener Herr angeschrltten. Die
vornehme Gesellschaft ist außer sich und begrüßt ihn aus das unaussprechlichste. Es
bleibt den Pfennigen nichts übrig, als sich zurückzuziehen. Man fühlt sich wieder, und
neue Hoffnungen, ein großes silbernes Zeitalter zu gründen, treten ein.

Eines schönen Tages kömmt an der Hand eines Kreuzers ein Coburger Sechser
seines Weges. Da die vornehme Gesellschaft nicht weiß, wie der Sechser zu nehmen
sei, so wendet sie sich, schlimmen Gerüchten Folge gebend, ungeneigt ab. Um aber
den Spott der Pfennige zu züchtigen, wird die Ankommenschaft doch, jedoch nicht im
Rang zu 7, sondern 5 — ausgenommen. Der Krieg zwischen Bornehm und Nicht-
vornehm wird erneuert. Der Coburger thut sich sehr hervor, und er findet, trotz seiner
Natur, große Unterstützung. — Der Oberherr der Schublade ist über die Streitigkeiten
endlich erboßr. Um ein Ende herbeizuführen, beschließt er, sämmtliche Individuen in eine
Form zu verschmelzen, damit sie einen gehörigen Compler bilden, und sie nie mehr zu
trennen, sondern vielmehr wieder mit einem neuen Kreuzer zu beginnen und so sein
Reich zu vermehren. Er nimmt sämmtliche Mannschaft bei vornehmen und nicht
vornehmen Köpfen und verwandelt sie in

Mit vieler Freude blickt der Ober-
herr in seine Schublade und weidet sich
an dem neugegründeten Reich und Reich-
thum. Der Gulden soll ihm der Grund-
stein einer großen Macht werden, und daß
alle kleinen Leidenschaften darin aufge-
gangen, erfreut seine menschliche Brust.
Aber nichts ist unbeständiger, als des
Menschen Sinn. Erbeschließt eines Ta-
ges, die Einheit zu stören und den Gulden
in 10 Sechser zu theilen. Es kömmt
ihm fast vor, als ob sie mehr vorstellten,
als ein großes Stück. Fest beschließt
er jedoch, auch nicht den Geringsten
seiner Unterthanen von dannen zu lassen.
Er will sich nur an dem Kling und
Klang erfreuen. Doch die zehn edlen
Sechser bleiben immer 10 und er möchte
mehrere haben — und ohne so große
Mühen, wie vorher! Er beschließt —
einen Sechser aus Werbung in die Lotte-
rie zu schicken.

Werk/Gegenstand/Objekt

Titel

Titel/Objekt
"Guldens Anfang und Ende"
Weitere Titel/Paralleltitel
Serientitel Serientitel
Fliegende Blätter
Quelle des Titels
Sachbegriff/Objekttyp
Grafik

Inschrift/Wasserzeichen

Aufbewahrung/Standort

Aufbewahrungsort/Standort (GND)
Universitätsbibliothek Heidelberg
Inv. Nr./Signatur
G 5442-2 Folio RES

Objektbeschreibung

Maß-/Formatangaben

Auflage/Druckzustand

Werktitel/Werkverzeichnis

Herstellung/Entstehung

Künstler/Urheber/Hersteller (GND)
Doepler, Carl Emil
Entstehungsort (GND)
München

Auftrag

Publikation

Fund/Ausgrabung

Provenienz

Restaurierung

Sammlung Eingang

Ausstellung

Bearbeitung/Umgestaltung

Thema/Bildinhalt

Thema/Bildinhalt (GND)
Personifikation
Geld <Motiv>
Pfennig
Gulden
Münze <Motiv>
Kreuzer <Münze>
Karikatur
Satirische Zeitschrift

Literaturangabe

Rechte am Objekt

Aufnahmen/Reproduktionen

Künstler/Urheber (GND)
Universitätsbibliothek Heidelberg
Reproduktionstyp
Digitales Bild Digitales Bild
Rechtsstatus
Public Domain Mark 1.0 Public Domain Mark 1.0
Creditline
Fliegende Blätter, 6.1847, Nr. 122, S. 10 Universitätsbibliothek Heidelberg
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