Hirt, Aloys Ludwig; Hirt, Aloys Ludwig [Editor]
Die Geschichte der Baukunst bei den Alten (3): Die Lehre der Gebäude bei den Griechen und Römern — Berlin: Reimer, 1827

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III. Abschnitt.
Das Stadium, der Hippodronius und der Circus.

§• i. T jange vor den theatralischen und musikalischen waren die
gymnastischen Spiele bei den Griechen und den damit verwandten Völkern
im Gebrauch, und auch hiefür wurden eigene Plätze und Gebäude einge-
richtet. Die Griechen hatten hiezu zwei Arten von Bahnen, eine kleinere,
was sie das Stadium nannten, und worin die Kampfspiele ohne Beihülfe der
Thiere statt hatten, und eine grössere, was sie die Pferdebahn oder Hip-
podromus hiessen, weil allda die Wettkämpfe im Wagenlauf und zu Pferd
gehalten wurden. In Rom diente bis spät für alle Arten Kampsspiele der
Circus allein.
Die Einrichtung dieser Gattungen Baue kennen zu lernen, ist jetzt
unser Zweck. Bevor aber ist es nöthig, die Uebungen und die Spiele selbst,
ihren Ursprung und ihr Alter zu berücksichtigen. Doch kann hier nicht
die Absicht seyn, ausführlich von der Gymnastik der Alten zu handeln,
sondern nur so viel davon beizubringen, als erforderlich ist, um die An-
lage, und die Einrichtung der hiezu nöthigen Gebäude gehörig zu verstehen.
§. 2. Körperliches Ansehen, Stärke, Gewandtheit und Muth waren
von jeher bei den alten Völkern in hoher Achtung. Vor dem Starken
fürchtet und beugt sich der Uebermüthige. Bei dem Starken sucht der
Schwächere Schutz. Der Starke beherrscht andere durch Kraft, Ansehen,
undThaten; er ist der Fürst und Anführer. Daher überall, und vorzüglich
bei den Griechen, jener Ruhm, und noch jene späte Verehrung derer,
welche durch körperliches Geschick, Stärke und Gewandtheit grosse Thaten
persönlich unternahmen und vollführten,.
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