Fliegende Blätter — 8.1848 (Nr. 169-192)

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Eine Fahrt in die Eisregionen des Nordpols.

(Schluß.)

Unsere Umgebung nahm aber in dem Augenblick unser
Erstaunen viel zu sehr in Anspruch, das Uebrige auch nur
noch eines Blickes oder Gedankens weiter zu würdigen —
der Leser wird es theilen, wenn ich ihm mit kurzen Worten
§ eine Ueberficht desselben gegeben.

Wir befanden uns, auf eine Art hineingebracht, die wahr-
I lich fast an Zauberei grenzte, plötzlich in einem zwar nicht
I übermäßig hohen aber ungeheuer weiten, durch mächtige Eis-
1 säulen getragenen Gewölbe, das auch seinerseits jedenfalls
8 aus einer soliden Eismasse bestehen mußte, wenigstens bildete
1 diese den oberen Theil der Wände und Decke, und der untere

war so dicht und sorgfältig mit dicken schweren Pelzen ver-
hangen und überdeckt, daß auch nicht das mindeste davon sicht-
bar blieb. Etwa zwölf oder vierzehn Feuer loderten in dem
Raum und um diese lagen, auf dem ebenfalls dicht mit Pelzen
überstreuten Boden, eine Masse wunderlicher Gestalten, die jetzt
zum Theil in die Höhe sprangen, ihre sicherlich unerwarteten
Gäste anzustarren, zum Theil aber auch mit einer Gleichgültig-
keit liegen blieben, die wirklich an das Fabelhafte grenzte.

Die Kleidung derselben bestand ebenfalls aus Pelzen, schien
jedoch verhältnißmäßig leicht, wie denn auch in dem ganzen
Raum eine gegen die äußere Luft gewaltig abstechende ordent-
lich warme Atmosphäre herrschte, die zugleich — wenn auch
nur in den ersten Minuten — so nach Fett und Thran roch,
daß niir wenigstens auf kurze Zeit der Athem völlig stockte. Ich
gewöhnte mich jedoch bald daran, und mein erster Blick fiel jetzt
auf die Oeffnung, durch die Capitain Daring so unverhofft den
Eingang gefunden hatte. Es war eine dünne Eisplatte, durch
welche, wie durch eine Menge ähnlicher, dieser unterirdische Eis-
palast sein Licht empfing. Auf irgend eine Art hatte man nämlich
verschiedene Stellen der Decke so dünn herzustellen gewußt,
daß sie förmlich Glastafeln glichen und so ganz zweckniäßige
Fenster bildeten. Wir sollten übrigens auch gleich nachher
Zeuge sein, auf welche leichte Art diese zerbrochene Scheibe
wiederhergestellt wurde. Einer der jungen Leute hüllte sich
nämlich plötzlich in einen weiten Pelzüberwurf, griff ein Gefäß
kochenden Wassers vom Feuer aus und sprang damit hinauf;
ein Anderer hatte indessen unten in eine Art hölzernen Tellers
eine Stange gesteckt und die Holzfläche mit Thran leicht bestri-
chen. Rasch hielt er den Teller jetzt empor und drückte ihn !
fest gegen die zersplitterte Oeffnung, in dem Augenblick goß
! dann wahrscheinlich der zuerst Hinausgegangene das Waffer
darüber, das kochend hinaufgeschafft werden mußte, damit es
sich nicht zu früh in Eis verwandelte, und kaum zwei Secunden

Werk/Gegenstand/Objekt

Titel

Titel/Objekt
"Eine Fahrt in die Eisregionen des Nordpols"
Weitere Titel/Paralleltitel
Serientitel
Fliegende Blätter
Sachbegriff/Objekttyp
Grafik

Inschrift/Wasserzeichen

Aufbewahrung/Standort

Aufbewahrungsort/Standort (GND)
Universitätsbibliothek Heidelberg
Inv. Nr./Signatur
G 5442-2 Folio RES

Objektbeschreibung

Maß-/Formatangaben

Auflage/Druckzustand

Werktitel/Werkverzeichnis

Herstellung/Entstehung

Entstehungsort (GND)
München

Auftrag

Publikation

Fund/Ausgrabung

Provenienz

Restaurierung

Sammlung Eingang

Ausstellung

Bearbeitung/Umgestaltung

Thema/Bildinhalt

Thema/Bildinhalt (GND)
Begrüßung <Motiv>
Eishöhle
Karikatur
Satirische Zeitschrift
Eskimo <Motiv>

Literaturangabe

Rechte am Objekt

Aufnahmen/Reproduktionen

Künstler/Urheber (GND)
Universitätsbibliothek Heidelberg
Reproduktionstyp
Digitales Bild
Rechtsstatus
Public Domain Mark 1.0
Creditline
Fliegende Blätter, 8.1848, Nr. 171, S. 17
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